Tour-Geschichte(n): Floyd Landis am Boden, Fan-Crash in Alpe d'Huez, deutscher Doppelsieg, afrikanische Premiere
Die Geschichte der Tour de France steckt voller Highlights, Dramen, Tiefpunkte: Wir blicken in unserer täglichen Serie zurück auf besondere Momente, die sich am 19. Juli jähren und deren Bilder uns oft noch vor Augen sind - und auf spezielle Tour-Höhepunkte aus deutscher Sicht. Heute u.a. mit Floyd Landis, Vincenzo Nibali, Andre Greipel, Robert Hunter, Pedro Delgado oder Udo Bölts.
Floyd Landis nach seinem Einbruch bei der Tour de France 2006
Fotocredit: Getty Images
Der 19. Juli - kein Tour-Tag wie jeder andere:
Ein Gelbes Trikot in größten Schwierigkeiten gibt es am 19. Juli 2006: Auf der 16. Etappe zur Bergankunft der Tour de France in La Toussuire bricht Spitzenreiter Floyd Landis völlig ein - Bilder, die man bei der Tour ewig nicht mehr gesehen hatte.
Der Phonak-Profi verliert als 23. des Teilstücks über zehn Minuten und scheint den Tour-Sieg abschreiben zu müssen: Er rutscht auf Rang acht mit acht Minuten Rückstand ab.
Doch nur einen Tag später schlägt er mit einem unglaublichen Solo auf der letzten Bergetappe zurück, holt im Zeitfahren später Gelb zurück und steht in Paris ganz oben auf dem Podium - die wahre Geschichte seiner Leistungen sollten wir einige Jahre später erfahren.
Schwere Stürze sind leider auch an diesem Tour-Tag ein Thema. Im Jahr 2018 erwischt es Vincenzo Nibali im Tumult hinauf nach Alpe d'Huez:
Der Italiener bleibt mit seinem Lenker am Band der Fotokamera eines Fans hängen, quält sich zwar mit geschundenem Rücken noch ins Ziel, muss das Rennen dann aber mit einem Wirbelbruch beenden.
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Vincenzo Nibali stürzt in Alpe d'Huez bei der Tour de France 2018
Fotocredit: Imago
Ein großer Skandal ist mit dem 19. Juli 1988 verbunden, auch wenn der damals betroffene Spanier seinen Tour-Sieg nicht verliert. Diesmal ist es Pedro Delgado, der einen positiven Test abliefert - die Kunde verbreitet sich an jenem Dienstag in Bordeaux wie ein Lauffeuer im Tour-Tross.
Der Rest der letzten Tour-Woche ist von den Diskussionen um das Gelbe Trikot überschattet, dessen Glanz urplötzlich dahin ist. Weil das gefundene Mittel noch nicht von der UCI verboten ist (wohl aber vom IOC), wird Delgado dann doch als Tour-Sieger geehrt.

Pedro Delgado im Gelben Trikot bei der Tour de France 1988
Fotocredit: Getty Images
Einen deutschen Doppelsieg gab es 2015 am 19. Juli: Auf der 15. Etappe nach Valence kann auch ein Berg der 2. Kategorie einen Massensprint nicht verhindern.
André Greipel setzt sich vor John Degenkolb durch und feiert bereits seinen dritten Etappenerfolg bei jener Tour. Degenkolb hingegen muss noch drei Jahre auf seinen ersten Tour-Etappensieg warten ...

Tour de France 2015: Andre Greipel siegt vor John Degenkolb
Fotocredit: Getty Images
Telekom-Fahrer in den Top Ten der Tour gab es auch schon vor Bjarne Riis und Jan Ullrich, auch wenn das manche Fans schon vergessen haben. Doch Jens Heppner als Zehnter 1992 und Udo Bölts als Neunter 1994 sollen nicht unterschlagen werden. Den Grundstein für sein gutes Gesamtklassement legt Bölts am 19. Juli, als er bei der Ankunft in Alpe d'Huez Dritter wird und einige Minuten auf die Favoriten herausholt.
Szenenapplaus in Alpe d'Huez gibt es an jenem Tag aber auch für den Mexikaner Miguel Arroyo. Der Pechvogel vom Chazal-Team muss fast einen halben Kilometer mit seinem defekten Rad in der Hand bis ins Ziel rennen ....

Udo Bölts bei der Tour de France im Telekom-Trikot
Fotocredit: Imago
Schließlich ist der 19. Juli auch ein historischer: Im Jahr 2007 wird da der erste Etappensieg eines Südafrikaners in den Geschichtsbüchern vermerkt. Die 11. Etappe nach Montpellier wird zum großen Tag von Robert Hunter vom Barloworld-Rennstall. Die Top-Sprinter sind abgehängt, als noch 80 Fahrer vor dem Rugby-Stadion um den Sieg kämpfen.
Hunter setzt sich gegen Fabian Cancellara durch - und an selber Stelle wird sechs Jahre später mit Daryl Impey der erste Südafrikaner Gelb übernehmen.
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Jubel bei Robert Hunter bei der Tour de France 2007
Fotocredit: Getty Images
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