Tour de France: Pogacar, Merckx oder ein Anderer? GOAT-Debatte spaltet Experten: "Das wird Pogacar nie schaffen"

Die Frage nach dem GOAT (Greatest Of All Time), also dem Größten der Geschichte, verstrickt Fans und Experten weltweit und sportübergreifend seit jeher in bisweilen hitzige Diskussionsrunden. Da macht der Radsport freilich keine Ausnahme, auch hier scheiden sich die Geister - wie man beispielhaft an der lebhaften Debatte der Eurosport-Experten im Youtube-Talk erkennen kann.

Tadej Pogacar oder Eddy Merckx: Wer ist der Radsport-GOAT?

Quelle: Eurosport

Pele, Maradona, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi? Michael Jordan, Kobe Bryant oder LeBron James? Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer?
Die Frage, wer in seiner Sportart der Allergrößte der Geschichte ist, löste in der Vergangenheit immer wieder mitunter hitzige Debatten aus.
Auch im Radsport erfreut sich die Diskussion großer Beliebtheit, auch im Radsport scheiden sich die Geister - Tadej Pogacar oder Eddy Merckx? Oder vielleicht ein ganz Anderer? Die Eurosport-Experten Jens Voigt und Karsten Migels haben eine klare Meinung, Robert Bengsch wiegelt hingegen ab.
"Eddy Merckx ist für mich immer noch der Größte. Er hat dem Vernehmen nach über 500 Radrennen in seiner Karriere gewonnen, da wird Tadej Pogacar niemals drankommen", sagt Migels und ergänzt: ”Er hat 17 Sechs-Tage-Rennen und 21 Sonderwertungen bei den Grand-Tours gewonnen. Das wird ein Pogacar nie schaffen."
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Mathieu van der Poel (l.) und Tadej Pogacar

Fotocredit: Getty Images

Voigt: "Die Dominanz spricht für Eddy"

Voigt pflichtet seinem Kollegen bei: "Die Anzahl der Siege und die Dominanz spricht klar für Eddy Merckx", erklärt der zweimalige Etappensieger der Tour de France. Er schränkt jedoch ein: "Aber man kann es nur schwer miteinander vergleichen."
Der Grund: Merckx dominierte die Szene vor mehr als 50 Jahren, seinerzeit fuhren die Athleten mit einem - logischerweise - weniger ausgereiften Material als heutzutage. Doch nicht nur die Komponenten unterscheiden sich, auch in puncto Ernährung wurden in der Zwischenzeit etliche Fortschritte erzielt.
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Quelle: Eurosport

"Früher hat man gesagt: 'Iss pro Stunde einen Riegel, 60 Gramm Kohlehydrate reichen aus.' Heute sind sie teilweise bei 160", erinnert sich Voigt. Er führt aus: "Die Gewichtung zur Ernährung ist ganz anders geworden, da beschäftigen sich heute ganze Teams mit. Da ist der Radsport viel moderner geworden."

Bengsch gibt sich diplomatisch

Bengsch tut sich dementsprechend in puncto Vergleichbarkeit schwer. "Merckx ist in einer ganz anderen Zeit gefahren, die Leistungsunterschiede waren im Peloton viel zu groß. Er wurde auch dreimal positiv getestet. Das muss man berücksichtigen."
Bengschs diplomatische Antwort: "Merckx ist der Größte der damaligen und Pogacar ist der Größte der heutigen Generation".
Doch warum sollte man sich nur auf Pogacar und Merckx, die beiden Grand-Tour-Champions, beschränken? Moderator Holger Speckhahn bringt neben dem Slowenen und dem belgischen "Kannibalen" auch Allrounder Mathieu van der Poel und Bahnrad-Koryphäe Filippo Ganna ins Spiel.
”Man muss ihn mit reinnehmen. Er ist achtmal Cross-Weltmeister, er war Tour-Etappensieger, Straßenweltmeister und hat eine Menge Monumente gewonnen", sagt Voigt mit Blick auf van der Poel.
Über Ganna sagt Migels: "Er ist in seinem Bereich unschlagbar. Es gibt niemanden, der seinen Stunden-Weltrekord knacken kann. Das wird vielleicht auch noch etwas dauern", sagt der 62-Jährige.
Migels abschließend: "Er ist Olympiasieger und Weltmeister auf der Bahn und hat Etappen beim Giro gewonnen. Er ist zwar aufgrund seines Gewichts nicht in der Lage, eine Grand-Tour zu gewinnen, aber er ist in seinem Bereich ein absoluter Star."
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Quelle: Eurosport


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