Tour de France: Mathieu van der Poel ein Konkurrent für Tadej Pogacar? Das ist am Gedankenspiel von Eddy Merckx dran

Rad-Ikone Eddy Merckx hat bei der Tour de France 2025 eine schlagkräftige Konkurrenz für Gesamtsieger Tadej Pogacar vermisst. Während Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel nicht auf dem Niveau des Slowenen seien, wäre Mathieu van der Poel laut dem Belgier der richtige Kandidat für diese Mammutaufgabe. Die bisherigen Zahlen sprechen jedoch gegen einen solchen Coup - sowie van der Poel selbst.

Highlights: Happy End für van der Poel im Gelb-Thriller

Quelle: Eurosport

Hinter Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) liegt eine erinnerungswürdige Tour de France. Die zweite Etappe zwischen Lauwin-Planque und Boulogne-sur-Mer entschied der Niederländer für sich, insgesamt vier Tage verbrachte der Niederländer im Gelben Trikot.
Trotz seiner krankheitsbedingten Aufgabe in der dritten Woche war seine Teilnahme an der 112. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt ein Erfolg - und brachte ihm auch ein besonderes Lob ein.
"Fantastisch! Er hat eine unglaubliche Tour gefahren, was für ein Athlet", schwärmte der fünffache-Tour-Sieger und Dominator seiner Ära im Gespräch mit der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf" vom 30-Jährigen. "Seine Hingabe ist beispiellos, und er macht oft schöne und unerwartete Dinge."
Merckx ging sogar einen Schritt weiter: "Es ist schade, dass Mathieu kein Etappenfahrer mehr ist, denn er ist der Einzige, der Pogacar wirklich herausfordern könnte." Doch was ist an diesem Gedankenspiel dran?

Van der Poel Ein Kandidat für die Tour?

Seine Aussagen traf Merckx mit Hinblick auf die deutlichen Verhältnisse bei der diesjährigen Tour de France. "Pogacar ist nie in Schwierigkeiten geraten. Es gab keine echte Spannung", so das Fazit des 80-Jährigen.
Der Gesamtzweite Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) sei "kein Konkurrent, er konnte drei Wochen lang nur mithalten", meinte der fünfmalige Tour-Triumphator. Und auch in Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step), der auf der 14. Etappe aufgegeben hatte, bringe nicht die notwendigen Qualitäten mit, um Pogacar über drei Wochen in die Schranken zu weisen.
"Nein, definitiv nicht. Remco ist eher ein Zeitfahrer. Bergauf ist er nicht stark genug, um mit Pogacar zu kämpfen", so Merckx weiter.
In van der Poel sieht die Rad-Ikone den geeigneten Herausforderer - und die Geschichte gibt ihm in gewisser Hinsicht Recht.
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Pogacar bittet van der Poel: "Fahr' nicht los wie verrückt"

Quelle: Eurosport

Van der Poel: Siege gegen Pogacar keine Unmöglichkeit

Mit seinen Triumphen bei Mailand - Sanremo (2023, 2025), Paris - Roubaix (2023 - 2025) und der Flandern-Rundfahrt (2020, 2022, 2024) stellte van der Poel bereits mehrfach unter Beweis, dass er für die großen Momente geschaffen ist - auch im direkten Duell mit Pogacar.
Doch bekanntlich ist ein Klassiker-Spezialist, besonders einer für die weniger bergigen der Monumente, nicht automatisch ein Grand-Tour-Favorit. Die Anforderungen sind komplett andere, sowohl was die Regenerationsfähigkeit über drei Wochen angeht als auch mit Blick auf die Streckenführungen.
Im Zeitfahren kann van der Poel sehr wohl mit den Topfahrern mithalten, erzielte schon Top 5-Ergebnisse bei Giro und Tour. Doch auf großen Bergetappen stößt das Kraftpaket schnell an seine Grenzen und das Verbesserungspotenzial ist dort nicht unerschöpflich.
Allein mit seinem Gewicht von 75 Kilogramm befindet sich der Straßenweltmeister von 2023 im Vergleich zu Pogacar (66 kg) oder auch Vingegaard (58 kg) deutlich im Nachteil. Würde er an Masse verlieren, könnte ihn das umgekehrt seine große Stärke für die Klassiker kosten - ein gewagtes Spiel mit unsicherem Ausgang,
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Mathieu van der Poel im Gelben Trikot der Tour de France neben Weltmeister Tadej Pogacar

Fotocredit: Imago

Für flachere Etappen hingegen, auf denen er entweder selbst auf die Jagd nach Tagessiegen oder gemeinsam mit Jasper Philipsen den perfekten Leadout gestaltet, ist van der Poel wie geschaffen.
Mit bisher 57. Plätzen als besten Ergebnissen in den Gesamtwertungen ist klar, dass zwar noch Luft nach oben wäre - aber wohl kaum bis in die Top Ten. Seine vereinzelten Erfolge bei kleineren Rundfahrten dürfen keine verwegenen Hoffnungen wecken - sie gelangen van der Poel stets auf Strecken, die nur wellig und nicht gebirgig waren.

Van der Poel weiß um seine Chancen

Dennoch wurde van der Poel in dieser Thematik von Merckx ins Rampenlicht gedrängt. Doch was denkt eigentlich der 30-Jährige selbst über einen möglichen Angriff bei einer Grand Tour?
"Manchmal frage ich mich, wie alle anderen das jeden Tag schaffen", fragte er sich im Anschluss an die 6. Etappe der Tour 2025, auf der er das Gelbe Trikot an Pogacar verloren hat. "Letztendlich habe ich es wirklich genossen. Vielleicht sogar mehr als in den ersten Tagen, weil mir bewusst war, dass ich es verlieren würde."
Seinen Fokus werde der siebenmalige Cyclocross-Weltmeister nicht verschieben. "Ich bin froh, dass ich mich hauptsächlich auf die Klassiker konzentrieren kann", berief sich van der Poel auf seine Stärken und schob damit dem Merckx-Gedankenspiel indirekt einen Riegel vor.
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Lipowitz nach historischem Tour-Erfolg: "Versuche, es zu genießen"

Quelle: SID


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