Tour de France 2025: Vingegaard heimlicher Sieger auf 7. Etappe, bei Red Bull hapert's - Drei Dinge, die auffielen
VonFelix Mattis
Publiziert 11/07/2025 um 20:29 GMT+2 Uhr
Die 7. Etappe der Tour de France ist an der Mur-de-Bretagne so zu Ende gegangen, wie viele erwarteten: mit einem Sieg von Weltmeister Tadej Pogacar. Der Slowene holte sich das Gelbe Trikot zurück, hatte aber nicht nur Grund zur Freude. Heimlicher Gewinner war Jonas Vingegaard und Red Bull fehlen die Helfer, um Florian Lipowitz und Primoz Roglic zu positionieren. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Pogacar schlägt an der Mur-de-Bretagne zurück
Quelle: Eurosport
Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung auf Ansage hat UAE-Emirates-XRG Tadej Pogacar zum Etappensieg an der Mur-de-Bretagne und zurück ins Gelbe Trikot der 112. Tour de France geführt.
Durch den Sturz von Joao Almeida, der eine Rippenfraktur davontrug, die Tour aber wohl fortsetzen will, war den Männern in Weiß am Ende der 7. Etappe trotzdem nicht nur zum Jubeln zumute.
Heimlich freuen durfte sich trotz der Niederlage im Sprint auch der Zweitplatzierte Jonas Vingegaard und sein Team Visma-Lease a Bike.
Das Red-Bull-Duo Primoz Roglic und Florian Lipowitz hingegen verlor 21 Sekunden vor allem aufgrund von einer Tatsache: es fehlen die Helfer in den Etappenfinals.
Drei Dinge, die auf der 7. Etappe auffielen:
1. UAE-Gala mit Wermutstropfen
Ein Sieg mit Ansage war es, den Tadej Pogacar an der berüchtigten Mur-de-Bretagne feierte. Der Slowene ließ sein Team von Beginn an arbeiten und Nils Politt machte einen Riesenjob, um die fünf Ausreißer um Ex-Toursieger Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) nie weiter als 1:45 Minuten wegzulassen. Es war klar: Der Weltmeister wollte den prestigeträchtigen Sieg an der Mur in seinen Palmares verbuchen und als es zum letzten Mal die steile Rampe hinaufging, schien das auch kaum vermeidbar.
"Es war von vornherein klar, dass das die Etappe der ersten Woche sein würde, die Pogacar am besten liegt", sagte Jhonatan Narvaez im Ziel gegenüber Eurosport. "Gleichzeitig war klar, dass es schwierig werden würde. Alle haben ihn als Top-Favoriten betrachtet."
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Analyse zum Pogacar-Sieg: Plan umgesetzt - aber Sorge nach Sturz
Quelle: Eurosport
So war es eben hauptsächlich an UAE, das Tempo in Rennen und Finale zu bestimmen. Nach Politt übernahm der Rest des Teams und im Finale glänzten auch Tim Wellens, der das Rennen in die Schlussrampe führte, sowie Narvaez, der sich die Rampe mit hochquälte und mit Tempoarbeit auf dem Schlusskilometer dafür sorgte, dass niemand seinen Kapitän mehr mit einer Attacke überraschen konnte.
"Alle Teamkollegen waren trotz der Hitze perfekt", lobte auch Pogacar, der regelrecht wie auf einer Sänfte in Richtung Sprint zum Etappensieg gebracht wurde, ohne selbst Angriffe abwehren oder im Wind fahren zu müssen – sogar noch nach dem Steilstück, dank Narvaez. "Johnny hat die Lücke im letzten Kilometer gefüllt, einen Superjob gemacht und bis zum Sprint kontrolliert. Es war super für mich", so der Sieger, der nach einem Tag Abstinenz wieder zurück im Gelben Trikot ist.
Trotz der perfekten Teamleistung und des Sieges durch den Kapitän war es aber kein perfekter Tag für UAE. Denn der Sturz von Joao Almeida sechs Kilometer vor Schluss tat weh – nicht nur wortwörtlich durch die Verletzungen, sondern auch für den Teamplan insgesamt.
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Massensturz: Pogacars Edelhelfer unter den gecrashten Fahrern
Quelle: Eurosport
"Ich freue mich riesig über diesen Sieg. Es war aber nur fast perfekt, denn leider ist Joao gestürzt. Dieser Sieg ist für ihn", dachte auch Pogacar in seinem ersten Statement im Siegerinterview sofort an den Vorjahresvierten, der als Edelhelfer bei dieser Tour sein wichtigster Begleiter im Gebirge sein soll und der möglicherweise auch selbst das Zeug fürs Podium gehabt hätte. Nun muss man abwarten, was mit den Verletzungen des Portugiesen noch möglich ist.
2. Vingegaard der heimliche Sieger an der Mur
Vier Finals, vier Mal das gleiche Bild: Ob in Boulogne, Rouen, Vire Normandie oder jetzt an der Mur de Bretagne – Tadej Pogacar ist seinen Schatten Jonas Vinegarrd nie losgeworden. So sehr der Slowene auch attackierte, er bekam seinen dänischen Rivalen nicht vom Hinterrad und konnte entgegen vieler Erwartungen in diesen Klassiker-Finals keine Zeit gegen seinen größten Rivalen herausfahren.
