Jasper Philipsen gewinnt 1. Etappe der Tour de France in Lille - Roglic, Evenepoel und Lipowitz verlieren Zeit
VonFelix Mattis
Update 05/07/2025 um 19:33 GMT+2 Uhr
Jasper Philipsen hat in Lille die 1. Etappe der 112. Tour de France 2025 gewonnen. Der Belgier sprintete aus einem an der Windkante 17 Kilometer vor Schluss zerrissenen und auf rund 40 Mann geschrumpften ersten Fahrerfeld heraus deutlich vor Biniam Girmay und Sören Waerenskjold zum Sieg sowie ins Gelbe Trikot. Primoz Roglic, Florian Lipowitz und Remco Evenepoel verloren 39 Sekunden.
Highlights: Heftige Windkanten-Klatsche für Roglic und Evenepoel
Quelle: Eurosport
Marius Mayrhofer (Tudor) kam als Neunter ins Ziel, Niklas Märkl (Picnic-PostNL) auf Rang 13. Pascal Ackermann (Israel-Premier Tech) eröffnete den Sprint bereits 300 Meter vor dem Ziel, war zu lange im Wind und rollte schließlich als 19. über den Zielstrich.
Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE-Emirates-XRG) und sein großer Herausforderer Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) kamen ebenfalls in der ersten Gruppe an und machten somit bereits 39 Sekunden auf den Vorjahresdritten Evenepoel (Soudal-Quick-Step) sowie das Red Bull-Bora-hansgrohe-Duo Roglic und Lipowitz gut.
Neben Pogacar und Vingegaard kamen auch dessen Visma-Teamkollege Matteo Jorgenson sowie der Dauphiné-Fünfte Tobias Halland Johannessen (Uno-X) und Enric Mas (Movistar) in der knapp 40-köpfigen ersten Gruppe an. Alle anderen Top-Ten-Kandidaten für Paris saßen hinten bei Rolic, Lipowitz und Evenepoel.
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Philipsen triumphiert in Lille - Ackermann sprintet viel zu früh
Quelle: Eurosport
Für Philipsen war es der bereits zehne Tour-Etappensieg in seiner Karriere, aber das erste Gelbe Trikot. "Den werde ich nie vergessen. Es war eine fantastische Team-Performance. Es ist unglaublich. Wir waren den ganz Tag aufmerksam. Es war die ganze Etappe über extrem nervös. Wir mussten immer vorn dabei sein. Und das waren wir auch, als es zum Bruch kam. Es war fantastisch", strahlte Philipsen im Sieger-Interview.
"Ich hatte supergute Beine und die Zuschauermassen auf den letzten zwei Kilometern haben ihnen noch mehr Kraft gegeben. Mit dem Adrenalin war es einfach ein tolles Gefühl. Das Grüne Trikot hatte ich schon, jetzt kommt noch ein Gelbes dazu. Das werde ich mir irgendwo ins Haus hängen."
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Sprint-Analyse mit Degenkolb: "Alpecin hat nicht die Nerven verloren"
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Während Philipsen als Auftaktsieger sowohl das Gelbe als auch das Grüne Trikot übernahm - letzteres wird auf Etappe 2 stellvertretend durch Girmay getragen - ging das Bergtrikot in Lille an den Franzosen Benjamin Thomas (Cofidis). Das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gehört Girmay, wird stellvertretend aber von Waerenskjold getragen werden.
Kurz nach dem scharfen Start in Lille hatte sich zunächst eine fünfköpfige Ausreißergruppe um Jonas Rutsch (Intermarché-Wanty) gebildet, die schnell zwei Minuten Vorsprung herausfuhr, dann aber nicht mehr weiter weggelassen wurde. Benjamin Thomas (Cofidis) holte sich nach 41 Kilometern den ersten Bergpunkt der Tour.
