Tour de France 2026: So funktioniert der neue Modus im Mannschaftszeitfahren - Taktik fordert Teams der Stars

Die Tour de France 2026 startet taktisch anspruchsvoll: Erstmals seit 2019 wird bei der Frankreich-Rundfahrt ein Mannschaftszeitfahren absolviert - und das mit einem speziellen Modus. Denn für die Gesamtwertung zählt dabei die einzelne Zeit eines jeden Fahrers, die Favoriten sind so schon auf der 1. Etappe besonders gefordert. Die Teams haben sich auf die Herausforderung monatelang vorbereitet.

Tour-Strecke, 1. Etappe: Profil und Kurs zum Auftakt in Barcelona

Quelle: Eurosport

Erstmals kommt bei der Tour de France (4. bis 26. Juli live im Stream bei HBO Max) der neue Modus zur Anwendung, der das Zeitfahren zu einer Mischung aus Einzel- und Team-Wettbewerb werden lässt: War früher die Zeit des vierten bzw. fünften Fahrers für die gewertete Zeit des Teams maßgeblich, zählt nun die Zeit des schnellsten Fahrers für die Team-Tageswertung.
Eine große Auswirkung gibt es auch mit Blick auf die Ziele der einzelnen Fahrer. So werden Tadej Pogacar (Team UAE Emirates-XRG), Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike) und Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) mit ihren persönlichen Zeiten für die Gesamtwertung berücksichtigt.
Früher bekam noch jeder Teilnehmer die Zeit seiner eigenen Equipe gutgeschrieben.
Für die Teams bedeutet das: Gehe ich mit dem stärksten Zeitfahrer auf den Tagessieg sowie das Gelbe Trikot und riskiere eventuell einen Rückstand für einen Klassementfahrer? Oder richte ich alles auf den Kapitän aus?
Jens Voigt, der die Strecke in Barcelona vor Ort inspiziert hat, erwartet "wenig klassisches Mannschaftszeitfahren, wo alle Teammitglieder sich gemeinsam die Tempoarbeit aufteilen". Es könne sein, dass manche Rennställe ihren Kapitän sogar bis zum Schlussanstieg komplett schonen: "Das wird ein gigantischer Leadout für die GC-Fahrer", so Voigt, der als Profi sowohl bei Tour de France als auch Giro d'Italia Mannschaftszeitfahren gewonnen hat.

Rätsel bei Tour-Auftakt: Auf wen setzen die Teams?

In der laufenden Saison gab es bereits zwei prominente Testfahrten. Bei Paris - Nizza im März setzte sich etwa Netcompany Ineos (damals Ineos Grenadiers) vor Lidl-Trek durch. Auch bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes Mitte Juni, wo das Visma-Team siegte, waren die unterschiedlichen Herangehensweisen der Mannschaften zu beobachten.
Nur bei drei von 22 Teams - darunter Red Bull-Bora-hansgrohe - kamen die schnellsten beiden Fahrer zeitgleich an. Teilweise lag Fahrer eins anderthalb Minuten vor Fahrer zwei. Für Rennställe mit zwei Kapitänen durchaus ein kniffliges Unterfangen.
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Red Bull-Bora-hansgrohe zählt auf der 1. Etappe der Tour de France 2026 zu den Favoriten

Fotocredit: Getty Images

Red Bull beispielsweise hat im belgischen Olympiasieger Remco Evenepoel den weltbesten Zeitfahrer in seinen Reihen, der Gesamtpodest-Kandidat Lipowitz ziehen, aber auch abhängen könnte.
Die Planung erschwert, dass die ersten 15 der 19,6 km klassisch-flaches Zeitfahr-Terrain sind, es danach aber bergauf geht.

Red Bull hat seine Hausaufgaben gemacht

"Ich finde so ein Zeitfahren cool und viel spannender zum Auftakt als eine klassische Flachetappe", sagt Ralph Denk, Teamchef der deutschen Equipe. "Ich glaube, dass das ein Spektakel wird. Für uns ist das aber deutlich mehr Arbeit, dies vorzubereiten."
Anders als andere Teams - wie etwa Décathon CMA CGM Team rund um Wunderkind Paul Seixas - schickte Denk in Barcelona seinen "Zug" nicht mehr auf die nahegelegene Formel-1-Rennstrecke Circuit de Catalunya, um den Formationsflug bei Höchstgeschwindigkeit zu üben. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte er.
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Im Windschatten von Evenepoel? Denz: "Nicht angenehm"

Quelle: Eurosport

Vor allem der britische Taktik-Guru Dan Bigham (34) als "Head of Engineering" war seit der Streckenpräsentation im Oktober 2025 mit dem Thema befasst, im Januar testete er mit dem Tour-Team den Ernstfall auf Mallorca.
"Die paar Tage davor und der eigentliche Tag selbst werden sehr, sehr streng geregelt, sehr gut organisiert und sehr gut aufeinander abgestimmt sein", sagte Bigham bei "cyclingmagazine.de": "Welchen Fahrer packt man an welche Position? Fährt der physisch stärkste Mann hinter Evenpoel, oder jemand, der mental stark ist?"
So sehr er Bigham auch tüfteln ließ, so gelassen gibt sich Denk: "Es wird definitiv nicht auf Etappe eins die Tour oder das Tour-Podium entschieden", sagt er: "Wir reden hier über Sekunden. Und in der letzten Tour-Woche werden wir dann über Minuten reden."
(mit SID)
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Engelhardt heiß auf Tour-Debüt: "Etwas ganz Besonderes"

Quelle: Eurosport


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