radsport-news.com
Tour Down Under: Noemi Rüegg stürmt zum Gesamtsieg - Schweizerin gewinnt gegen drei UAE-Fahrerinnen in Australien
Von
Publiziert 19/01/2026 um 09:48 GMT+1 Uhr
Noemi Rüegg vom Team EF Education-Oatly hat die Schlussetappe der Tour Down Under Women in Campbelltown gewonnen und sich damit zum zweiten Mal in Folge auch den Gesamtsieg bei der ersten WorldTour-Rundfahrt der Saison gesichert. Die Schweizerin vollbrachte dafür in den Adelaide Hills und rund um den steilen Anstieg der Corkscrew Road eine Meisterleistung und setzte sich gegen ein UAE-Trio durch.
UAE-Trio vernascht: Schweizerin Rüegg feiert Doppelschlag
Quelle: Eurosport
Rüegg siegte aus einer vierköpfigen Spitzengruppe heraus gegen drei Fahrerinnen des UAE Team ADQ: Etappenzweite wurde Mavi Garcia vor ihrer spanischen Landsfrau und Paula Blasi sowie der polnischen Tour-de-France-Vierten Dominika Wlodarczyk.
"Ganz ehrlich: Ich kann das gar nicht glauben, bin total überwältigt. Es ist verrückt. Ich habe hier letztes Jahr gewonnen und natürlich wollten wir das wieder tun. Nur ist es immer schwerer, einen Titel zu verteidigen", strahlte Rüegg im Sieger-Interview kurz nach der Zieldurchfahrt und dankte ihrem Team um Weltmeisterin Magdeleine Vallieres, die sich in Australien voll in ihren Dienst gestellt hatte.
"Sie hatten so viel Vertrauen in mich, haben so sehr an mich geglaubt - mehr als ich - und gaben mir so viel Selbstvertrauen. Magdeleine hat diese Spitzengruppe so unglaublich zurückgeholt und ich habe echt gedacht: Vielleicht fahren wir besser für sie! Denn ich habe beim ersten Anstieg sehr gelitten und habe nicht mehr wirklich dran geglaubt. Aber dann kam ich das zweite Mal wirklich gut hoch, war mit den UAE-Mädels zusammen und habe das Spiel mitgespielt. Es hat geklappt – ich bin super stoked!"
Die Schlussetappe führte zwei Mal über den 2,4 Kilometer langen und im Schnitt 9,7 Prozent steilen Corkscrew-Anstieg und bei der ersten Passage hatte Rüegg den Besten nicht folgen können. Vallieres aber wartete auf die Schweizerin und fuhr danach fast 15 Kilometer lang konsequent von vorne, um ihre Teamkollegin im Spiel zu halten, die dann bei der zweiten Corkscrew-Passage wieder nach vorne aufschloss und schließlich die UAE-Übermacht im Eins-gegen-Drei bergab nach Campbelltown und auf der Zielgeraden bezwang.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/19/image-f9a027c5-f21d-4f90-9d0e-8244f0edb7fb-85-2560-1440.jpeg)
Noemi Rüegg jubelt bei der Tour Down Under 2026 über den Gesamtsieg
Fotocredit: Getty Images
Rüegg: "Dann habe ich es genossen"
"Ich wusste, dass sie mich immer wieder angreifen würden. Das war ihre einzige Chance. Deshalb habe ich geschaut, dass ich immer sofort am Hinterrad bin und nie lange warte. Ich konnte auf meine Beschleunigung vertrauen und es war auch eine schnelle Straße in Richtung Ziel, so dass der Windschatten sehr geholfen hat", schilderte Rüegg das Finale, in dem sie hellwach agierte und sich von keinem Angriff der Konkurrenz mehr überraschen ließ.
Als es dann auf die Zielgerade ging, hätte Rüegg für den Gesamtsieg dank der sieben Bonussekunden vom Vortag sogar der zweite Etappenplatz hinter egal welcher der drei UAE-Fahrerinnen gereicht, doch ob ihr das bewusst war, ist nicht übermittelt. Sie fuhr voll auf Sieg. "Am Ende haben sie quasi einen Leadout für mich gefahren, was auch schön war", grinste sie im Interview. "Und dann bin ich einfach gesprintet und habe es genossen."
Rüegg gewann die Tour Down Under Women schließlich mit elf Sekunden Vorsprung auf Garcia, 14 auf Blasi und 17 auf Wlodarczyk. Zwölf Sekunden hinter Rüegg wurde die Kanadierin Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike), die im Etappenverlauf in gewisser Weise auch ein Zünglein an der Waage gespielt hatte (siehe unten), im Sprint der ersten Verfolgergruppe Tagesfünfte und sicherte sich so auch Gesamtrang fünf mit 25 Sekunden Rückstand nach ganz vorne.
Das könnte Dich auch interessieren: Van Aert jagt alle Klassiker: "Jede Chance nutzen"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/14/image-c36ceeb6-1793-48c8-a0b0-50f952049a42-85-2560-1440.png)
"Neue Energie": Vingegaard erklärt Double-Plan für 2026
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung