Jan-Willem van Schip schießt nach Posse um Sattelstütze gegen UCI: "Fühlt sich wie eine persönliche Abrechnung an"
VonLukas Fegers
Publiziert 03/12/2025 um 13:35 GMT+1 Uhr
Bei der Tour of Holland sorgte Jan-Willem van Schip im Oktober für weltweites Aufsehen: Weil die UCI die abgeknickte Sattelstütze des Niederländers als nicht regelkonform einstufte, disqualifizierten die Veranstalter den 31-Jährigen nach der ersten Etappe. Im Interview mit dem Portal "Wielerfiets" reflektierte van Schip nun die damalige Posse - und übte scharfe Kritik am Weltverband.
Was ist das für ein Vorbau? Van Schip sorgt bei Attacke für Aufsehen
Quelle: Eurosport
"Es fühlt sich wie eine persönliche Abrechnung an", sagte der Fahrer des niederländischen Continental-Teams Parkhotel Valkenburg in Richtung der UCI: "Ich finde das so unfair. Ich habe auch immer das Gefühl, dass ich nicht willkommen bin, eine Art Buhmann, den sie nicht haben wollen. Und das tut sehr weh."
Seit zwei Jahren fahre er mit genau derselben Sattelstütze, betonte van Schip, und behauptete, dass es "nie ein Problem" gewesen sei. Ihm zufolge sei die Disqualifikation nach der ersten Etappe der Holland-Rundfahrt eine unangemessene Strafe gewesen.
"Mir geht es um die Art und Weise, wie es gelaufen ist, und um die Konsequenzen", sagte der Niederländer, der auch aufgrund seiner Aero-Basteleien schon lange kein Unbekannter mehr in der Radsport-Szene ist: "Die Aufregung, die entstanden ist, macht mir zu schaffen."
Er sei "wirklich nicht darauf aus, Unruhe zu stiften und etwas anderes zu machen. Absolut nicht. Das nervt mich", erklärte das 1,94 m große Kraftpaket und schilderte, wie und warum es zu seiner futuristisch anmutenden Sattelstütze gekommen war.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/10/16/image-72d6132e-1c6a-4caf-b4fd-5c904fe1a7f9-85-2560-1440.jpeg)
Jan-Willem van Schip sorgte mit seiner Rennmaschine für Wirbel bei der Tour of Holland
Fotocredit: Eurosport
Sattelstütze wegen "ungeeigneter Geometrie" zersägt
Die Sattelstütze sei zersägt und in einem anderen Winkel wieder zusammengeklebt worden, berichtete van Schip: "Das ist alles, mehr nicht."
Der Grund: Tavelo, die Fahrradmarke seines Rennstalls, habe eine Sattelstütze, die für ihn als großen Fahrer zu weit nach hinten stehe. "Ich habe das schon zehnmal gemeldet, aber es wurde nichts unternommen", haderte van Schip, der seit 2015 auch Teil des niederländischen Bahn-Vierers ist.
Also habe er sich gedacht, dann mache er es einfach selbst. Dass die UCI nach zwei Jahren "plötzlich ein Problem mit dieser Sattelstütze" haben würde, damit habe er nicht gerechnet.
"Letztendlich bin ich der Dumme, weil ich das Problem selbst gelöst habe. Ich bin ein großer Fahrer und mein Rennrad hat eine ungeeignete Geometrie. Das ist ganz einfach das Problem in diesem Fall", so van Schip.
Sein Fazit aus der Posse mit dem Weltverband fällt "ganz einfach" aus: "Man muss auf einer Sattelstütze fahren, die zugelassen ist, das stimmt. Und meine ist es nicht. Ich habe ein Problem, das ich selbst gelöst habe. Und ja, das ist nicht erlaubt."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/06/12/image-15c12852-95ad-4e78-b7d5-3c16084bdea4.jpeg)
Hadert mit der UCI: Jan-Willem van Schip
Fotocredit: Getty Images
Kritik an Bewertung "mit zweierlei Maß"
Nicht nur van Schips Sattelstütze, sondern auch sein weit nach oben gerichteter Vorbau, der an ein Zeitfahrrad erinnert, sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Hingucker - aber auch für Reibereien mit dem Reglement. So war der Niederländer unter anderem im Jahr 2024 aus der Wertung des belgischen Eintagesrennens Heistje Pijl genommen worden, nachdem er einen nicht zugelassenen Lenker verwendet hatte.
Bei der Tour of Holland störte sich die UCI allerdings an seiner Sattelstütze. Und das vielleicht auch, weil er im Finale der ersten Etappe aus dem Hauptfeld heraus attackiert und damit weltweite Aufmerksamkeit generiert hatte.
So vermutet es zumindest van Schip. Ihm zufolge sei es "auch seltsam, dass ich zwei Wochen zuvor mit demselben Rennrad beim Arno Wallaard Memorial den dritten Platz belegt habe. Auch in all den anderen Rennen gab es keine Probleme. Aber dann fährst du bei der Tour of Holland im Fernsehen - und plötzlich gibt es lauter Probleme. Man spürt sofort, dass mit zweierlei Maß gemessen wird."
Das könnte Dich auch interessieren: Tausch von Giro und Vuelta? RCS lehnt Pogacars Idee ab
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/27/image-f4731c48-63e4-4f0e-8919-94bb5ae39246-85-2560-1440.png)
Aero-Experte Bigham über Evenepoels Sekundenjagd bei Red Bull
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung