Tour de France, 11. Etappe: Sören Wärenskjold triumphiert im Sprint von Nevers - Ausreißer kurz vor Finale gestellt
Update 15/07/2026 um 20:17 GMT+2 Uhr
Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility) hat sich auf der 11. Etappe der Tour de France 2026 gegen die Sprint-Elite rund um Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) durchgesetzt und sich den Tagessieg gesichert. Nach 161,3 Kilometern zwischen dem Kurort Vichy und Nevers erwischte der Norweger den perfekten Moment und brachte den zweiten Etappensieg seiner Equipe in der Tour-Historie unter Dach und Fach.
Wärenskjold überrascht die Sprint-Elite
Quelle: Eurosport
Der Triumph des 26-Jährigen ist eine kleine Sensation - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Wärenskjold einen Tag zuvor noch als Letzter über die Ziellinie gerollt ist, nachdem er zu Sturz gekommen war.
Nun düpierte er die Top-Sprinter und siegte vor Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team) und zuvor erwähnten Philipsen. Letzterer wurde von der Rennleitung zwischenzeitlich auf den 119. Platz zurückversetzt, die Strafe wurde jedoch wenig später aufgehoben. Pascal Ackermann (Jayco AlUla) belegte als bester Deutscher den zehnten Platz, Max Kanter (XDS Astana Team) folgte auf Rang 18.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h war es die schnellste Straßenetappe in der Geschichte der Tour de France - über alle 113 Austragungen hinweg.
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Das Gelbe Trikot von Spitzenreiter Tadej Pogacar geriet auf dem weitgehend flachen Teilabschnitt an das Ufer der Loire nicht in Gefahr. Der viermalige Gesamtsieger aus Slowenien (UAE Emirates-XRG) hat weiter 3:36 Minuten Vorsprung auf Verfolger Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike). Der Vorjahresdritte Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) ist Sechster (+4:44).
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Wärenskjold: "Das ist einfach unglaublich"
Die Überraschung stand dem Tagessieger ins Gesicht geschrieben. "Ich hatte das Gefühl, dass ich viel zu weit hinten bin", erklärte Wärenskjold im offiziellen Siegerinterview. "Aber plötzlich hat sich auf der rechten Seite aufgetan - genau wie bei meinem Sieg beim Omloop Nieuwsblad vor einem Jahr."
Wie damals besaß der Norweger nun auch in Nevers die nötige Kaltschnäuzigkeit, um diese unerwartete Dynamik im Sprinterfeld für sich zu nutzen. "Das ist einfach unglaublich", schwärmte er.
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Sören Wärenskjold konnte nach dem Tagessieg auf der 11. Etappe der Tour de France sein Glück kaum fassen
Fotocredit: Getty Images
Der Triumph beim Omloop sowie sein Titel im Einzelzeitfahren bei den U23-Weltmeisterschaften 2022 waren bislang die größten Erfolge seiner Karriere. Nun ging ein Kindheitstraum in Erfüllung.
"Das bedeutet mir alles. Als ich zur Tour kam, dachte ich mir: Es gibt zwei oder drei Jungs, die schneller als ich sind. Wenn ich Glück habe und einen guten Sprint zeige, dann ist alles möglich", erinnerte er sich. "Es ist verrückt, dass es nach dem gestrigen Sturz geklappt hat. Am Start habe ich mich echt scheiße gefühlt, dann kam mein Körper auf Touren und im Finale habe ich mich dank des Adrenalins deutlich besser gefühlt."
Quartett wagt eine mutige Flucht
Nach den Hitzetagen der ersten Tour-Hälfte sorgte der verregnete Auftakt zur 11. Etappe für eine willkommene Abwechslung. Das Risiko scheuten die Fahrer auf rutschigem Asphalt nicht, der Kampf um den Sprung in die Fluchtgruppe des Tages wurde mit Vollgas ausgefahren.
Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling Team), Anthon Charmig (Uno-X Mobility), Mathis Le Berre (TotalEnergies) und Nelson Oliveira (Movistar Team) bildeten etwa 150 Kilometer vor dem Ziel ein Ausreißer-Quartett. Mit nur zwei Bergwertungen der 4. Kategorie waren Erfolgsaussichten jedoch praktisch nicht vorhanden.
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Teamfunk bereitet Pogacar Probleme: "Das ist so nervig"
Quelle: Eurosport
Denn das Tempo auf der Express-Etappe blieb auch bei aufklarendem Himmel hoch. Zur Halbzeit lag der Temposchnitt bei über 52 km/h.
Pogacar rollte im Gelben Trikot locker mit, einzig ein Defekt seines Funkgeräts störte den für ihn ansonsten ereignisarmen Tag. Pogacars deutscher Edelhelfer Nils Politt half mit einem Ersatzgerät aus - Pogacar war schnell wieder auf Empfang.
Die großen Namen haben keine Chance
Der frühere deutsche Meister Georg Zimmermann sorgte mit einem Sturz in der Verpflegungszone rund 30 Kilometer vor dem Ziel für einen Schreckmoment.
Der Profi des Teams Lotto-Intermarché stieg wieder aufs Rad, wurde jedoch von den Tour-Medizinern betreut.
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Sturz in Verpflegungszone: Zimmermann hält trotz Schmerzen durch
Quelle: Eurosport
Hektisch wurde es im Kollektiv erst im Finale. Eine Engstelle sechs Kilometer vor dem Ziel nahm das Peloton ohne Zwischenfälle, dann begann die Vorbereitung auf den "Sprint Royal". Die großen Namen wie Tim Merlier wurden von Wärenskjolds Vorstoß düpiert. Der Belgier, der bislang zwei Etappen im Sprint gewonnen hat, kam nicht über den 15. Platz hinaus.
Am Donnerstag bietet sich den Sprintern schon die vermutlich letzte Chance auf einen Tageserfolg. Die 179,1 Kilometer lange zwölfte Etappe von der ehemaligen Formel-1-Strecke in Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône bietet gute Voraussetzungen für einen weiteren Massensprint.
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Quelle: Eurosport
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11. Etappe | FlachetappeVichy → Nevers / 161.3 km
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S. WærenskjoldBeendet
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