Anschließend aber nahm das Hauptfeld richtig Fahrt auf, da Windkanten drohten. So wurden die Ausreißer vor dem Zwischensprint wieder gestellt. Zuvor aber war es im Feld bereits zu Stürzen gekommen, die später zur Aufgabe von Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) und Stefan Bissegger (Decathlon-AG2R) führten.
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Sturz von Zeitfahr-Star Ganna: Olympiasieger übel erwischt
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Außerdem musste Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) 118 Kilometer vor dem Ziel mit einem Defekt stoppen, als das Hauptfeld gerade mit Vollgas durch Frankreich rauschte. Der deutsche Hoffnungsträger befand sich anschließend 20 Kilometer lang in einer kleinen Gruppe von abgehängten Fahrern, die er zumeist anführte. Erst als das Tempo im Hauptfeld nach dem Zwischensprint etwas herunterging, schafften sie den Anschluss nach 23 Minuten Verfolgungsjagd wieder.
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Lipowitz ohne Helfer hinter Feld auf der Jagd: "Bin fassungslos"
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Den Zwischensprint gewann Jonathan Milan (Lidl-Trek) vor Bryan Coquard (Cofidis) und Biniam Girmay (Intermarché-Wanty) sowie Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck). Tim Merlier (Soudal-Quick-Step) und die beiden deutschen Sprinter Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) und Pascal Ackermann (Israel-Premier Tech) beteiligten sich an dem Kampf um die Punkte fürs Grüne Trikot dort nicht.
Anschließend setzten sich mit Thomas und Matteo Vercher (TotalEnergies), die beide schon in der ersten Gruppe des Tages gesessen hatten, noch einmal vom Feld ab und machten den zweiten Bergpreis unter sich aus. Thomas war dabei knapp schneller, stürzte aber beim Tigersprung auf Kopfsteinpflaster im Ort Mont Cassel kurz hinter dem Wertungsstrich und riss seinen Begleiter mit zu Boden. Beide konnten anschließend weiterfahren, ihre Flucht aber war damit vorbei.
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Crash auf Kopfsteinpflaster: Thomas räumt Kollegen bei Bergsprint ab
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Auf den letzten 78 Kilometern blieb das Hauptfeld lange Zeit geschlossen und in der kurzen Steigung zum dritten Kategorie-4-Bergpreis fuhr Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) in die erste Reihe des Feldes, um sich mit einem kurzen Antritt den Bergpunkt zu sichern. Richtig hektisch wurde es aber 17 Kilometer vor Schluss, als sich das Feld an der Windkante teilte.
Das Red-Bull-Team saß geschlossen in der zweiten Gruppe, zu der auch Remco Evenepoel und Tim Merlier (beide Soudal-Quick-Step) sowie Jonathan Milan (Lidl-Trek) gehörten, während Pogacar und Vingegaard beide vorne mit aufs Tempo drückten.
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Windkante zerreißt Feld - Roglic und Evenepoel abgehängt
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Die Lücke ging unter dem Tempodiktat von Alpecin und UAE immer weiter auf und mit bereits 40 Sekunden ging es auf die letzten fünf Kilometer. Dort krachte es am Ende der ersten Gruppe 4,2 Kilometer vor dem Ziel und Marijn van den Berg (EF Education-EasyPost) sowie Ben O'Connor (Jayco – AlUla) gingen zu Boden. Beide rollten anschließend ins Ziel und blieben aufgrund der 5-Kilometer-Regel ohne Zeitverlust.
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Groves rettet sich akrobatisch, O'Connor geht kurz vor Ziel zu Boden
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Auf dem Schlusskilometer eröffnete Ackermann den Sprint am linken Straßenrand früh, um die Konkurrenz zu überraschen. Der Weg zum Strich war für ihn aber zu weit. Philipsen vollendete nach perfekter Vorarbeit seiner Alpecin-Mannen um Mathieu van der Poel.
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Kurzer Antritt: Vingegaard sichert sich Bergpunkt auf Etappe 1
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