Tour de France 2026 - Sturz von Florian Lipowitz: Ralph Denk und Klaas Lodewyck erklären Umgang mit Remco Evenepoel
VonNiklas Bien
Update 22/07/2026 um 11:48 GMT+2 Uhr
Es war ein Tag der gemischten Gefühle für Red Bull-Bora-Hansgrohe bei der Tour de France. Remco Evenepoel holte im Zeitfahren seinen zweiten Etappensieg, Florian Lipowitz stürzte kurz zuvor schwer und brach sich das Schlüsselbein. Teammanager Ralph Denk und der sportliche Leiter Klaas Lodewyck haben den Umgang mit dem Sturz erklärt - und erläutert, warum Evenepoel zunächst nicht informiert wurde.
"Nein, nein, nein!" Lipowitz stürzt schwer im Zeitfahren
Quelle: Eurosport
"Unser sportlicher Leiter Klaas Lodewyck war hinter Remco", sagte Denk am Dienstagabend im teameigenen Podcast "Inside Red Bull-BORA-hansgrohe". Natürlich habe man im Auto "gewusst, was in der Kurve passiert ist. Man sagt es einem Sportler aber nicht", unterstrich Denk.
"Man sagt vielleicht, dass die Kurve ein Stück weit mehr zumacht als in der Besichtigung vermutet: 'Geh nicht volles Risiko, du hast schon 20 Sekunden Vorsprung'", führte der 52-Jährige aus.
Tatsächlich stellte die enge Kurve für einige der Topfahrer eine Herausforderung dar. Tadej Pogacar fuhr mit erheblichem Tempo in die Kurve und rettete sich gerade noch so. "Er hat große Fahrkünste an den Tag gelegt. Sonst hätte er sich auch noch hingelegt", sagte Denk.
Im Umgang mit Evenepoel, der in Evian-les-Bains zwei Fahrer nach Lipowitz den Kampf gegen die Uhr aufnahm, entschied sich das Team in Person von Lodewyck während des Rennes für Zurückhaltung.
So erfuhr Evenepoel von Lipowitz' Sturz
"Wir haben Lipos Sturz gegenüber Remco nicht erwähnt, weil wir bei ihm keine Panik auslösen wollten", erklärte der sportliche Leiter nach dem Rennen bei Eurosport.
"Es ist bitter. Wir haben gemischte Gefühle nach dem Sieg von Remco und der Tatsache, dass wir Florian verloren haben", so Lodewyck weiter.
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Lipowitz-Aus mit Folgen für Red Bull: "Riesenschlag fürs Team"
Quelle: Eurosport
Nach seinem Zieleinlauf erfuhr Etappensieger Evenepoel von dem Unfall seines stärksten Teamkollegen. "Er war selbst ganz schön mitgenommen", berichtete Denk.
"Was aus meiner Sicht eine schöne Geste war: Florian hat Remco vor dem Rennen verabschiedet und ihm viel Glück gewünscht - das war schon ein Indikator, dass die beiden gut harmonieren", betonte Denk mit der Ergänzung, dass das Harmonieren bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nun gezwungenermaßen in der Vergangenheitsform steht.
Evenepoel ab sofort ohne Lipowitz
Lipowitz musste das Zeitfahren abbrechen, die Tour de France ist für ihn nach seinem Schlüsselbeinbruch natürlich beendet.
"Der Sturz nimmt nicht nur Florian mit, sondern das ganze Team inklusive der Rennfahrer", sagte Denk, der in den späten Dopingkontrollen am Montagabend keine Ursache für den Sturz sah.
Evenepoel muss in der dritten Woche ab sofort ohne seinen wichtigsten Helfer auskommen – am Mittwoch führt die Tour mit insgesamt 2200 Höhenmetern von Chambéry nach Voiron.
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