Tour de France 2024: Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) nach Sturz mit Glück im Unglück - Trend stimmt positiv
VonJan Zesewitz
Publiziert 10/07/2024 um 23:21 GMT+2 Uhr
Schrecksekunde für Primoz Roglic: Der Kapitän des Red Bull-Bora-hansgrohe-Teams stürzte 1,5 Kilometer vor dem Ziel auf der Verfolgung von Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar. 30 Sekunden nach seinem Begleiter Remco Evenepoel überquerte er die Ziellinie. Trotzdem blieb dieses Missgeschick im Finale der 11. Etappe ohne Folgen - Roglic wird mit der gleichen Zeit gewertet wie der Belgier.
Roglic stürzt in finaler Abfahrt - hat aber Glück im Unglück
Quelle: Eurosport
Grund dafür ist die "Drei-Kilometer-Regel", die auch bei dieser extrem anspruchsvollen Etappe durch das Zentralmassiv Anwendung fand. Der entscheidende Punkt ist, dass das Teilstück nicht in einer Bergankunft endete. Dann wird die Regel ausgesetzt.
Nach Le Lioran ging es zum Ziel aber nach der letzten Bergwertung der dritten Kategorie noch gut drei Kilometer bergab. Glück für Roglic, denn das Reglement unterscheidet nicht zwischen Eigen- und Fremdverschulden oder Pech.
"Jedes Ereignis, das nicht im Zusammenhang mit den physischen Kapazitäten eines Fahrers steht oder mit seinem Willen in der Gruppe zu bleiben" gelte als Auslöser für die Regel. Kommt ein Fahrer also zu Fall, wird behindert oder hat einen Defekt, so wird er mit der gleichen Zeit gewertet wie die Fahrer der Gruppe, in der er sich zu diesem Zeitpunkt befunden hat.
Bei Roglic ist das die Zeit von Evenepoel, die gemeinsam versuchten, den Zeitrückstand auf Pogacar und Vingegaard möglichst klein zu halten. Am Ende betrug dieser Abstand 25 Sekunden, obwohl der Slowene noch einmal 30 Sekunden später ins Ziel kam.
Der Trend geht in die richtige Richtung
Für die Gesamtwertung blieb der Ausrutscher Bora-Kapitäns also fast folgenlos. Auch gesundheitlich hat er wohl keinen Schaden davongetragen. Der sportliche Leiter des Teams, Rolf Aldag, gab im Ziel Entwarnung.
Stattdessen konzentrierte er sich schnell auf die sportliche Seite des Tages: "Wir müssen den Trend sehen: Im Vergleich zum Anfang der Tour ist dieser positiv, heute war Primoz eigentlich der Drittbeste", sagte Aldag im Ziel.
Die "Top Four" - Roglic, Evenepoel, Reingegangen und Pogacar - stehen tatsächlich weiterhin klar über dem Rest des Feldes. Der Attacke des Mannes in Gelb 31 Kilometer vor dem Ziel konnte aber zunächst auch keiner der anderen Drei folgen.
Die ersten Verfolger aber waren Vingegaard und Roglic - ein kleiner Sieg für den Vierten der Gesamtwertung. Am folgenden Anstieg wurde er vom Dänen aber abgehängt und schließlich vom Vierten im Bunde eingeholt. Zwei Duos fuhren gemeinsam Richtung Ziel und das spiegelt wohl auch die Kräfteverhältnisse wider - die beiden früheren Tour-Sieger stehen über den Anwärtern.
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Quelle: Eurosport
Chancen im Hochgebirge
Aldag betont den Trend: Von der zweiten Etappe in San Luca, über den Galibier zum Zeitfahren zum heutigen Highspeed-Showdown im Mittelgebirge - Roglic kam näher an die Konkurrenten vor ihm heran und setzte sich klarer von jenen hinter ihm ab.
"Primoz ist ein Fahrer, der es weiter versuchen wird, heute ist er "All-Out" gegangen. Es ist gut, dass er versucht, Tadej und Jonas zu folgen. Sonst könnte er gleich auf Platzierung fahren", sagte Aldag.
Bis zum Wochenende hat der Slowene Zeit, sich einen Plan fürs Podium zurechtzulegen. Dann geht es in die Pyrenäen und damit ins entscheidende Hochgebirge. Beide Etappen dort enden mit einer Bergankunft - die Drei-Kilometer-Regel wird Roglic also nicht helfen.
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Highlights: Vingegaard triumphiert bei Top-Duell im Zentralmassiv
Quelle: Eurosport
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