Tour de France 2024: Jonas Vingegaard ohne Wout van Aert, aber mit Sepp Kuss - neue Situation für Champion

Die Tour de France 2024 ist für Jonas Vingegaard als Titelverteidiger natürlich das große Ziel - die Herausforderung dürfte im Olympia-Jahr aber nicht einfacher werden. Wout van Aert wird dem Dänen auf der Großen Schleife fehlen, der Abgang von Primoz Roglic vergrößerte Vingegaards Konkurrenz um einen weiteren Superstar. Vuelta-Sieger Sepp Kuss könnte dabei erneut eine bedeutende Rolle spielen.

Jonas Vingegaard muss ohne Wout van Aert bei der Tour de France 2024 auskommen

Fotocredit: Getty Images

Zum vierten Mal wird Jonas Vingegaard im Sommer 2024 bei der Tour de France an den Start gehen. Doch die 111. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt wird für den dänischen Titelverteidiger eine heiße Angelegenheit.
Der Start in Italien und das Finale in Nizza haben mit der ungewöhnlichen Situation für den 26-Jährigen aber nur wenig zu tun. Vielmehr beschäftigt Vingegaard die namhafte Konkurrenz auf der Großen Schleife, die seit dem Wechsel von Primoz Roglic zu Bora-hansgrohe um einen Superstar angewachsen ist.
"Roglic, Tadej Pogacar, Remco Evenepoel ud ich - wir sind vielleicht die vier besten Fahrer der Welt, also wird es spannend", erklärte Vingegaard im Interview mit dem dänischen TV- und Radiosender "DR".
Während die Tour de France in den vergangenen drei Jahren stets auf das Duell zwischen ihm und Pogacar hinauslief, darf sich der Däne im kommenden Sommer erst recht keine Nachlässigkeiten erlauben. "Auf keinen Fall darf ich jemanden entkommen lassen", unterstrich Vingegaard. "Denn was passiert, wenn ich später nicht mehr davonfahren kann? Deshalb müssen wir uns als Team auf alle, statt auf nur einen konzentrieren."

Vingegaard muss ohne Gold-Helfer van Aert auskommen

Vingegaards Trumpf auf dem Weg zu seinen Titeln in den Jahren 2021 und 2022 war unter anderem Wout van Aert. Die Qualitäten des belgischen Ausnahmefahrers wird der Titelverteidiger bei der kommenden Tour aber schmerzlich vermissen. Wie van Aert vor wenigen Tagen verkündete, werde er sich auf den Giro d'Italia fokussieren - und damit erstmals seit 2019 nicht bei der Tour an den Start gehen.
"Wouts großes Ziel wird der Giro sein", hob Vingegaard noch einmal hervor. "Und danach werden es wahrscheinlich die Olympischen Spiele sein. Das ist der Grund, warum er nicht an der Tour de France teilnehmen wollte."
Van Aert besitzt laut Vingegaard in jeglichem Gelände beeindruckende Qualitäten, "sogar in den Bergen - das kann einen großen Unterschied machen", führte er weiter aus. "Er ist einer der besten Teamkollegen, die ich in den letzten Jahren hatte."
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Unerklärliche Taktik um Van Aert? Eurosport-Experten uneins

Quelle: Eurosport

Vingegaard setzt auf Kuss - und hofft auf Harmonie

Aufgrund der Abwesenheit von van Aert dürfte Sepp Kuss zum "ultimativen Teamkameraden" aufsteigen und das Team laut Vingegaard so lange wie möglich anführen. "Er ist so stark, dass er nicht weit von den Top 5 entfernt sein wird", blickte der zweimalige Tour-Champion voraus.
Doch was hindert Kuss daran, selbst zum ganz großen Wurf anzusetzen und nach dem Gelben Trikot zu greifen? Die Erinnerungen an die Vuelta a España und den Jumbo-Dreikampf zwischen Vingegaard, Kuss und Roglic dürften nur allzu frisch sein.
"Wir müssen einfach im Team darüber reden", schob Vingegaard etwaigen Spekulationen über die neue Hierarchie bei Jumbo-Visma einen Riegel vor. "Und es mag sein, dass Sepp Wünsche hat, aber erst mal schauen wir, mit wem wir die besten Chancen haben, die Tour de France zu gewinnen. Wenn wir denken, dass ich das bin, wird das Team für mich fahren. Wenn wir glauben, dass wir auf eine andere Weise gewinnen können, werden wir diese Taktik wählen."
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Warme Worte: Vingegaard will sich bei Kuss "revanchieren"

Quelle: Eurosport

Ein Szenario wie in Spanien darf sich laut Vingegaard auf der Tour nicht wiederholen. "Hier muss die Teamführung die Richtung vorgeben, denn wir alle wollen gewinnen", nahm er Jumbo in die Pflicht.
Auf der Vuelta sei die Entscheidung für Kuss erst nach der 17. Etappe getroffen worden - zu spät für Vingegaards Geschmack. "Es war eine gute Sache, dass entschieden wurde, dass wir nicht gegeneinander fahren sollten. Aber ich denke, dass die Entscheidung früher hätte getroffen werden sollen."
In den kommenden Monaten hat der niederländische Rennstall jedenfalls genügend Zeit, etwaige Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen.
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Kuss bedankt sich bei Vingegaard: "Fährt wunderbar für mich"

Quelle: Eurosport

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