Tour de France - Remco Evenepoel contra Florian Lipowitz: 16 Sekunden und vier Kilo als Unterschied
Der Auftakt der Tour de France verlief für Florian Lipowitz solide, aber nicht perfekt. Der deutsche Hoffnungsträger von Red Bull-Bora-hansgrohe verlor beim Mannschaftszeitfahren in Barcelona 35 Sekunden auf Tagessieger Jonas Vingegaard und büßte am Schlussanstieg zum Montjuic auch einige Sekunden auf Teamkollege Remco Evenepoel ein. Große Sorgen machte sich Lipowitz deshalb jedoch nicht.
Evenepoel hängt Lipowitz ab - Olympiasieger verpasst Bestzeit
Quelle: Eurosport
Der Vorjahresdritte verwies auf den frühen Zeitpunkt der Rundfahrt und bekannte Anlaufschwierigkeiten.
"Viele haben das Problem, direkt zum Anfang bei hundert Prozent zu sein. So ging es mir zumindest", sagte der Laichinger nach der Etappe. "Die Beine waren noch nicht ganz so gut, aber ich bin trotzdem ganz happy. Ich bin froh, dass es losgeht."
Auch den ersten kleinen Zeitverlust auf die Konkurrenz, und auf Teamkollege Remco Evenepoel, wollte Lipowitz nicht überbewerten.
"Ich würde da nicht so viel Wert drauf geben. Am Ende fahren wir drei Wochen Rennen, da kommt es nicht auf ein paar Sekunden an."
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Lipowitz: "Hinter Remco ist es hart"
Am Schlussanstieg hinauf zum katalanischen "Olympiaberg" Montjuic verlor Lipowitz den Kontakt zu seinem einzig verbliebenen Mitstreiter Evenepoel, begrenzte den Schaden als Solist aber noch. Im Ziel lag die deutsche Tour-Hoffnung 16 Sekunden hinter seinem Co-Kapitän Belgier und 35 Sekunden hinter Tagessieger Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), der den italienischen Zeitfahrspezialisten Filippo Ganna (0:08 Minuten zurück/Netcompany-Ineos) und seinen Rivalen Tadej Pogacar (+0:12/UAE Team Emirates-XRG) auf die Plätze verwies.
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Vingegaard schlägt Ganna und erobert erstes Gelbes Trikot
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Teamchef Ralph Denk zeigte sich mit der Leistung grundsätzlich zufrieden, in Sachen Zeitverlust seines deutschen Kapitäns hätte es allerdings etwas weniger sein dürfen.
"Auch Florian hat heute eine großartige Leistung gezeigt. Die 35 Sekunden, die er verloren hat, sind aber etwas mehr, als wir uns erhofft hatten", sagte Denk im Team-Podcast.
Lipowitz selbst erklärte die entscheidende Phase nüchtern: "Am Start habe ich mich noch ganz gut gefühlt. Hinter Remco ist es hart. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich habe mich einfach ins Ziel gekämpft. Es war gut zu sehen, dass Remco in guter Form ist."
Ullrich und Aldag: Duell längst nicht entscheiden
Die Tatsache, dass Evenepoel am Berg noch einmal beschleunigen konnte, löste im "Velo Club" bei Eurosport die Diskussion aus, wer bei Red Bull-Bora-hansgrohe den nun der stärkere Fahrer ist. Für Jan Ullrich ist die Antwort nach der ersten Etappe allerdings noch längst nicht gegeben.
"Ich habe sie weiter vorne gesehen und habe gedacht, dass Remco Evenepoel und Florian Lipowitz zusammen im Ziel ankommen", gab der einzige deutsche Tour-Sieger (1997) umwobenen zu. Das Ergebnis des Mannschaftszeitfahrens habe jedoch "nichts damit zu tun, wer nachher im Gebirge der Stärkere ist".
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Evenepoel hängt Lipowitz ab - Ullrich: "Das ist schon einiges"
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Auch Rolf Aldag wollte den Zeitverlust des Deutschen nicht überbewerten. Lipowitz habe aus seiner Sicht genau das gemacht, was in einer solchen Situation notwendig sei.
"Er muss nicht an Evenepoel dranbleiben. Denn wenn es dann einen richtigen Knall gibt, steht er still. Er muss, so bitter es ist, sein Tempo hochfahren und möglichst schnell an der Ziellinie sein, nicht aber an Remco dranbleiben."
Gerade bei einer kurzen, explosiven Belastung wie dem legendären Schlussanstieg in Barcelona sei es wichtiger, innerhalb der eigenen Leistungsgrenzen zu bleiben, als um jeden Preis einem stärkeren Antritt zu folgen.
Aldag nennt Unbekannte bei Evenepoel: "Wenn du das schaffst ..."
Stutzig machte Aldag allerdings eine andere Entwicklung rund um Evenepoel. Der Belgier soll im Vergleich zum Vorjahr rund vier Kilogramm Gewicht verloren haben – ein möglicher Schlüsselfaktor mit Blick auf die schweren Bergetappen der zweiten und dritten Woche.
"Vier Kilo Gewicht macht im Hochgebirge einen Riesenunterschied, wenn du die Kraft mitnimmst. Wenn du das schaffst, also die absoluten Wattzahlen zu halten mit vier Kilo weniger, dann muss man nachdenken."
Genau darin sieht Aldag die entscheidende Unbekannte. Sollte Evenepoel tatsächlich leichter geworden sein, ohne an Leistung einzubüßen, könnte sich die interne Hierarchie bei Red Bull verändern. Noch sieht er die Vorteile an den langen Anstiegen jedoch bei Lipowitz.
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Aldag und Ullrich blicken auf 2. Etappe: "Ein ekliger Anstieg"
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Schon auf der zweiten Etappe könnte es den nächsten Vergleich der Klassementfahrer geben. Die giftigen Anstiege rund um den Montjuic dürften Fahrern wie Tadej Pogacar und Evenepoel eher entgegenkommen als Lipowitz.
Für eine endgültige Antwort auf die Frage nach der Nummer eins beim Raublinger Rennstall dürfte es dennoch zu früh sein. Die entscheidenden Erkenntnisse werden wohl erst die langen Anstiege in den Alpen und Pyrenäen liefern.
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Highlights: Erster Punktsieg für Vingegaard und Visma
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