Verschenkte Tadej Pogacar mögliche Etappensiege bei der Tour de France? Jegat gesteht: "Hat mich wirklich schockiert"
Mit vier Etappensiegen in den ersten 13 Renntagen der Tour de France legte Tadej Pogacar den Grundstein zu seinem Gesamtsieg. Danach verwaltete der Slowenen seinen Vorsprung nur noch, reagierte auf die Attacken von Rivale Jonas Vingegaard souverän, aber baute den Abstand lediglich minimal weiter aus. Gleichzeitig gewann er kein einziges Teilstück mehr - und sorgte damit für viel Verwunderung.
Paret-Peintre erlöst Frankreich - Pogacar widersteht Vingegaard-Attacken
Quelle: Eurosport
"Das hat mich wirklich schockiert", gestand Jordan Jegat - Zehnter der Gesamtwertung - auf die Frage, ob es ihn überrascht habe, wie sich Pogacar greifbar nahe Siege bei manchen Etappen durch die Lappen gehen ließ.
"Als ich im Ziel gesehen habe, dass Thymen Arensman oder Ben O'Connor gewonnen hatten, war ich wirklich erstaunt", so der Franzose im Interview mit "RMC" über das unerwartete Ergebnis etlicher Bergankünfte in der zweiten Hälfte dieser Tour. "Ich weiß nicht, ob er die Möglichkeit dazu gehabt hätte - aber es ist erstaunlich zu sehen, dass Pogacar sie nicht geschlagen hatte."
Insbesondere deshalb, weil Seriensieger Pogacar nicht dafür bekannt ist, Erfolge zu verschenken, nicht einmal an eigene Teamkollegen. "Ich werde dafür bezahlt, um zu gewinnen", erklärte der Weltmeister schon mehrfach auf entsprechende Vorwürfe, er zeige sich nicht großzügig genug.
Bei der Tour 2025 kamen zwischenzeitlich sogar Spekulationen auf, er könne versuchen, noch mehr Etappen als im Vorjahr (6) zu gewinnen oder den Rekord an Tagessiegen in einer Ausgabe (8) zu jagen. Zudem scheint auch der Rekord an Tour-Etappensiegen (35) des Briten Mark Cavendish für Pogacar mit seinen bisher 21 Erfolgen ein mögliches Ziel.
Tour: Pogacar zurückgepfiffen?
Doch nach dem Bergzeitfahren auf der 13. Etappe kam kein neuer Sieg mehr dazu, obwohl die mythische Bergankunft am Mont Ventoux oder die Etappe zum Col de la Loze von vielen Beobachtern als klare Ziele des 26-Jährigen ausgemacht worden waren. Auf allen verbleibenden Bergetappen wäre der Sieg für Pogacar zwar in Reichweite gewesen, doch ergriff er die Chancen nicht. Erst auf der Schlussetappe in Paris ging er wieder voll in die Offensive - obwohl er sich dort dem Sturzrisiko nicht hätte aussetzen müssen.
Eine Vermutung zum Hintergrund von Pogacars merkwürdigem Verhalten stellte "Le Temps" in den Raum: Der Dominator sei - von welchen Stellen auch immer - um etwas Zurückhaltung gebeten worden, um so "den Druck um ihn herum, die Dopingverdächtigungen, um ein paar Hektobar zu verringern", so der Tour-Insider der Schweizer Zeitung. Pogacar sei davon nicht begeistert gewesen, was zu seinen wenig euphorischen Auftritten gegenüber der Presse in der Schlusswoche passen würde.
Pogacars Teammanager Matxin Fernandez erklärte seinerseits im Gespräch mit der spanischen Sportzeitung "as", es sei für seinen Star ebenso wie für das Publikum "langweilig" gewesen, aber man habe das Gelbe Trikot nur noch verteidigen müssen und auf Konstanz gesetzt.
"Warum sollte Tadej in La Plagne so früh attackieren wie in Hautacam? Er hatte schon vier Etappensiege, war in der Gesamtwertung vorne und vielleicht hat der Mangel an Konkurrenz uns alle etwas gelangweilt", so der Spanier.
Das mag sein, die Auftritte von Pogacar im Vorjahr mit drei Etappensiegen auf den letzten drei Etappen der Tour und bei seinem Giro-Siegeszug sprechen jedoch eine andere Sprache.
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Quelle: Eurosport
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