Zwift-Tour for All: James Piccoli holt sich die erste Bergetappe

Am dritten Tag der Zwift-Tour for All ging es erstmals in die Berge. Der Sieg auf einem 72,9-Kilometer-Rundkurs in der virtuellen Region Watopia ging an James Piccoli (Israel Start-Up Nation). Piccoli setzte sich am Schlussanstieg Medio Fondo aus der Spitzengruppe ab und ließ unter anderem Adam Yates (Mitchelton - Scott) hinter sich. Bei den Frauen siegte erneut Ashleigh Moolman-Pasio (CCC-Liv).

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Auch am dritten Tag der e-Racing-Serie Zwift Tour for All hat ein Außenseiter den Größen der Szene die Show gestohlen und sich den Einzelsieg gesichert. James Piccoli gewann für Israel Start-Up Nation das mit 72,6 Kilometern und 981 Höhenmetern längste Rennen der fünftägigen Serie auf dem sogenannten Medio Fondo-Kurs in der fiktiven Insel-Welt Watopia mit drei Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Rudy Molard und sechs Sekunden vor dessen Landsmann und Teamkollege Valentin Madouas (beide Groupama - FDJ).
Am Ende des knapp zehn Kilometer langen Schlussanstiegs hinauf zum sogenannten Epic KOM nutzte Piccoli ein Feder-PowerUp um sich virtuell kurzzeitig 9,5 Kilogramm leichter zu machen und der Konkurrenz so in der letzten steilen Schlussrampe 600 Meter vor dem Ziel davon zu sprinten.

Zweiter Sieg für Israel Start-Up Nation

"Wir sind sehr gut vorbereitet gewesen und es ist schön, jetzt ein Rennen gewonnen zu haben", freute sich Piccoli im Sieger-Interview von "GCN" über seinen Erfolg, der für Israel Start-Up Nation nach dem Erfolg von Freddy Ovett am Montag auf dem Innsbruckring bereits der zweite Einzelsieg in dieser Woche war.
"Ich habe das Feder-PowerUp extra für die letzten Meter aufgehoben, weil ich wusste, dass es dort nochmal steil bergauf gehen würde. Wir sind mit dem Team derzeit viel auf Zwift unterwegs, und unser Media Manager Sjors Beukeboom ist ein echter Zwift Wizard. Außerdem haben uns auch einige Coaches wichtige Tipps gegeben, um hier das Beste herausholen zu können", so Piccoli weiter.

NTT sammelt fleißig Punkte und baut Gesamtführung aus

In der Gesamtwertung schob sich sein Team mit nun 154 Punkten auf den zweiten Rang vor - punktgleich mit Alpecin - Fenix, das mit dem jungen Belgier Louis Vervaeke seinen besten Fahrer am Epic KOM auf Rang fünf brachte - noch eine Position vor Adam Yates (Mitchelton - Scott).
Der Österreicher Hermann Pernsteiner (Bahrain - McLaren) fuhr 13 Sekunden nach Piccoli als Zehnter ins Ziel, direkt hinter den beiden NTT-Fahrern Stefan De Bod und Domenico Pozzovivo.
Diese beiden trugen so mit ihren Top-10-Ergebnissen dazu bei, dass NTT Pro Cycling mit 71 Punkten die Team-Tageswertung gewann und auch in der Gesamtwertung seinen Vorsprung weiter ausbaute. Mit 208 Zählern ist der südafrikanische Rennstall, für den Michael Gogl am Dienstag im virtuellen Richmond gewann, der Konkurrenz bereits weit enteilt - auch weil das Team nicht nur auf die Zielankünfte setzt, sondern bei den zahlreichen Zwischensprints attackiert und viele Punkte einheimst.

So lief das Rennen:

Schon früh im mit 72,6 Kilometern längsten Rennen der Zwift Tour for All hagelte es an den verschiedenen Wertungen einige Attacken. Unter anderem zeigte sich auch Piccoli am Vulkan nach rund 20 Kilometern bereits aktiv, doch die meisten Punkte sammelte dabei NTT Pro Cycling, das nacheinander mit Nic Dlamini, Gino Mäder und Victor Campenaerts in die Offensive ging.
Der Schweizer Mäder und Stundenweltrekordler Campenaerts aus Belgien attackierten 30 Kilometer vor dem Ziel sogar zusammen und zogen kurzzeitig ein Zweier-Mannschaftsfahren auf, wurden sieben Kilometer später aber wieder gestellt. Etwas später nahm der Spanier Pello Bilbao (Bahrain - McLaren) reiß aus und erarbeitete sich einen ordentlichen Vorsprung. Am Fuß des Schlussanstiegs betrug sein Vorsprung auf die Favoriten beinahe eine Minute - ein Novum im e-Racing unter Beteiligung von WorldTour-Teams.

