Tour de France 2026: Red-Bull-Doppelspitze Florian Lipowitz und Remco Evenepoel getestet - Drei Dinge, die auffielen
VonJan Zesewitz
Update 14/07/2026 um 23:26 GMT+2 Uhr
Die 10. Etappe der Tour de France bestätigte die Kräfteverhältnisse - zumindest ganz oben im Klassement. Tadej Pogacar feierte seinen dritten Etappensieg und revanchierte sich damit für eine Niederlage gegen Jonas Vingegaard vor zwei Jahren. Hinter dem Slowenen bleibt es eng - und das Red Bull-Spitzenduo Florian Lipowitz und Remco Evenepoel steckt mittendrin. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Pogacar erstürmt Le Lioran - Evenepoel als Stehaufmännchen
Quelle: Eurosport
Niemand versuchte auch nur, der Attacke Pogacars am Col de Pertus zu folgen. In einem unwirklichen Tempo schloss er zu Spitzenreiter Richard Carapaz auf und ließ den Ecuadorianer prompt stehen.
Im Ziel betrug sein Vorsprung 32 Sekunden auf den ersten Verfolger Evenepoel, der am letzten Anstieg noch in Schwierigkeiten war, zur Verfolgergruppe aufschloss und den Sprint für sich entscheiden konnte.
Dahinter verlor Vingegaard 44 Sekunden und liegt als nächster "Verfolger" zu Pogacar 3:36 Minuten zurück. "Meine Beine werden immer besser und ich freue mich auf die längeren Anstiege", sagte der Däne am Eurosport-Mikrofon.
Während der Weltmeister und Titelverteidiger unanfechtbar wirkt, entbrennt dahinter ein Sekunden-Kampf ums Podium.
Drei Dinge, die auf der 10. Etappe auffielen:
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Pogacar unantastbar am Nationalfeiertag - Vingegaard verliert Zeit
Quelle: Eurosport
1. Chance vertan? Red Bull-Doppelspitze mit Bewährungsprobe
Nach Evenepoels Beschwerde in Richtung seines Co-Kapitäns Lipowitz hielten bei Red Bull-Bora-hansgrohe Fahrer, Teamchef Ralph Denk und die sportliche Leitung an der Doppelspitze fest. Im Zentralmassiv folgte nun die erste echte Bewährungsprobe nach den ersten Spannungen.
Ergebnis: Entscheidung vertagt. Der Deutsche wirkte erneut als der stärkere Fahrer im Anstieg. Am letzten Berg vor dem Ziel musste Evenepoel eine Lücke aufgehen lassen. Die Gruppe um Vingegaard, Lipowitz, Paul Seixas und das Lidl-Trek-Duo Juan Ayuso und Mattias Skjelmose hatte derweil die Chance, den Podiums-Konkurrenten Isaac Del Toro in der Gesamtwertung weiter abzuhängen.
"Ich habe gehört, dass zu Remco hinten die Lücke aufging", sagte Lipowitz im Etappenziel. "Dann blieb mir natürlich nichts anderes übrig als zu warten und zu hoffen, dass er wieder zurückkommt. Das hat er geschafft und den zweiten Platz gemacht, was mich natürlich sehr freut."
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Verpasste Chance? Red-Bull-Doppelspitze im Zentralmassiv intakt
Quelle: Eurosport
Bei Eurosport-Experte Robert Bengsch sorgte diese Aussage für Verwunderung: "Das war eine Riesenchance, um Del Toro Zeit mitzugeben", sagte er im Velo Club.
Der Tour-Dritte des vergangenen Jahres fuhr nicht mehr durch die Führung, Evenepoel kam zurück und wurde Zweiter. Der sportliche Leiter des deutschen Teams verteidigte die Entscheidung: "Die Lücke zu Pogacar hätten wir dann nicht mehr schließen können. Wir wollen uns beide Optionen offen halten und die beste Möglichkeit zur Unterstützung für Florian war es dann, am Hinterrad zu bleiben."
Die Doppelspitze bei Red Bull bröckelte, aber durch die Team-Taktik sprang schließlich Platz zwei heraus, Del Toro verlor eine Minute. Die zweifache Leaderrolle bleibt also - vorerst - intakt.
2. Pogacar betreibt Wiedergutmachung in Le Lioran
Zeitreise zurück ins Jahr 2024. Pogacar fuhr in Gelb und über den Pas de Peyrol und den Col de Pertus einem zweiten Tagessieg entgegen. Vingegaard, gerade rechtzeitig von einem Horrorsturz bei der Baskenland-Rundfahrt genesen, schloss zum Slowenen auf und besiegte ihn in einem Sprint a deux in Le Lioran.
Das Finale der 10. Etappe war identisch zu diesem. Und natürlich hatte sich Pogacar diesen Tag schon vor Monaten rot im Kalender angestrichen. "Wir haben diese Etappe schon lange im Visier", gestand er im Sieger-Interview. "Und es stimmt, dass mich Jonas hier vor zwei Jahren fair geschlagen hat. Ich war heute wie damals ähnlich fertig im Ziel."
Diesmal ließ der Dominator niemanden zurückkommen, das stellte er mit seiner Attacke einen Kilometer vor dem Gipfel des Col de Pertus klar. 45 Sekunden holte er auf Carapaz auf diesem Kilometer auf und baute den Vorsprung gegen seine Verfolger bis kurz vor dem Ziel weiter aus.
Und dann fand Pogacar auch noch Extra-Motivation: "Die Fans waren toll heute", sagte er. "Auch wenn auch einige Buh-Rufe dabei waren. An alle, die gebuht haben: Danke euch, das hat uns Extra-Power gegeben." Als ob er die bräuchte.
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Pogacar attackiert - niemand kann dem Mann in Gelb folgen
Quelle: Eurosport
3. Keine Chance für Ausreißer - aber Carapaz beweist Mut
Pogacars Team war wild entschlossen, dem Chef diesen Tagessieg zu ermöglichen. Das UAE-Team ließ den Ausreißern keine Luft zum Atmen.
25 Fahrer setzten sich nach einem langen Kampf um die Gruppe ab, sie arbeitete gut zusammen und war mit Mathieu van der Poel, Ben Healy, Marc Hirschi, Romain Gregoire und Co. prominent besetzt. Mehr als 1:30 Minuten Vorsprung bekamen sie nie.
38 Kilometer vor dem Ziel wurde mit Javier Romo der letzte Ausreißer eingeholt. Die Konkurrenz schien die Waffen zu strecken gegen die UAE-Übermacht. Außer einer: Richard Carapaz. Der attackierte unmittelbar nach Romos Flucht-Ende und erarbeitete sich eine Minute Vorsprung.
Am Col de Pertus gab es einen Funken Hoffnung für Carapaz, die Pogacar binnen einem einzigen Kilometer zunichtemachte. Trotzdem: Der Ecuadorianer bewies Mut und scheut sich nicht davor, den Slowenen herauszufordern.
So auch bei der Tour de Suisse. Auf der 1. Etappe war er der einzige, der gegen den Dominator bei dessen 70-Kilometer-Solo aufbegehrte. Fahrer mit dieser Mentalität braucht es in den kommenden beiden Tour-Wochen mehr.
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Pogacar bedankt sich für Buh-Rufe: "Das gibt uns mehr Energie"
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Pedersen gegen Kanter: Packendes Duell am Zwischensprint
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