Zehn Sekunden an Zeitgutschrift ist die überschaubare Ausbeute auf dem eigentlich für Pogacar perfekten Terrain, weitaus weniger als man im Team UAE höchstwahrscheinlich eingeplant hatte. "Ich habe mich entwickelt, bin explosiver und besser an solchen Anstiegen geworden", erklärte Vingegaard schon im Verlauf dieser ersten Tour-Woche am Eurosport-Mikrofon, "es macht mir Spaß, auf solchen Kursen Rennen zu fahren".
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Velo Club: Vingegaard heimlicher Gewinner der 7. Etappe
Quelle: Eurosport
Das bewies er auch zum Abschluss des ersten Tour-Drittels an der "Mauer", wo er 2021 als Siebter noch etwas an Boden gegen Pogacar (2.) verloren hatte.
Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass die starken Auftritte in den vier Finals den unerwartet großen Rückstand im Zeitfahren von Caen (1:05 Minuten) nicht überdecken können. Doch Vingegaard und sein Visma-Team kommen mit Rückenwind aus der Bretagne: Der Sieg von Pogacar auf der 7. Etappe war keine Überraschung, dass Vingegaard ihn im Zaum halten konnte, hingegen schon.
"Er war heute ein sehr großer Gewinner und viel schlauer als Remco Evenepoel", analysierte Eurosport-Experte Robert Bengsch im Velo Club, "er kann sehr zufrieden sein – andere haben heute Zeitabstände kassiert, er nicht".
3. Bei Red Bull hapert es vor allem in der Positionierung
Florian Lipowitz und Primoz Roglic sind auch nach der Mur-de-Bretagne noch in den Top 10 der Gesamtwertung und liegen auf den Plätzen acht und neun. Durch den Sturz von Almeida haben sie im Kampf um die Spitzenplatzierungen in der Gesamtwertung nun einen Kontrahenten weniger und werden es - vorausgesetzt auf den beiden Flachetappen am Wochenende geht nichts mehr schief - in guter Ausgangslage ins Zentralmassiv und dort am Montag zur ersten schweren Bergetappe schaffen.
Von daher herrscht beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe insgesamt Zufriedenheit und Erleichterung. Die gefürchtete erste Woche ist fast geschafft und die ersehnten hohen Berge rücken immer näher.
Trotzdem aber stand unterm Strich für das deutsche WorldTeam auch auf Etappe 7 wieder ein Zeitverlust von 21 Sekunden. Und das lag einmal mehr weniger an der eigenen Leistungsfähigkeit bergauf, als vielmehr an der Positionierung des Duos am Fuß der Mur - und damit vor allem auch am Fehlen von Helfern in den entscheidenden Rennsituationen, obwohl die Mannschaft doch gerade für diese Situationen in der ersten Woche nominiert worden und auf weitere Berghelfer verzichtet worden war.
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Debatte um Lipowitz: "Man muss noch keine Entscheidung treffen"
Quelle: Eurosport
So saßen Lipowitz und Roglic an der 3-Kilometer-Marke beide am Ende des da schon nur noch 31-köpfigen Favoritenfeldes und kamen bis zur Rechtskurve hinein in die zwei Kilometer lange Schlusssteigung mangels Helfer, der sie ans Hinterrad nehmen und außen herum im Wind nach vorne bringen könnte, auch nicht mehr weiter vor.
Ums Eck herum kamen beide schon etwa vier Sekunden nach dem an zweiter Position sitzenden Pogacar und als Tim Wellens vorne danach schon Vollgas gab und die Gruppe sich in die Länge zog, vergrößerte der Ziehharmonikaeffekt diesen Rückstand sofort.
"Wir haben probiert uns heute vorne zu positionieren, gut über den kurzen Anstieg ins Finale zu kommen. Das haben wir ganz gut geschafft", meinte Lipowitz im Ziel zur ARD, gab aber auch zu: "Am Schlussanstieg waren wir ein bisschen zu weit hinten, als die Lücken aufgingen."
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Gelb beim Triumph an der Mauer: Pogacar mit unwiderstehlichem Finish
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Lipowitz gab anschließend alles, mit Roglic zwei Positionen hinter sich, um den Schaden in Grenzen zu halten, und führte die Abgehängten die Mur hinauf auf den flacheren Schlusskilometer zu. Pech hatten sie dort dann, weil Narvaez vorne bei Pogacar war und sofort Tempo bolzte, so dass an der Spitze kein Zögern aufkam. So ging die Lücke nicht mehr zu und im Ziel standen 21 Sekunden auf der Uhr.
"Wir waren in der Anfahrt zur Mur de Bretagne ein bisschen zu weit hinten, Florian hat es dann denke ich ganz gut kontrolliert und 20 Sekunden Rückstand sind noch im Rahmen", bilanzierte Sportchef Rolf Aldag in der ARD. "Zum Glück waren weder Florian noch Primoz im Sturz mit dabei, da haben wir erstmal drei Kreuze gemacht."
Von Glück konnte man da tatsächlich reden. Denn besonders Lipowitz entging dem Dominoeffekt beim Sturz um Almeida sechs Kilometer vor Schluss an der rechten Straßenseite nur hauchdünn.
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Tour-Strecke, 8. Etappe: Steilvorlage für Sprintstars
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