Tour de France: Armstrong-Jäger David Walsh reagiert auf Zweifel an Tadej Pogacar - "Gebt mir einen Grund ..."

Mit Tadej Pogacar erlebt die Tour de France einen Dominator, wie es ihn schon seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat. Sein enormer Vorsprung gegenüber der starken Konkurrenz um Jonas Vingegaard wirft bei Fans wie Fachleuten immer wieder Fragen auf und ruft Skepsis hervor. Der Journalist David Walsh, einst als "Armstrong-Jäger" bekannt geworden, blickt auf die Leistungen des Slowenen.

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Quelle: Eurosport

"Ich berichte seit 1982 von der Tour", erklärte Walsh im Interview mit dem "Cycling Podcast". "Ich habe die verschiedenen Äras gesehen und ich weiß, es klingt ein wenig dramatisch - aber ich bin froh, dass ich lange genug dabeigeblieben bin, um Pogacar zu sehen. Ich habe es nie mehr genossen, einen Champion siegen zu sehen."
Der irische Sportreporter outete sich im Podcast also als großer Bewunderer des Slowenen. Parallelen zur Dominanz von Lance Armstrong, dem er schon lange vor dessen Doping-Geständnis auf die Schliche kam, sieht Walsh nicht.
"Ich verstehe jeden, der eine andere Meinung hat. Meine Sicht ist, dass Pogacar der Größte ist, den wir je gesehen haben", schwärmte der 71-Jährige. "Er macht seine Dominanz aufregend. An alle, die Vorbehalte haben, wie er so gut sein kann: Gebt mir einen Grund, der nicht nur reines Bauchgefühl ist: Gebt mir einen ernsthaften Beweis, dem es lohnt, nachzugehen."
Im Unterschied dazu habe es in den Jahren der Armstrong-Ära von 1999 bis 2005 zahlreiche Hinweise, Aussagen und Indizien gegeben, dass dessen Leistungen nicht mit legalen Mitteln zustande kamen. Bei Pogacar sei dies nicht der Fall.
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Der Dominator der Tour de France: Tadej Pogacar

Fotocredit: Getty Images

Walsh verteidigt Pogacars Leistungen

Walsh ist bekannt als kritische Stimme im Radsport. Der Reporter der "Sunday Times" begleitet die Tour seit über 40 Jahren und ist durch seine Investigativ-Recherchen zu Lance Armstrong einst berühmt geworden. Mit mehreren Büchern griff der Ire den Texaner frontal an, bezichtigte ihn des Dopings und erhielt Jahre später durch das Geständnis des US-Stars die Bestätigung, mit seinen Anklagen auf der richtigen Spur gewesen zu sein.
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Lance Armstrong bei der Tour de France 2004

Fotocredit: Getty Images

Die Tour de France 2026 begleitet Walsh vor Ort und beobachtet die Dominanz Pogacars aus nächster Nähe. Schon am ersten Ruhetag hatte der Slowene fast drei Minuten Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger Vingegaard.
Der Grund für die Dominanz liege im Ausnahmetalent Pogacars, sagte der Ire. Pogacars Aufstieg sei so linear erfolgt, dass er schon im Junioren-Bereich mit Doping in Kontakt gekommen sein müsse, um solch eine Entwicklung zu nehmen, mutmaßt Walsh und verwirft diese Hypothese. Auch der Kontakt zu Verantwortlichen mit Doping-Vergangenheit, wie Teamchef Mauro Gianetti, ist für Walsh ein Ding der Vergangenheit.
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Tadej Pogacar und Mauro (l.) bei der Tour de France 2025 in Paris

Fotocredit: Getty Images

"Schau, wenn mein Vater ein Krimineller gewesen wäre, hättest du dann auch Vorbehalte mir gegenüber?", reagiert der Journalist auf eine entsprechende Nachfrage. "Er hat damals getan, was er getan hat, aber das Klima im Radsport hat sich enorm verändert und er hat sich mit verändert." Heute, so Walsh, bräuchte man kein Doping mehr, um die Tour de France zu gewinnen.
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"Einfach dumm": Pogacar zeigt klare Kante gegen Doping

Quelle: Perform


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