Tour de France: Paul Seixas "kennt jetzt Tadej Pogacars Hintern" - Kritik an Tour-Debüt des französischen Teenagers
VonJan Zesewitz
Publiziert 02/08/2026 um 16:16 GMT+2 Uhr
Paul Seixas war bei der Tour de France 2026 mit 19 Jahren der jüngste Starter seit fast 90 Jahren. Bei seinem Debüt erreichte er prompt Rang vier - und nährte weiter die Hoffnungen der Franzosen auf einen einheimischen Tour-Sieger. Lob und hohe Erwartungen erhält Seixas nicht erst seit seinem Debüt bei der Frankreich-Rundfahrt von allen Seiten. TV-Experte Cyrille Guimard sieht es etwas anders.
Siege und Show: Die besten Szenen von Pogacar bei der Tour 2026
Quelle: Eurosport
"Man verliert keine Zeit, wenn man geduldig ist", sagte der Ex-Profi bei "Cyclism’Actu". "Er fährt eine Tour, von der man weiß, dass es einen Fahrer gibt, der alles dominiert, und zwei oder drei Fahrer, die mindestens auf seinem Niveau oder sogar stärker sind. Was hat er bei dieser Tour gelernt?"
Seixas hatte nach seinem ersten Auftritt bei der Grand Tour 11:56 Minuten Rückstand auf Tadej Pogacar. "Wir werden weiter hart arbeiten, in den nächsten Jahren so viel wie möglich zu gewinnen, bis er alle zerstört", sagte der slowenische Dominator nach seinem Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich über den Youngster, der hinter Pogacar Zweiter bei dem Monument wurde.
Guimard hielt den Lerneffekt in Frankreich für Seixas überschaubar: "Er kennt Pogacars Hintern und Isaac Del Toros Hintern sehr gut", sagte der 79-Jährige. "Er hat seine Tour im Windschatten von Pogacar und Del Toro verbracht. Die kennt er jetzt auswendig, ihren Tritt kennt er auswendig", spottete Guimard. "Und dann? Er hat gelernt, dass es hart ist? Dafür muss man keine Tour fahren, um zu lernen, dass es hart ist."
Laut dem Ex-Profi (sieben Tour-Etappensiege) wäre für Seixas etwas mehr Geduld ratsam gewesen. Er hätte mit einer Teilnahme warten sollen, bis er so weit sei, die Tour zu gewinnen. Dass das irgendwann passieren könnte, ließe sich bisher noch nicht absehen. "Die Bilanz ziehen wir in zehn Jahren", sagte Guimard.
"Nehmen Sie Juan Ayuso", legte der Franzose noch einmal nach. "Im gleichen Alter wurde er 2022 Dritter der Vuelta. Heute wird er an jedem großen Berg abgehängt." Vier Jahre später wurde der Spanier immerhin Siebter bei der Tour de France.
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Quelle: Eurosport
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