Eurosport
Tour de France: Florian Lipowitz im Zeitfahren deutlich vor Primoz Roglic - wird Kapitänsfrage bei Bora neu gestellt?
Von
Update 10/07/2025 um 15:32 GMT+2 Uhr
Nach einem schweren Start ist Florian Lipowitz spätestens nach dem Zeitfahren auf der 5. Etappe bei der Tour de France angekommen. Die deutsche Hoffnung wurde starker Sechster, war unter anderem schneller als Jonas Vingegaard - und vor allem auch als Red Bull-Bora-hansgrohe-Kapitän Primoz Roglic. Vor der Frankreich-Rundfahrt wurde die Kapitänsfrage schon gestellt, muss Red Bull jetzt umdenken?
Lipowitz vor Roglic im Zeitfahren: Wechselt die Kapitänsrolle?
Quelle: Eurosport
Als sich Florian Lipowitz am Donnerstag die giftigen Anstiege der Normandie hochkämpfte, waren die Anfangssorgen bei der Tour de France endlich verflogen. Nach schwierigen ersten Tagen lässt der deutsche Hoffnungsträger sein ungeheures Potenzial aufblitzen - und begeistert dabei auch Jan Ullrich. "Ich glaube, der Junge weiß gar nicht, wie stark er ist", sagte Ullrich in der "ARD" und adelte das deutsche Top-Talent: "Er hat mich super beeindruckt."
Noch ist für Lipowitz vieles neu bei seiner ersten Teilnahme an der Großen Schleife. Der Trubel, die Intensität der Rennen, der Druck, das Tempo - Lipowitz' Auftakt verlief holprig. "Zuletzt habe ich schon an mir gezweifelt", gab er zu: "Ich bin nicht so gut in die Tour gestartet. Die Stimmung war nicht die beste."
Inzwischen ist die Gemütslage eine andere. Beim starken Einzelzeitfahren in Caen am Mittwoch bewies Lipowitz, warum er im Vorfeld als heißer Kandidat für eine Top-Platzierung gehandelt worden war. Als Sechster lag der Ulmer nur 58 Sekunden hinter dem belgischen Olympia- und Etappensieger Remco Evenepoel.
Ullrich war begeistert, Lipowitz "total zufrieden. Es ist schön zu sehen, dass es aufwärts geht", sagte er. Seine starke Leistung freute natürlich auch die Verantwortlichen in seinem Team Red Bull-Bora-hansgrohe. Lipowitz war sogar 21 Sekunden schneller als der nominelle Kapitän Primoz Roglic.
Lipowitz als neuer Kapitän?
Legt er nach, könnte die Kapitänsfrage neu gestellt werden. Schließlich ist der frühere Biathlet offiziell nur Roglics Helfer. "Wir sind noch nicht in den hohen Bergen, deshalb werden wir uns verhalten wie bisher", sagte Rolf Aldag, Sportlicher Leiter im Red-Bull-Rennstall.
Mit derartigen Leistungen dürfte Lipowitz aber schon bald nach dem Kapitänsamt greifen. "Ich glaube, dass er auch in den Bergen vorne mitfahren kann", sagte Ullrich, der sich wünscht, dass Routinier Roglic mit einem möglichen Rollentausch locker umgeht.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/10/image-7924d69d-2712-4d36-babb-26db2d94cc18-85-2560-1440.png)
Roglic trotz Rückstand ganz entspannt: "Ich bin happy"
Quelle: Eurosport
Hilft Roglic Lipowitz?
"Ich hoffe, wenn Roglic sieht, dass er mit Lipowitz einen richtig starken Mann hat, dass es ähnlich wie bei Bjarne (Riis) und mir läuft und er sagt: 'Ich fahr auch für dich'", sagte der Tour-Champion von 1997.
Bei seinem Triumph in Frankreich war Ullrich eigentlich als Edelhelfer für Titelverteidiger Riis eingeplant gewesen. Weil Ullrich aber deutlich stärker war, ließ Riis ihn fahren. Legendär war der Moment, als Riis Ullrich kurz zunickte, dieser losstürmte - und gewann.
Ein solcher Ausgang ist für Lipowitz bei seiner Tour-Premiere quasi ausgeschlossen. Zumindest die Anfangssorgen sind mittlerweile aber verflogen.
Das könnte Dich auch interessieren: Fast fix: Evenepoel-Verhandlungen mit Red Bull vor Abschluss
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/09/image-b6992de1-acb1-4b03-abf1-f80f1485ad32-85-2560-1440.png)
Highlights: Vingegaard kassiert Ohrfeige im Duell mit Pogacar
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung