Tour de France: Lipowitz verliert erneut Zeit auf Evenepoel - Experten um Jan Ullrich erwarten Aufholjagd in den Bergen
Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hangrohe) erlebt einen durchwachsenen Tourstart und verliert auf den ersten beiden Etappen bereits Zeit auf Teamkollege Remco Evenepoel und die Gesamtwertungsspitze. Trotz der Rückstände bleiben die Experten Jan Ullrich, Rolf Aldag und Robert Bengsch im "Velo Club" bei Eurosport gelassen – und erwarten, dass der Deutsche in den Bergen noch stark zulegen wird.
"Seine Zeit kommt noch": Experten bei Lipowitz gelassen
Quelle: Eurosport
Schon im Mannschaftszeitfahren der 1. Etappe verlor Lipowitz 16 Sekunden auf seinen Co-Kapitän. Am Folgetag am Schlussanstieg hinauf zum Olympiaberg Montjuic in Barcelona kamen weitere zehn Sekunden hinzu.
Damit beträgt der Rückstand auf Teamkollege Evenepoel bereits 30 Sekunden, auf das Gelbe Trikot sind es sogar 45 Sekunden.
Trotz der Zeitverluste sehen die deutschen Experten im "Velo Club" bei Eurosport keinen Anlass zur Sorge. Für Jan Ullrich ist die bisherige Rennentwicklung vielmehr ein Hinweis darauf, dass Lipowitz seine Stärken noch gar nicht ausspielen konnte.
"Ich glaube, für Lipo war es gut, dass bei dem steilen Berg die Attacken noch nicht richtig gefahren wurden. Da konnte er sich noch mithalten. Das ist einfach nicht sein Territorium, er ist da nicht so frisch. Seine Zeit kommt noch. Die langen Berge werden Lipos Berge werden", erklärte der Tour-Sieger von 1997.
Gleichzeitig betonte Ullrich, dass ein früherer Rennverlauf mit härteren Attacken durchaus zu deutlich größeren Abständen hätte führen können. "Wenn die Attacken heute am steilen Stück des Berges früher gekommen wären, hätte er auch eine halbe Minute verlieren können."
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Aldag sicher: Lipowitz "wird kommen"
Auch Rolf Aldag, Co-Kommentor bei Eurosport, bleibt trotz des Rückstands ruhig. Der ehemalige Sportliche Leiter des Raublinger Rennstalls sieht Lipowitz langfristig weiterhin in einer starken Position im Gesamtklassement.
"Er wird kommen, das ist überhaupt keine Frage für mich, dass er am Ende mit vorne ist."
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Unterstützung erhält diese Einschätzung von Eurosport-Experte Robert Bengsch, der die bisherigen Zeitverluste ebenfalls einordnet und relativiert. Entscheidend sei weniger der frühe Rückstand als vielmehr die Entwicklung in den kommenden Hochgebirgsetappen.
"Gestern und heute lag der Vorteil mit dem Schlussanstieg bei Remco. Er hat jetzt ein paar Sekunden verloren, aber das ist kein großes Drama. Die Zeit kommt, von daher bin ich da komplett entspannt."
Für Lipowitz nimmt der Druck zu
Für Lipowitz bedeutet der Tourstart damit zunächst eine Phase des Abtastens. Während Teamkollege Evenepoel in den ersten beiden Etappen bereits kleine Vorteile sammeln konnte, rechnen die Experten fest damit, dass sich das Kräfteverhältnis im Hochgebirge noch verschieben wird.
Vor allem die langen Anstiege sollen zeigen, ob der Deutsche im Kampf um die vorderen Plätze eingreifen kann.
Noch ist die Ausgangslage offen - doch der Druck, früh Zeit aufzuholen, dürfte für Lipowitz in den kommenden Etappen bereits steigen.
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