Tadej Pogacar auf dem Weg zum Grünen Trikot? Die Sprinter stehen am Wochenende bei der Tour de France unter Druck
VonFelix Mattis
Publiziert 11/07/2025 um 23:07 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar hat nach seinem Sieg an der Mur-de-Bretagne auch die Führung in der Punktewertung der Tour de France zum zweiten Mal in seiner Karriere übernommen. Jetzt schnuppert der Slowene an einem weiteren Merckx-Rekord und könnte den Sprintern bei dieser 112. Frankreich-Rundfahrt daher sehr weh tun. Für die wird das anstehende Wochenende mit zwei Flachetappen daher umso wichtiger.
Girmay exklusiv: Pogacar jetzt der Favorit aufs Grüne Trikot
Quelle: Eurosport
Eddy Merckx ist der einzige Fahrer, der bei einer Tour de France in der Endabrechnung sowohl das Gelbe als auch das Grüne Trikot und die Bergwertung gewonnen hat.
1969 war das - und 56 Jahre später könnte Pogacar auch diesbezüglich mit der belgischen Legende gleichziehen.
Sollte der Slowene in den Bergen ähnlich dominant und gierig auftreten, wie im vergangenen Jahr, und sich einen Etappensieg nach dem anderen sichern, so wäre er tatsächlich auch ein ganz heißer Kandidat, das Grüne Trikot zu gewinnen – trotz des eigentlich die Sprinter favorisierenden Punktesystems.
"Schade, dass ich morgen nicht Grün tragen kann", sagte Pogacar schon am Mittwoch nach dem Einzelzeitfahren, als er die Punktewertung erstmals anführte, gleichzeitig aber auch das Gelbe Trikot errungen hatte. Nach einem Tag Pause eroberte er nun an der Mur-de-Bretagne beide Trikots erneut und Jonathan Milan (Lidl-Trek) wird Grün am Samstag in Richtung Laval nur noch stellvertretend tragen.
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Highlights: Pogacar schlägt an der Mur-de-Bretagne zurück
Quelle: Eurosport
Der Gewinner des Grünen Trikots aus dem Vorjahr, Biniam Girmay (Intermarché-Wanty), sieht Pogacar nun sogar als Favoriten auf seine Nachfolge in Paris. "Ich denke, ja", antwortete er am Eurosport-Mikrofon nach Etappe 7 auf entsprechende Nachfrage. "Wir versuchen, an den Zwischensprints so viele Punkte wie möglich herauszuholen. Aber wenn ich höre, dass Pogi gewinnt, sind das keine guten Neuigkeiten. Denn das sind heute 50 Punkte."
Pogacar hat mit 156 Punkten nun 34 Zähler Vorsprung auf Milan und 45 auf Girmay sowie 48 auf Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck). Tim Merlier (Soudal-Quick-Step), der an den Zwischensprints bislang kaum mit um Punkte gekämpft hat, ist Siebter der Sonderwertung mit erst 72 Punkten.
Die zwei anstehenden Flachetappen am Wochenende mit Ankünften in Laval - leicht ansteigend - und Chateauroux - völlig flach - werden für die Sprinter daher besonders wichtig: Zwei prestigeträchtige Etappensiege sind dort zu holen, aber auch die sind eben nur 50 Punkte wert, während der Etappenzweite 30 und der Etappendritte 20 Zähler bekommt - dazu die täglichen Zwischensprints mit maximal 20 Punkten für den Erstplatzierten.
Girmay und Milan müssen am Wochenende punkten
"Wir haben einen Recon für dieses Finale in Laval vor ein paar Monaten gemacht. Es sieht gut für mich aus, sollte mir liegen. Aber wenn man Milan an den Zwischensprints sieht, scheint er bei solchen ansteigenden Sprints auch sehr schnell zu sein momentan", meinte Girmay.
Der Blick auf das restliche Tour-Programm mit vielen Bergetappen legt nahe: Milan und Girmay müssen am Wochenende nicht nur Boden gutmachen, wenn sie gegen Pogacar im Kampf ums Grüne Trikot bestehen wollen, sondern sich idealerweise auch etwas Vorsprung erarbeiten.
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Analyse zum Pogacar-Sieg: Plan umgesetzt - aber Sorge nach Sturz
Quelle: Eurosport
Denn auch wenn Flachetappen deutlich höher bepunktet sind, als die bergigen Tage, so bleiben nach diesem Wochenende einfach nicht mehr so viele flache Tage bei dieser Frankreich-Rundfahrt übrig. Die Ankünfte in Toulouse am Mittwoch (11. Etappe), in Carcassonne am Sonntag darauf (15. Etappe) und in Valence am Mittwoch nach dem zweiten Ruhetag (17. Etappe) sowie das große Finale in Paris (21. Etappe) sind die einzigen in den kommenden zwei Wochen noch ausstehenden, möglichen Sprinter-Tage mit voller 50-Punkte-Wertung. Dabei sind Toulouse und Carcassonne sowie die neue Ankunft in Paris nach drei Montmartre-Passagen auch alles andere, als garantierte Massensprint-Ankünfte.
Mehr Berg- als echte Sprintetappen übrig
Dem entgegen stehen fünf Bergankünfte (Etappen 10, 12, 14, 18 und 19) und das Bergzeitfahren von Peyragudes (13. Etappe), die im Extremfall – mit der Gier vom Vorjahr – alle an Pogacar gehen könnten. Zwar gibt es dort für den Sieger nicht 50, sondern nur 20 Punkte, doch in Summe könnte Pogacar dabei tatsächlich auf etwa genauso viele Zähler kommen, wie die Sprinter bei ihren verbleibenden Chancen. Vor allem dann, wenn nicht ein Sprinter dominiert, sondern Milan und Girmay jeweils auch mal Zweiter oder Dritter werden, spielt das Pogacar in die Karten. Gewinnen kann schließlich immer nur einer und auch Merlier wird die 'Big Points' für die Etappensiege gerne wegnehmen, selbst wenn er am Grünen Trikot nicht interessiert scheint.
Besonders große Bedeutung kommt im Kampf um Grün daher den Zwischensprints zu. Die wurden in diesem Jahr auf allen Hochgebirgsetappen sehr früh platziert, jeweils noch vor dem ersten Berg. Und da es an den Zwischensprints genauso viele Punkte gibt, wie bei einer Bergankunft – 20 Punkte für den Ersten, 17 für den Zweiten, 15 für den Dritten und so weiter bis Platz 15 – könnten sie am Tourende das entscheidende Zünglein an der Waage werden.
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Tour-Strecke, 8. Etappe: Steilvorlage für Sprintstars
Quelle: Eurosport
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