Eintritt in Alpe d'Huez? Ex-Radprofis wollen Fans zur Kasse bitten - Filippo Pozzato unterstützt Jérôme Pineau

Dem Radsport steht eine kontroverse Diskussion über neue Finanzierungsmodelle bevor. Auslöser war ein Vorschlag des ehemaligen französischen Profis Jérôme Pineau, der bei "RMC Sport" angeregt hatte, auf den letzten Kilometer ausgewählter Etappen der Tour de France - wie etwa bei der Ankunft in Alpe d'Huez - die Zuschauer für den Zugang zahlen zu lassen. Nun erhält Pineau prominente Unterstützung.

Letztmals ging es bei der Tour de France 2022 nach Alpe d'Huez

Fotocredit: Getty Images

Der frühere italienische Klassiker-Spezialist Filippo Pozzato pflichtet Pineau jetzt bei. "Unser wirtschaftliches Modell ist nicht mehr tragfähig", sagte Pozzato dem Portal "Cyclingpro".
"Wir sind die einzige große Sportart ohne Eintrittsgelder. Wenn der Radsport überleben will, müssen wir unabhängiger und nachhaltiger werden", ergänzte der frühere Sieger von Mailand - Sanremo, der Hamburger Cyclassics und zweier Tour-Etappen.
Der 44-Jährige, der nach seiner aktiven Karriere inzwischen Rennen in Italien organisiert, hat ein solches System bereits bei der Veneto Classic eingeführt.
Dort wird an einem Anstieg, der sechs Mal gefahren wird, ein Eintrittspreis von rund zehn Euro verlangt - im ersten Jahr inklusive eines Bieres. "Am Anfang wurde ich beleidigt, man hielt mich für elitär", berichtete Pozzato. "Aber heute sind die Reaktionen durchweg positiv. Die Zuschauer verstehen, dass sie für ein Erlebnis bezahlen - nicht nur für das Rennen selbst. Für ein Amateurfußballspiel zahlt man 15 Euro, warum also nicht für die besten Fahrer der Welt bezahlen?"

Pozzato für gerechtere Verteilung von TV-Einnahmen

Neben Eintrittsgeldern spricht sich Pozzato auch für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen aus. Bislang fließen die Erlöse vor allem an große Veranstalter wie die Amaury Sport Organisation (ASO), die unter anderem Tour de France und Vuelta a Espana ausrichtet.
"Wenn ich für den Giro oder die Tour verantwortlich wäre, würde ich die TV-Gelder mit den Teams teilen", so Pozzato. "Man würde kurzfristig Geld verlieren, aber langfristig den gesamten Sport stärken."
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Zweimal Alpe d'Huez: Die Tour-Strecke 2026 von Barcelona nach Paris

Quelle: Eurosport


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