Tour de Romandie: Jens Voigt vor Duell zwischen Tadej Pogacar und Florian Lipowitz - "kann beim Weltmeister abschauen"
VonJan Zesewitz
Update 28/04/2026 um 14:18 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar arbeitet weiter an seinen Einträgen in die Geschichtsbücher des Radsports. Dafür wendet sich der Blick des Weltmeisters in die Schweiz: Die Tour de Romandie zählt zu den wenigen WorldTour-Rundfahrten, die in seinem Palmarès noch fehlen. Einer seiner Herausforderer in der Westschweiz dürfte Florian Lipowitz sein. Eurosport-Experte Jens Voigt ordnet die Wichtigkeit des Rennens ein.
Strecke und Profil: 5. Etappe - Bergankunft auf Schlussetappe
Quelle: Eurosport
"Bei der Romandie ist weniger Druck, weniger Medien, weniger Presse", sagte Voigt im Vergleich zur Tour de France, dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Lipowitz und Pogacar. "Da kann er sich in aller Ruhe anschauen, wie Pogacar Rennen fährt, welche Taktik er verfolgt, wie er seine Mannschaft einsetzt. Daraus kann er Schlüsse ziehen, wie er ihn womöglich bei der Tour im Juli in Schwierigkeiten bringen kann."
Ein WorldTour-Rennen als "Lernprozess" für den 25-jährigen Deutschen. Es zeigt, dass die Erwartungen nach seinem dritten Platz bei der Tour im vergangenen Jahr und exzellenten Ergebnissen bei einwöchigen Rundfahrten gestiegen sind.
In der Romandie feierte er vor zwei Jahren seinen Durchbruch in der Weltspitze. Damals wurde er Dritter in der Gesamtwertung und begann damit eine beeindruckende Serie bei Etappenrennen. Im Jahr darauf wurde er Zweiter bei Paris - Nizza, Vierter bei der Baskenland-Rundfahrt, Dritter beim Critérium du Dauphiné und Dritter bei der Tour de France. 2026 fügte er Podiumsplätze im Baskenland und bei der Katalonien-Rundfahrt hinzu.
Was den Abstand zu Topfavorit Pogacar angeht, bremste Experte Voigt trotzdem: "Ich hoffe natürlich, dass es ein spannendes Duell wird. Zum Schutz von Florian darf man aber nicht vergessen: Er ist dank einer großartigen Leistung Dritter bei der Tour de France im vergangenen Jahr geworden – aber mit elf Minuten Rückstand auf Pogacar. Das ist noch mal ein echt dickes Brett, dass du bohren musst, um die zuzufahren."
Voigt: Pogacar will jedes Rennen gewinnen
In diesem Jahr ist es noch kaum jemandem gelungen, Pogacar anzutasten. Bei bsiher fünf Renntagen genau genommen nur einem Fahrer: Wout van Aert bei Paris - Roubaix.
Nun steht Pogacar erstmals in seiner Karriere am Start in der Westschweiz, obwohl das Rennen nah an Lüttich - Bastogne - Lüttich liegt. Nur einen Tag Pause bekam der Slowene. Warum also der schnelle Wiedereinstieg?
"Ich habe den Eindruck, dass er jedes namhafte Rennen im Kalender einmal gewinnen möchte", sagte Voigt über die Beweggründe des Weltmeisters. "Die UAE-Tour, Tirreno-Adriatico, die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt, die Monumente – das hat er bis auf Paris-Roubaix alles abgehakt. Jetzt sind die Tour de Romandie und die Tour de Suisse dran."
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Strecke und Profil: 4. Etappe mit drei Runden über den Jaunpass
Quelle: Eurosport
Neben dem reinen sportlichen Ehrgeiz, Rennen von seinem Zettel "abhaken" zu können, spielen wohl auch praktische Überlegungen eine Rolle. Für die Tour de France im Juli ist selbst bei einem Pogacar eine gewisse Rennpraxis vonnöten. Noch nie nahm er erst so spät an einer Rundfahrt teil, fünf Eintagesrennen sind bisher alles, was in seiner Bilanz steht.
In der Romandie erwarten ihn sechs sehr anspruchsvolle Renntage, die neben einer weiteren Trophäe im Lebenslauf auch für die großen Ziele später im Jahr wichtig sein dürften. Sowohl für Lipowitz als auch für Pogacar richtet sich in der Schweiz Ende April der Blick schon in Richtung Juli.
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Highlights: Seixas liefert Dominator Pogacar einen harten Fight
Quelle: Eurosport
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