Aldag gibt zu: Red Bull-Bora war "letztes Jahr schon vor der Tour de France mental ausgebrannt"
VonFelix Mattis
Publiziert 08/07/2025 um 15:42 GMT+2 Uhr
Rolf Aldag hat im Gespräch mit dem britischen Radsportjournalisten Daniel Benson für dessen Blog erklärt, dass die Aufstellung von Red Bull-Bora-hansgrohe für die Tour de France 2025 das Produkt eines Lernprozesses nach Fehlern aus dem Vorjahr sei. Damals sei man mental schon angeschlagen in die Frankreich-Rundfahrt gestartet, so der Sportchef des deutschen WorldTour-Rennstalls.
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Quelle: Eurosport
"Wir waren letztes Jahr schon vor der Tour de France mental ausgebrannt", gab Aldag zu: "Wir kamen mit einem mentalen Zustand zur Tour, der eine Therapie nötig gehabt hätte, und daraus haben wir gelernt."
Wer Aldags Art kennt, weiß, dass er damit wohl eher nicht wortwörtlich nahelegen wollte, dass psychische Probleme bei Team-Mitgliedern vorgelegen hätten. Das dürfte wohl mit süffisantem Ton bewusst etwas überspitzt ausgedrückt gewesen sein. Trotzdem aber blieb unterm Strich wohl die Erkenntnis, dass man mehr auf das Wohlergehen achten musste.
Im vergangenen Jahr kam Red Bull zum Juli neu als Titelsponsor ins Team. Das hatte direkt vor der Frankreich-Rundfahrt für viele Nebenkriegsschauplätze gesorgt. Unter anderem gab es damals eine große Präsentation am Mittwoch vor Tour-Start in Salzburg, von der das Team dann direkt mit einem Red-Bull-Privatflugzeug nach Florenz zum Grand Départ reiste.
Das gab es 2025 nicht, weitere Medientermine gab es kaum. Florian Lipowitz und Aleksandr Vlasov hatten in der Tour-Vorbereitung nun viel direkt von zu Hause gemacht. "Ich denke, das wird uns helfen", meinte Aldag: "Und jetzt werden wir die Konsequenzen sehen."
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Quelle: Eurosport
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Außerdem war die Mannschaft 2024 komplett auf Kapitän Primoz Roglic ausgerichtet, auf dem aller Druck lastete. Als der Slowene dann ausschied, stand man mit dem Rücken zur Wand. 2025 nun hat Roglic mit dem Sprinter Jordi Meeus noch einen zweiten Leader neben sich, außerdem dient Lipowitz als Geheimwaffe.
Trotzdem ist der Slowene der Mann für die Gesamtwertung und soll ums Podium kämpfen – auch wenn seine Vorbereitung durch das Sturz-Aus beim Giro d'Italia nicht perfekt sein konnte.
"Mein Eindruck ist, dass Primoz nicht mehr hätte tun können. Natürlich ist der Giro nicht gelaufen, wie geplant – es gab Verletzungen und etwas Gesundheitsprobleme, aber er hat das Beste daraus gemacht", sagte Aldag.
"Er ist in die Höhe gegangen, an einen höheren Ort als das Team zuvor war. Ich denke er war mental gut drauf und das ist alles, was wir erwarten können", fuhr der Sportchef fort und meinte: "Realistisch betrachtet wäre das Podium großartig."
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