Tour de France 2026: Max Kanter verpasst ersten deutschen Tagessieg seit fünf Jahren - Olav Kooij triumphiert im Sprint

Max Kanter (XDS Astana) hat den ersten deutschen Tagessieg bei der Tour de France seit fünf Jahren denkbar knapp verpasst. Am Mittwoch musste sich der 28-Jährige im Zielsprint der 5. Etappe nur Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) geschlagen geben. Hinter dem Deutschen folgten unter anderem die hoch gehandelten Sprint-Stars Tim Merlier (Soudal Quick-Step) und Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech).

Highlights: Erste Flachetappe endet mit Premierensieger

Quelle: Eurosport

Für Kanter ist es bei seinem Tour-Debüt ein großer Erfolg in Pau, wo der deutsche Rekord-Etappengewinner Marcel Kittel 2017 seinen 14. und letzten Etappensieg gefeiert hatte. Nils Politt von UAE Team Emirates-XRG hatte 2021 den bislang letzten deutschen Etappensieg bei der Tour de France eingefahren.
Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte Torstein Träen (Uno-X Mobility) erfolgreich.
Der Norweger liegt weiterhin 28 Sekunden vor dem US-Amerikaner Sean Quinn (EF Education-Easy Post), dahinter folgen Mathias Vacek (Lidl-Trek/+3:50 Minute) sowie die zeitgleichen Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG/+7:53) und Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe/+8:46) ist unverändert Elfter.
Mads Pedersen (Lidl-Trek), der am Vortag im südfranzösischen Foix triumphiert hatte, verteidigte derweil das Grüne Trikot.

Solo-Held Veistroffer wird abgefangen

Zunächst war wenig los. Bei erneut großer Hitze ließ es das Peloton auf den 158,3 weitgehend flachen Kilometern ruhig angehen. Auch die frühe Attacke des Franzosen Baptiste Veistroffer schien kaum einen Fahrer zu interessieren - und so sollte der Mann von Lotto Intermarché lange Zeit den Alleinunterhalter an der Spitze geben.
Spannend wurde es erst bei der Sprintwertung rund 45 km vor dem Ziel, bei der sich Kanter überraschend den zweiten Platz hinter Veistroffer erspurtete. "Wir wollten einfach mal probieren und ausloten, was möglich ist", sagte der Deutsche im Interview mit Eurosport. "Schon an einem anderen Tag bin ich mitgefahren, habe aber nur wenige Punkte geholt. Ich bin ein konstanter Sprinter und kann immer Top-Platzierungen einfahren - also schauen wir einmal."
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Defekt bremst Vingegaard: Visma-Star muss Verfolgung aufnehmen

Quelle: Eurosport

Das aussichtslose Unterfangen des Führenden Veistroffer, der zwischenzeitlich von einer Verfolgergruppe gejagt wurde, endete schließlich 15 km vor dem Ziel, weil die Teams der endschnellen Männer nach einem lange langatmigen Nachmittag nun ernst machten.
Dort unterstrich Kanter erneut seine Stärken - musste sich aber geschlagen geben. "Mein Team hat einen super Job gemacht", schwärmte er. "Kooij kam mit etwas mehr Speed an, so riss er die Lücke auf. Ich habe versucht in seinen Windschatten zu kommen, aber der Abstand war einfach zu groß. Trotzdem war es ein guter Auftakt für uns. Darauf können wir aufbauen."

Kooij erfüllt sich Tour-Traum

Der Geschmack von Tagessiegen auf Grand Tours war Kooij vor der 5. Etappe derweil nicht fremd, immerhin triumphierte er beim Giro d'Italia bereits dreimal. Der Tagessieg in Pau stellte trotzdem ein Novum für den 24-Jährigen dar.
"Wir haben einige Tage auf diese erste Chance gewartet. Auf Anhieb zu gewinnen ist einfach unglaublich", erklärte Kooij im offiziellen Siegerinterview. "Das bedeutet mit sehr viel. Nach einem schwierigen Frühling habe ich an mich geglaubt und bin zurückgekommen."
In der Schlussphase kamen gleich mehrere Fahrer zu Fall und sorgten für zusätzliche Hektik im Feld, Jonas Vingegaard war als einzige Topfahrer beteiligt. Der Däne blieb so weit unverletzt und verlor keine Zeit. "Bis zum Finale war es ein unaufgeregter Tag, aber beim ersten Sprint der Tour ist jeder immer besonders angespannt. Ich habe mir meinen Weg irgendwie durchgebahnt und als ich die Chance sah, habe ich sie einfach genutzt."
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Kooij nutzt erste Sprint-Chance - Sturz reißt Feld auseinander

Quelle: Eurosport

Immerhin: Am Donnerstag wird es nicht erst am Ende spektakulär werden - auf der sechsten Etappe, dem einzig echten Pyrenäen-Teilstück wartet das erste ganz große Highlight der Tour.
Es stehen mit dem Col d'Aspin und dem Tourmalet zwei legendäre Giganten auf dem Programm. Die Entscheidung um den Tagessieg, um den auch die Favoriten kämpfen könnten, fällt am nur wenig steilen Schlussanstieg zum Felsenkessel Cirque de Gavarnie.
(mit SID)
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"Besser kann man es nicht machen": Lob für Lidl-Taktik

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