Tour de France 2026: Fragezeichen hinter Etappensieg von Remco Evenepoel - wollte Tadej Pogacar nicht gewinnen?

Der Tagessieg von Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) auf der 15. Etappe der Tour de France 2026 war eine Überraschung - vor allem weil sich der beligsche Starfahrer im kniffligen Schlussanstieg gegen Tadej Pogacar und Isaac Del Toro (je UAE Team Emirates-XRG) durchgesetzt hatte. Neben der Stärke Evenepoels sei laut Pogacar auch ein Missverständnis mit Del Toro dafür verantwortlich gewesen.

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Quelle: Eurosport

"Ich habe mich für Isaac eingesetzt - für das Weiße Trikot und die Gesamtwertung, weil er normalerweise alles für mich macht", wurde der Gesamtführende der Tour de France von "Cyclingnews" zitiert.
Dieser Plan ging zum Teil auf: Del Toro eroberte das Weiße Trikot und rückte im Gesamtklassement auf Rang drei vor. Einzig Evenepoel bekam das UAE-Duo nicht in den Griff: Der zweimalige Olympiasieger setzte sich im Zielsprint am Plateau de Solaison ab und schnappte sich den dritten Tour-Etappensieg seiner Karriere.
"Es gab ein kleines Missverständnis. Ich wollte, dass er den Sprint fährt, stattdessen hat er angegriffen. Ich glaube aber, dass er nach dem Sturz etwas an Selbstvertrauen verloren hatte", so Pogacar. "Ich habe versucht, ihn zum Sieg zu bringen, aber bei so vielen Menschen am Anstieg ist die Kommunikation wirklich schwierig."

Voigt: "Vielleicht wollte Tadej tatsächlich nicht"

Gerade in so hitzigen Momenten kommt ein Missverständnis zwischen Teamkollegen schnell zustande. Trotzdem blieb die Frage offen, warum Pogacar bei der Attacke von Evenepoel auf dem letzten Kilometer nicht in seiner üblichen Manier mitgegangen ist.
"Vielleicht wollte Tadej tatsächlich nicht", mutmaßte Eurosport-Experte Jens Voigt. "Das kann eine Kombination aus vielen Ursachen sein: Zwei harte Wochen, der Druck durch das Gelbe Trikot und nicht zuletzt der Schlafmangel wegen der nächtlichen Dopingkontrolle."
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Quelle: Eurosport

Letztere könnte Pogacar aus dem Rhythmus gebracht haben. "Vielleicht war er deswegen nicht ganz frisch und konzentriert, weil er nicht so viel Schlaf hatte", so Voigt weiter. "Und möglicherweise wollte er ein bisschen Ruhe haben, weil er am Freitag in Alpe d'Huez den Sieg holen will."
David Millar, ehemaliger Radfahrer und heutiger Host des Podcasts "For The Love of Cycling", schaltete sich ebenso in diese Diskussion ein. "Remco eröffnete den Sprint, Pogacar setzte nach, größtenteils aber nur im Sitzen", sagte er. "Er entschied sich bewusst gegen einen Sprint."
Eine Herangehensweise, die ungewöhnlich für den slowenischen Superstar sei. "Er war nicht im Modus, unbedingt gewinnen zu wollen. Stattdessen befand er sich in einer defensiven Helferrolle und arbeitete für seinen Teamkollegen", analysierte Millar.

Pogacar: "Am Ende war Remco einfach stärker"

Die Variable namens Evenepoel dürfe man aber nicht außer Acht lassen.
"Oder die beiden waren einfach ein bisschen müde. Immerhin sind sie auch spektakulär gefahren, sodass sie im Sprint nicht mehr mitgehen konnten. Und Remco scheint immer besser in Form zu können", merkte Voigt an.
Pogacar wollte seinem Konkurrenten den Tagessieg jedenfalls nicht schlechtreden. "Ich bereue nichts. Am Ende war Remco einfach stärker. Er hat den Sprint sehr früh eröffnet und ich hatte keine passende Antwort darauf", meinte der viermalige Gesamtsieger. "Insgesamt war es ein guter Tag. Auch ohne den Etappensieg können wir zufrieden und stolz auf unsere Leistung sein."
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Quelle: Eurosport


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