Tour de France 2024: Lance Armstrong kritisiert Tadej Pogacars Angriff auf 17. Etappe - "War wirklich unnötig"

Im Kampf um das Gelbe Trikot hatte Tadej Pogacar vor dem Start der 17. Etappe der Tour de France einen scheinbar beruhigenden Vorsprung auf seinen beiden schärfsten Verfolger Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel. Dennoch konnte es der angriffslustige Slowene nicht lassen und attackierte. Eine Aktion, die beim einstigen (gedopten) Tour-Dominator Lance Armstrong für Kopfschütteln sorgte.

Etappe 17: Pogacar kann's nicht lassen und Evenepoel imponiert

Quelle: Eurosport

"Es war wirklich unnötig, so anzugreifen", sagte der US-Amerikaner hinterher in seinem Radsport-Podcast "The Move". Denn dies erhöhe nur die Aufmerksamkeit auf Pogacar.
Der 25-Jährige, der kurz vor dem historischen Double aus Giro d'Italia und Frankreich-Rundfahrt steht, habe mit seinen schier außerirdischen Leistungen bereits Spekulationen hervorgerufen. Solche Angriffe wie am Mittwoch würden da "sicher nicht" helfen, betonte Armstrong: "Außerdem macht man sich damit auch keine Freunde - nicht im Peloton und auch nicht in den Medien."
Armstrong, dessen sieben Tour-Siege wegen nachgewiesenen Dopings aus seinem Palmarès gestrichen wurden, gab Pogacar einen Rat. Dieser solle sich "ein bisschen mehr zurückhalten", forderte der 52-Jährige: "Manchmal muss man auf die Wahrnehmung achten, auf das Bild, das die Leute von einem haben. Als Fahrer muss man bedenken, dass die Tour nicht nur ein sportlicher Wettkampf ist. Sie ist auch ein politisches Ereignis."
Herausragende, übermenschliche Leistungen rufen im Radsport stets die Frage hervor, ob diese "sauber" erbracht wurden - auch und gerade wegen der Doping-Vergangenheit des Pelotons insbesondere während der 1990er und 2000er Jahre, der Armstrong-Ära.

Leistungssteigerung mit Kohlenmonoxid?

Bei der diesjährigen Tour rufen nun Kohlenmonoxid-Kreislaufgeräte hitzige Diskussionen hervor. Auslöser waren Berichte des US-amerikanischen Radsport-Portals "Escape Collective", denen zufolge unter anderem Pogacars UAE Team Emirates und Vingegaards Rennstall Visma - Lease a Bike solche Geräte nutzen würden.
Jene Kreislaufgeräte, die zur Testung der Effekte von Höhentraining aufs Blut eingesetzt werden, stehen nicht auf der Verbotsliste des Weltverbands UCI. Allerdings erlauben die Geräte auch die kontrollierte Abgabe des Gases Kohlenmonoxid in die Lunge - und können damit theoretisch leistungssteigernde Wirkungen erzeugen.

Pogacar lässt die Muskeln spielen

Die Debatte um Kohlenmonoxid-Kreislaufgeräte ausgeklammert, hatte Pogacar am Mittwoch mit seiner Angriffslust wieder für Schlagzeilen gesorgt. Am vorletzten Anstieg des Tages setzte der Mann im Maillot Jaune seine Kontrahenten Vingegaard und Evenepoel gehörig unter Druck. Beide konnten erst auf der folgenden Abfahrt wieder aufschließen, Vingegaard dabei unter großer Mithilfe seines Teamkollegen Christophe Laporte.
Am Schlussanstieg schließlich ließ Pogacar den Belgier Evenepoel gewähren, als dieser eine Tempoverschärfung setzte. Kurz vor dem Zielstrich nahm er wiederum Vingegaard "immerhin" noch zwei Sekunden ab.
Angesprochen auf seine beiden Offensiven, zeigte sich Pogacar im Zielbereich mit seiner typisch lockeren Art selbst überrascht: "Manchmal verstehe ich mich selbst nicht. Aber ich habe zwei Sekunden auf Jonas herausgeholt - und damit bin ich zufrieden."

Armstrong gegen Kampf um jede Sekunde

Zwar führt Pogacar vor der 18. Etappe im Gesamtklassement mit einem komfortablen Vorsprung von mehr als drei Minuten auf Vingegaard. Mit Blick auf die noch ausstehenden schweren Alpenetappen und dem abschließenden Zeitfahren in Nizza agiert er aber getreu dem Motto: mehr Sekunden desto besser.
Durchaus verständlich, hatte Pogacar im Vorjahr doch in den Alpen und beim Zeitfahren folgenreiche Zeiteinbußen gegenüber Vingegaard, dem souveränen Tour-Sieger, einstecken müssen.
Für Armstrong hingegen ist der Kampf um jede Sekunde und Pogacars unersättliche Fahrweise nicht erforderlich. "Ich war in seiner Position und damals klopfte man mir auf die Schulter und sagte, das sei nicht nötig", so der US-Amerikaner in seinem Podcast: "Ich glaube wirklich, dass das nicht helfen wird. Er muss auf den verbleibenden Etappen einfach nur auf seinem Rad bleiben. Die Tour wird er sowieso gewinnen - das ist entschieden."
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Nur Politt richtig da: UAE schwächelt und macht anderen Teams Hoffnung

Quelle: Eurosport


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