Tour de France - Remco Evenepoel und Tadej Pogacar beschweren sich über nächtliche Dopingkontrollen: "Unmenschlich"

Die Dopingkontrollen bei Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar in der Nacht zwischen der 14. und 15. Etappe der Tour de France haben im Fahrerlager und bei Experten hohe Wellen geschlagen. Während Pogacar und Vingegaard die Proben vor der Etappe wegmoderierten, legte der Slowene nach dem Teilstück zum Plateau de Solaison noch einmal nach. Auch Etappensieger Remco Evenpoel echauffierte sich.

Pogacar über Vingegaard-Aus: "Tour wird nicht mehr das Gleiche sein"

Quelle: Eurosport

"Ich kann nicht für die anderen Jungs sprechen, was deren Fokus angeht und wie sie den Wettbewerb managen", sagte der Red Bull-Profi nach seinem Erfolg über die Möglichkeit, dass der folgenschwere Sturz Vingegaards mit der Kontrolle zusammenhängen könnte. "Ich denke nur, dass es sehr respektlos ist, Leute um zwei oder fünf Uhr morgens zu wecken."
Der Belgier forderte konkrete Maßnahmen der Fahrer-Gewerkschaft CPA. "Sie sollten dagegen etwas tun. Es ist unmenschlich, uns zu wecken, wir hatten einen sehr langen Transfer und das ist einfach respektlos. Wir sollten das nicht akzeptieren."
Nächtliche Dopingkontrollen sind in Frankreich seit 2016 auch im Zeitfenster zwischen 23:00 und 6:00 Uhr zulässig, aber de facto selten. Im dafür relevanten Reglement wird präzisiert, dass für eine nächtliche Kontrolle konkrete Verdachtsmomente vorliegen müssen. Wie diese im Fall von Pogacar und Vingegaard ausgesehen haben könnten, blieb bislang offen.

Pogacar über Kontrollen: "Finde ich sehr unmenschlich"

Der Mann im Gelben Trikot fühlte vor allem mit seinem verletzten Rivalen Vingegaard und ging dabei auch erneut auf die Kontrollen ein: "Es war ein harter Tag für Jonas", sagte Pogacar. "Sie wecken ihn um zwei Uhr morgens, was ich sehr unmenschlich finde und seinen Schlaf ruiniert hat."
Der Slowene akzeptierte aber die Notwendigkeit solcher Tests, wenn sie die Sauberkeit der Fahrer nachweisen könne. "Die Physios waren sehr nett, als sie mich geweckt haben und haben sich entschuldigt", erklärte er. "Es ist nicht deren Schuld, dass sie um diese Zeit kommen mussten. Ich sagte, okay, ich hoffe, dass ich weiterschlafen kann, aber das konnte ich nicht. Es ist komisch, aber ich akzeptiere es, wenn es nötig ist, um zu zeigen, dass wir sauber fahren. Aber es ist ein bisschen scheiße, wenn man nur vier Stunden Schlaf bekommt in der Mitte einer Grand Tour."

Fahrervereinigug übt Kritik

Auch die internationale Vereinigung der Radprofis (CPA) hat Kritik geübt und ein Umdenken gefordert.
"Sportler mitten in der Nacht für eine Dopingkontrolle aus dem Schlaf zu holen, sollte aus Sicht der CPA ernsthaft überdacht werden", hieß es in einer Stellungnahme: "Die Tour de France ist ein Wettbewerb, der außergewöhnliche körperliche Leistungen verlangt. Schlaf und Regeneration sind nicht nur für die Leistungsfähigkeit, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit der Fahrer von entscheidender Bedeutung."
Die Praxis beeinträchtige die Erholung der Athleten und stehe "damit im Widerspruch zu den eigentlichen Zielen im Anti-Doping-Kampf", schrieb die CPA: "Wäre es daher nicht sinnvoller, stärker in wissenschaftliche Forschung und moderne Nachweistechnologien zu investieren, anstatt die Zahl besonders einschneidender unangekündigter Kontrollen weiter zu erhöhen?"
Die CPA wünscht sich, dass der Kampf "noch wirksamer, gezielter und effizienter wird".
(mit SID)
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Highlights: Vingegaards Sturz-Aus überschattet Evenepoel-Coup

Quelle: Eurosport


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