Bilbao, Vervaeke und Pozzovivo attackieren im Finale

Doch am Berg kam die Favoritengruppe kontinuierlich wieder näher. Kurzzeitig befand sich auch Pernsteiner noch zwischen Bilbao und Verfolgerfeld, doch drei Kilometer vor dem Ziel, als der Spanier schließlich in einer kurzen Zwischenabfahrt gestellt wurde, waren elf Mann wieder beisammen. Nun versuchte es der Belgier Louis Vervaeke für Alpecin - Fenix mit einem Angriff und fuhr einen Kilometer lang an der Spitze. Doch sein Vorstoß kam zu früh.
Domenico Pozzovivo (NTT Pro Cycling) führte die Gruppe an Vervaeke vorbei und in den Schlusskilometer hinein. Der Italiener benutzte nun ein Burrito-PowerUp, so dass die Fahrer hinter ihm für zehn Sekunden keinen Windschatten hatten, und sein Schachzug wirkte clever genug, um den Sieg bringen zu können. Dann aber gab das französische FDJ-Duo Molard und Madouas Vollgas und stellte den Italiener wieder, bevor dann Piccoli sein Ass in Form des Feder-PowerUps aus dem Ärmel zog und davonspurtete.

Frauenrennen: Moolman-Pasio mit souveränem Sieg

Im Frauenrennen sicherte sich Ashleigh Moolman-Pasio überlegen ihren zweiten Etappenerfolg in Serie. Auf ihrem Smarttrainer in ihrer Wahlheimat Girona in Spanien setzte sich Moolman-Pasio acht Kilometer vor dem Ziel, am Fuß des Schlussanstiegs hinauf zum sogenannten Epic KOM in der fiktiven Welt Watopia, von der Konkurrenz ab und zog von da an kontinuierlich weiter davon.
Zweite wurde nach fast zwei Rennstunden die Britin Joscelin Lowden (Drops) mit 56 Sekunden Rückstand vor der Zwift Academy Siegerin von 2018, der Neuseeländerin Ella Harris (Canyon - SRAM / + 0:57).
Dahinter fuhren allerdings Lauren Stephens, Leah Dixon und Sarah Gigante auf die Plätze vier, fünf und sieben und sicherten ihrem US-Rennstall Tibco - SVB somit den zweiten Tagessieg in der Teamwertung in Folge.
Dadurch baute ihre Mannschaft auch die Gesamtführung der Tour for All weiter aus. Tibco - SVB hat nun 249 Punkte auf dem Konto, das deutsche Team Canyon - SRAM folgt mit 200 Zählern auf Rang zwei und CCC - Liv ist trotz der drei Einzelsiege insgesamt mit 196 Punkten nur Dritter.
Das vierte Rennen wird am Donnerstag wieder auf einer flacheren Strecke ausgetragen, dem durch Wald und Wüste führenden Sand & Sequoias-Rundkurs in Watopia. 42,6 Kilometer und 294 Höhenmeter stehen dann auf dem Programm - bei topfebener Zielankunft in der virtuellen Wüste.

Ergebnis Herren:

1. James Piccoli (Israel Start-Up Nation) 1:41:56 Stunden2. Rudy Molard (Groupama - FDJ) + 0:03 Minuten3. Valentin Madouas (Groupama - FDJ) + 0:064. Lucas Hamilton (Mitchelton - Scott) + 0:075. Louis Vervaeke (Alpecin - Fenix) + 0:096. Adam Yates (Mitchelton - Scott) + 0:097. Jesper Hansen (Cofidis) + 0:108. Stefan De Bod (NTT Pro Cycling) + 0:109. Domenico Pozzovivo (NTT Pro Cycling) + 0:1110. Hermann Pernsteiner (Bahrain - McLaren) + 0:13

Team-Tageswertung Herren:

1. NTT Pro Cycling 71 Punkte2. Groupama - FDJ 583. Israel Start-Up Nation 484. Mitchelton - Scott 425. Bahrain - McLaren 296. Alpecin - Fenix 227. Cofidis 218. EF Pro Cycling 139. Rally Cycling 09. CCC 0

Gesamtwertung Herren:

1. NTT Pro Cycling 208 Punkte2. Alpecin - Fenix 1542. Israel Start-Up Nation 1544. EF Pro Cycling 1425. Mitchelton - Scott 1316. Groupama - FDJ 827. CCC 608. Cofidis 599. Bahrain - McLaren 5810. Rally Cycling 56

Ergebnis Frauen:

1. Ashleigh Moolman-Pasio (CCC - Liv) 1:55:52 Stunden2. Joscelin Lowden (Drops) + 0:56 Minuten3. Ella Harris (Canyon - SRAM) + 0:574. Lauren Stephens (Tibco - SVB) + 0:575. Leah Dixon (Tibco - SVB) + 1:006. Kristabel Doebel-Hickok (Rally Cycling) + 1:007. Sarah Gigante (Tibco - SVB) + 1:098. Pauliena Rooijakkers (CCC - Liv) + 1:179. Omer Shapira (Canyon - SRAM) + 1:2110. Kasia Niewiadoma (Canyon - SRAM) + 1:29

Tages-Teamwertung Frauen:

1. Tibco - SVB 88 Punkte2. Canyon - SRAM 823. CCC - Liv 634. Boels - Dolmans 415. Drops 306. Rally Cycling 227. Twenty20 Pro Cycling 218. FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope 209. Valcar - Travel & Service 3

Gesamtwertung:

1. Tibco - SVB 249 Punkte2. Canyon - SRAM 2003. CCC - Liv 1964. Boels - Dolmans 1245. Twenty20 Pro Cycling 1076. Rally Cycling 917. Valcar - Travel & Service 698. FDJ Nouvelle Aquitaine Futuroscope 689. Drops 66
(radsport-news.com)
Das könnte Dich auch interessieren: Bora-Teamchef: Hoffen auf Rennen in Deutschland
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung