Tour de France 2024 - zweite Woche: Windkanten-Gefahr und Chance für Attacken von Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard

Die ersten neun Tage der Tour de France waren schon mal legendär. Mark Cavendish schnappt sich den Rekordetappensieg, Biniam Girmay schnürt den Doppelpack für Afrika und die Tour-Favoriten liefern sich erste heiße Duelle. Nach dem ersten Ruhetag geht es ab Dienstag wieder ans Eingemachte. Ob Sprinter, Ausreißer oder Kletterer - es ist für jeden etwas dabei. Ein Ausblick auf die zweite Tour-Woche.

Steile Rampen laden zu Attacken ein: Ausblick auf 2. Tour-Woche

Quelle: Eurosport

Nach dem Schotterpisten-Spektakel auf der 9. Etappe bekommt das Peloton am Montag eine wohl verdiente Pause.
Doch schon am Dienstag lauert auf einer vermeintlich "einfachen" Etappe im Zielort Saint-Armand-Montrond eine echte Gefahr, die in der Geschichte der Tour de France schon einmal das Klassement durcheinanderwirbelte.
Am Mittwoch geht es ins Zentralmassiv, wo das Etappenprofil zu Attacken einlädt. Nach zwei Teilstücken, die maßgeschneidert sind für die Sprinter, rufen am kommenden Wochenende die Berge der Pyrenäen.
"Das wird eine Woche mit drei knüppelharten Etappen. Die Frage ist: Wer kann sich am besten erholen? Wer hat die beste Regenerationsfähigkeit, um dann auch wieder diese Attacken zu fahren? Das wird unglaublich spannend", sagt Eurosport-Experte Robert Bengsch im Velo Club.
Das erwartet das Peloton in der zweiten Woche der 111. Tour de France.

Di., 10. Etappe: Risiko Windkante

Eine Flachetappe über 187,3 Kilometer - also ein Paradies für Sprinter? Sollte man angesichts des Profils meinen, doch die Wetterbedingungen könnten eine entscheidende Rolle spielen.
2013 war Saint-Amand-Montrond bereits Zielort einer Tour-Etappe. Im Wind zerlegte sich das Feld komplett, Tour-Mitfavorit Alejandro Valverde verlor fast zehn (!) Minuten.
Chris Froome verteidigte zwar das Gelbe Trikot, büßte aber über eine Minute auf Alberto Contador ein, nachdem es Contadors Saxo-Tinkoff-Team 30 Kilometer vor dem Ziel gelungen war, Froome an der Windkante abzuhängen. "So eine verrückte Etappe habe ich noch nie erlebt", sagte Eurosport-Experte Sean Kelly damals.
Die Fahrer der 111. Ausgabe der Tour de France sollten also gewarnt sein - es kann jede Menge passieren.
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Stage 10 profile and route map: Orleans - Saint-Amand-Montrond

Quelle: Eurosport

Mi., 11. Etappe: Attacke im Zentralmassiv

Nur eine einzige Etappe führt in diesem Jahr durch das raue Zentralmassiv, aber die hat es in sich. 211 Kilometer mit 4.350 Höhenmetern warten auf das Peloton.
"Eine megaschwere Etappe an Clermont-Ferrand vorbei. 'Grippy' nennen wir das - es hört nie auf. Die Anstiege sind steil. Das spielt einem in die Karten, wenn man das Klassement entscheiden will", sagt Eurosport-Experte Bernhard Eisel.
Vor allem auf den letzten 50 Kilometern ist ständiger Alarm vorprogrammiert, es gibt kaum Flachstücke zur Erholung. Am vorletzten Berg locken zudem Bonussekunden. Eisels Fazit der 11. Etappe: "Perfekt gemacht von den Organisatoren der Tour."
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Tour de France : Cycling - Tour de France - Stage 11 - Col 3D map - Le Lorian

Quelle: Eurosport

Do., 12. Etappe: Chance für Ausreißer

Über 203,6 Kilometer geht es durch die Departements Cantal und Lot. Eine wellige Etappe mit einem knackigen Anstieg nach Rocamadour. Es ist zu erwarten, dass Ausreißer auf dem ersten Teil der Etappe ihr Glück versuchen werden, denn der zweite Abschnitt kommt den Sprintern entgegen.
Es riecht nach der nächsten Chance für Mark Cavendish, Biniam Girmay oder den bislang erfolglosen Sprintstar Jasper Philipsen. Auch die deutschen Fahrer Phil Bauhaus und Pascal Ackermann lauern auf ihren ersten Etappensieg.
Allerdings haben die Ausreißer bei den letzten beiden Zieleinfahrten der Tour in Villeneuve-sur-Lot bis ins Ziel durchgehalten.

Fr., 13. Etappe: Sprinter an die Macht

Ein 165,3 Kilometer langes Flachstück, das vor allem für Sprinter attraktiv ist, bevor es am Wochenende in die Pyrenäen geht. Einige Sprinterteams warten noch auf einen Etappensieg und es bleiben nicht mehr allzu vielen Chancen.
Es ist ein hohes Tempo zu erwarten, wobei das hügelige Gelände gegen Ende mit den Anstiegen nach Blachon und Simacourbe den Sprintern, die Hügel weniger mögen, das Leben schwermachen könnten.

Sa., 14. Etappe: Kurz, aber knackig

Willkommen in den Pyrenäen! Es steht die erste klassische Bergankunft 2024 an. Ein dynamisches Profil, wobei die Messer vermutlich erst hinter Lourdes gewetzt werden. Auf den letzten 80 Kilometern kommt es zu einem wahren Bergfest mit dem Col du Tourmalet und dem Anstieg nach Pla d'Adet.
Am Schlussanstieg ist ein Duell zwischen den Favoriten Tadej Pogacar, Remco Evenepoel, Jonas Vingegaard und Primoz Roglic zu erwarten. Die Fahrt hoch nach Pla d'Adet lädt zu Attacken ein, die viel Zeitgewinn bringen können, denn es geht hoch mit über zehn Prozent Steigung schon zu Beginn des Anstiegs.
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Alle Etappen, Profile, Bergwertungen und Anstiege der Tour de France 2024

Fotocredit: From Official Website

So. 15. Etappe: Vorentscheidung um Tour-Sieg?

Ein extrem langer Ritt über 197,7 Kilometer mit 4,850 Höhenmetern - der dritte Sonntag der 111. Tour de France steht ganz im Zeichen der Tour-Favoriten.
Ein weniger klassisches Profil als am Vortag, die Anstiege sind quer über die Etappe verteilt. Vom Start weg geht es gleich hoch zum ersten Berg.
Es ist nicht auszuschließen, dass die Favoriten Teamkollegen losschicken, um sich unter eine Ausreißergruppe zu mischen. Das wäre für den weiteren Etappenverlauf von unschätzbarem Wert, erst recht mit dem Finale über den Col d'Agnes und den Port de Lers bis hinauf auf das Plateau de Beille.
Zwar wird an beiden Pyrenäentagen nicht die extreme Höhe des Galibier oder die 2.802 Meter der Cime de la Bonette auf der 19. Etappe am 19. Juli erreicht, aber der Sonntag hat es definitiv in sich.
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Tour-Zwischenbilanz: Gewinner & Verlierer der ersten Woche

Quelle: Eurosport


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Tour-Zwischenbilanz: Gewinner & Verlierer der ersten Woche

Quelle: Eurosport



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