Tour de France 2024: Taktik von UAE Team Emirates war mitentscheidend für den Sieg von Tadej Pogacar am Pla d'Adet
VonJan Zesewitz
Update 13/07/2024 um 21:38 GMT+2 Uhr
Für einige 100 Meter waren zwei Fahrer von UAE Team Emirates an der Spitze des Feldes der 14. Etappe der Tour de France. Adam Yates attackierte sieben Kilometer vor dem Ziel, drei Kilometer später folgte ihm sein Kapitän Tadej Pogacar. Die Taktik zahlte sich am Ende aus: Der Slowene gewann die Etappe und nahm seinem härtesten Konkurrenten Jonas Vingegaard weitere 39 Sekunden ab.
Analyse: Yates' Windschatten war Pogacars Zünglein an der Waage
Quelle: Eurosport
Yates wurde von seinem Team als "Satellit" vorgeschickt. Das Ziel: Als Pogacar später seine Attacke setzte, hatte er noch einen Teamkollegen zur Unterstützung vorne. Rund vier Kilometer vor dem Ziel ging der Plan auf, der Brite konnte seinen Kapitän rund 500 Meter unterstützen, der fuhr daraufhin alleine los und gewann die Etappe.
"Die Mannschaft hat alle Karten richtig gespielt. Jonas Vingegaard blieb nach der Attacke dabei, kam immer näher heran", sagte Eurosport-Experte Bernhard Eisel nach der Etappe im Vélo Club.
"Yates war heute das Zünglein an der Waage, die Hoffnung von Pogacar und dem Team war sicher, dass er noch ein Stück weiter fahren kann, dann wäre der Vorsprung vielleicht noch größer gewesen."
Die Team-Taktik der Equipe des Gesamtführenden erfüllte sich, auch weil Visma - Lease a Bike die Lücke zu Yates nicht schließen konnte. Der UAE-"Leutnant" fuhr einen Vorsprung von rund 30 Sekunden heraus, als Pogacar attackierte.
So funktionierte die Team-Taktik von UAE Emirates
"Das war ein Instinkt heute", sagte der Mann im Gelben Trikot nach der Etappe im Sieger-Interview. "Wir wollten um den Etappensieg fahren, aber eher im Sprint. Adam hat attackiert und Visma musste den Abstand managen. Ich dachte, wenn ich zu ihm aufschließen kann, dann kann er mir noch ein wenig helfen – das hat perfekt funktioniert."
War es also ein abgesprochener Plan - oder Instinkt, wie der zweifache Tour-Sieger behauptete. Yates schien von den Überlegungen seines Chefs eher überrascht: "Das war eigentlich nicht der Plan, aber bei Tadej weiß man nie, wie der Plan aussieht. Irgendwann sagte er mir, ich solle attackieren und ich meinte ’Moment, was?‘, dann habe ich attackiert und ein paar Mal geschaut, wann er kommt."
Die Experten im Vélo Club schenkten diesen Aussagen wenig Glauben: "Die Taktik war sicher schon heute Morgen um neun im Teambus abgesprochen", mutmaßte Jens Voigt.
Er erklärte auch ausführlich, wie diese Taktik zum entscheidenden Faktor für den Zeitgewinn werden konnte: "Durch die 500 Meter, die Pogacar bei Yates Luft holen konnte, konnte er bei seiner Attacke noch tiefer in den roten Bereich gehen. Der Windschatten ist auch bei 20 km/h ein wichtiger Faktor. Man kann am Hinterrad 25 bis 30 Prozent Energie sparen. Diese Minute 'Erholung' war für den Ausgang entscheidend, denn Vingegaard hatte keinen Helfer mehr an seiner Seite."
Moralischer Vorteil für Pogacar
"Es ist auch ein moralischer Vorteil zu wissen, dass noch einer vorne ist - und gleichzeitig ein Nachteil für Vingegaard, der die Situation auch genau kennt", ergänzte Eisel.
Morgen wartet ein weiterer schwerer Tag in den Pyrenäen auf das Fahrerfeld. Mit knapp zwei Minuten Vorsprung auf den Dänen kann es sich Pogacar nun wirklich leisten, auf seine Sprintstärke zu vertrauen. Doch nicht nur Adam Yates weiß, dass man sich beim Slowenen auf keinen Plan verlassen kann.
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Highlights: Pogacar vollbringt Meisterleistung am Berg
Quelle: Eurosport
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