Tour de France 2024: Victor Campenaerts feiert Happy End nach Vaterschaft im Höhentrainingslager und ungewisser Zukunft
VonJan Zesewitz
Publiziert 19/07/2024 um 09:50 GMT+2 Uhr
Die 111. Tour de France ist nach dem Etappensieg von Victor Campenaert auf der 18. Etappe nach Barcelonnette wieder um eine schlne Geschichte reicher. Im Siegerinterview wird der Belgier von seinen Emotionen überwältigt. Während eines langen Aufenthalts im Höhentrainingslager wurde sein Sohn geboren. Nach langer Ungewissheit um seine sportliche Zukunft ist der 32-Jährige am Ziel seiner Träume.
Die Campenaerts-Story: Von Geburt im Höhentrainingslager zum Etappensieg
Quelle: Eurosport
"Meine Freundin ist unglaublich, sie ist immer für mich da", sagte Campenaerts mit erstickter Stimme nach der Etappe. "Wir waren neun Wochen im Höhentrainingslager, sie war hochschwanger währenddessen. Mein Sohn wurde am Fuß des Berges in Granada geboren. Sie ist die Heldin dieser Geschichte, ich bin ihr so dankbar, dass sie das möglich gemacht hat, dass das Team das möglich gemacht hat."
Der Belgier setzte sich nach 179 Kilometern gegen seine beiden Fluchtkollegen Mattéo Vercher und Michal Kwiatkowski durch. Mit seinem ersten Etappensieg erfüllte er sich einen Lebenstraum.
"Eine Etappe bei der Tour zu gewinnen, ist der Traum von jedem. Ich bin kein Jungprofi mehr, ich träume also schon sehr lange davon", sagte er.
Der Etappensieger beschrieb auch sein von Tiefen geprägtes Frühjahr. "Nach den Klassikern hatte ich eine schwere Zeit. Ich hatte eine mündliche Einigung mit dem Team über eine Vertragsverlängerung, aber ich wurde lange ignoriert."
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Highlights: Ausreißer-Trio macht Sieg unter sich aus
Quelle: Eurosport
Vom Höhentrainingslager zum Etappensieg
Sowohl der Fahrer als auch sein sportlicher Leiter Dirk Demol bestätigten, dass das Team diese Etappe schon lange im Auge hatte. Und besonders Campenaerts sprach schon im Trainingslager im Dezember von der Möglichkeit, bei dieser Etappe etwas zu holen zu können.
Im Frühjahr war dies nicht abzusehen. "Ich hatte Schwierigkeiten, meinen Trainingsplan zu erfüllen, aber dann änderte sich meine Herangehensweise", sagte er. "Ich habe immer noch eine strahlende Zukunft im Radsport und dann lichtete sich für mich der Himmel."
Durch die komplizierte Vorbereitung fuhr Campenaerts seit Mai keine Rennen mehr vor der Tour. "Das Team hatte Vertrauen in mich, dass ich in guter Form sein würde. Ich werde das Team verlassen, aber es ist schön, dass ich das mit dem Highlight meiner Karriere tun werde."
Der Belgier war schon Stundenweltrekordhalter und gewann 2021 eine Etappe des Giro d'Italia. Sein Vertrag mit Lotto Dstny läuft zum Saisonende aus, Gerüchten zufolge wechselt er zu Visma - Lease a Bike.
Die Atmosphäre im Team war entscheidend
Campenaerts erwies sich als der Stärkste in der Drei-Mann-Fluchtgruppe - aber er musste auch Cleverness im Finale zeigen.
"Ich habe vielleicht ein wenig unfair gespielt, als ich so getan habe, als würde ich leiden", meinte der Etappensieger. "Wir haben aber in der Gruppe sehr gut zusammengearbeitet bis zum letzten Kilometer."
Zudem konnte er sich auf das Vertrauen seines Teams verlassen - wohl schon seit Dezember. "Wir kamen mit einer tollen Atmosphäre bei der Tour an, alle waren super motiviert. Dieser Sieg ist einfach das Resultat dieser besonderen Stimmung. Heute Abend wird gefeiert."
Danach muss er nur noch bis zum letzten Tag nach Nizza durchhalten. "Es ist wirklich unbeschreiblich. Ich kann gar nicht glauben, dass es noch drei schwere Etappen gibt. Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu fahren zu meiner Freundin und zu meinem Sohn."
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Analyse zur 18. Etappe: Campenaerts war der Cleverste und der Stärkste
Quelle: Eurosport
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18. Etappe | Wellige EtappeGap → Barcelonnette / 179.5 km
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