Tour de France: Tadej Pogacars Teamchef Mauro Gianetti nimmt Stellung zu Doping-Fragen und bestreitet EPO-Missbrauch

Tadej Pogacar dominiert die Tour de France auch 2026 nach Belieben und hat bei seinem Sieg in Alpe d'Huez den Rekord für den berühmten Anstieg gebrochen: Über eine Minute war er schneller als einst Marco Pantani im Jahr 1995. In genau jener Saison wurde Pogacars heutiger Teamchef Mauro Gianetti plötzlich mit 31 Jahren vom soliden Profi zum Siegfahrer bei Toprennen. Nun stellt er sich Fragen dazu.

Pogacar reagiert exklusiv auf Dopingkontrolle in der Nacht

Quelle: Eurosport

Die fragwürdige Vergangenheit seines Teamchefs Mauro Gianetti überschattet die Karriere von Tadej Pogacar schon seit Jahren. Ob als Fahrer oder als Teamchef - den Schweizer begleiten Fragen, denen er seit Jahrzehnten meist ausweicht.
Nun stellte er sich im Gespräch mit der französischen Sportzeitung "L'Équipe".
Schon seine aktive Karriere verlief ungewöhnlich: Nach fast zehn Saisons auf überschaubarem Leistungsniveau wurde Gianetti 1995 im Team Polti plötzlich zum Sieger des Monuments in Lüttich und des Klassikers Amstel Gold Race, ein Jahr später kam WM-Silber und ein 13. Gesamtrang bei der Vuelta hinzu.
Doch trotz aller Gerüchte über die Hintergründe dieser Leistungsexplosion mitten in den verseuchtesten Jahren hat Gianetti heute eine klare Antwort auf die Frage, ob er damals das Blutdopingmittel EPO benutzt habe: "Nein". Er beschränkt sich auf die Aussage, er "habe das alles gesehen, es war eine besondere Zeit".
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Mauro Gianetti (l.) gewinnt 1995 das Amstel Gold Race

Fotocredit: Getty Images

Gianetti lag 1998 tagelang im Koma

Im Jahr 1998 musste Gianetti während der Tour de Romandie plötzlich ins Krankenhaus gebracht werden und lag drei Tage im Koma - vermutet wird als Ursache der Missbrauch der riskanten Dopingsubstanz PFC. Bis heute will er sich zu den Hintergründen nicht äußern, sondern beschränkt sich auf die Aussage: "Das ist eine persönliche Frage, was ich zu sagen habe, ist bereits gesagt gewesen."
Festzuhalten bleibt dennoch: Gianetti wurde nie positiv getestet, nie verurteilt oder gesperrt. Auch nicht im Rahmen seiner Tätigkeit als Teamchef der Mannschaft Saunier Duval (2004-2008), die einst die Tour de France 2008 nach den Dopingfällen ihrer Topfahrer verlassen musste. Unter seiner Verantwortung wurden Riccardo Ricco, Leonardo Piepoli und Juan José Cobo positiv getestet.
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Riccardo Ricco wird bei der Tour de France 2008 von der Polizei abgeführt

Fotocredit: Getty Images

Zweifel an Pogacar "egal in wlechem Team"

Doch dazu findet Gianetti auch heute noch nur sehr allgemeine Worte: "Ich habe Menschen vertraut, die es nicht verdient hatten. Ich habe den Fehler begangen, sie in mein Team zu holen."
Einen Fehler sieht er auch in seinem Umgang mit der Affäre damals: "Ich hätte anders reagieren sollen, offener zu den Medien sein - erklären, dass ich ein Opfer war. Meine Priorität war, die Arbeitsplätze von 70 Leuten zu sichern. Wir wissen nicht, was unsere Kinder tun, wenn sie in ihrem Zimmer sind - man weiß auch nicht, was die Fahrer zu Hause tun. Ich hatte in Italien eine Klage gegen die Fahrer eingereicht, wegen derer ich Sponsoren verloren und die meine Reputation beschädigt haben."
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Mauro Gianetti (r.) - Teamchef von Tadej Pogacar bei UAE

Fotocredit: Getty Images

Gianetti ist bewusst, dass der diskutable Umgang mit seiner Vorgeschichte als Fahrer wie Teamchef weiter auch das Bild seines heutigen Stars Pogacar beeinflusst. Aber angesichts der Dominanz des Slowenen sei dies nur begrenzt zu ändern: "Egal wie, Tadej ist so stark, dass es egal in welchem Team Zweifel an ihm gäbe."
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So laufen die Dopingkontrollen: "Können jeden Fahrer jederzeit testen"

Quelle: Eurosport


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