"Das Sitzen auf dem Oberrohr ist verboten. Darüberhinaus ist es, abgesehen von Zeitfahren, ebenfalls verboten, die Unterarme als Abstützungspunkt auf dem Lenker zu nutzen", heißt es in den neuen Regeln.
"Der Fahrer soll auf dem Rad eine sitzende Position einnehmen. Diese Position bedeutet, dass die einzigen Abstützpunkte auf dem Rad die folgenden sind: die Füße auf den Pedalen, die Hände am Lenker und das Gesäß auf dem Sattel."
Schon hinsichtlich des Verbots der Supertuck-Position hatte die UCI aus dem Peloton in den vergangenen Tagen viel Gegenwind bekommen. Zahlreiche Fahrer äußerten sich kritisch, einige aber auch positiv. Nachdem nun klar wurde, dass auch die Position mit den Unterarmen auf dem Lenker - vor allem durch Ausreißergruppen sehr häufig verwendet - wurden die Proteste umso lauter. "Jetzt wird es lächerlich", schrieb beispielsweise Rick Zabel (Israel Start-Up Nation) auf "Instagram".
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Der Belgier Iljo Keisse (Deceuninck - Quick-Step) twitterte: "Wir werden selbst entscheiden, wie wir fahren und abfahren. Bei der UCI sollten sie erstmal sicherstellen, dass all das in Ordnung ist, was sie selbst verantworten..."
Die neuen UCI-Regularien für das Verhalten der Fahrer sollen ab dem 1. April in Kraft treten. Dazu gehört neben den Positionen auf dem Rad auch neue Regeln zum Wegwerfen von Trinkflaschen und anderem Müll, was beides künftig noch strenger verboten und bestraft wird.
Erst später, nämlich ab 2022, werden dagegen neue Regularien hinsichtlich der Streckensicherung mit besseren Absperrgittern in Kraft treten - etwas, was die Fahrer schon lange fordern und wonach die Forderungen durch den schweren Unfall von Fabio Jakobsen (Deceuninck - Quick-Step) bei der Polen-Rundfahrt im August 2020 noch einmal verstärkt wurden.

Bugno verteidigt neue UCI-Regeln

Ex-Weltmeister Gianni Bugno hat gegenüber "cyclingnews.com" die neuen Regularien der UCI verteidigt. "Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, das Rennfahren sicherer zu machen und Stürze oder Verletzungen zu vermeiden", sagte der Präsident der Fahrergewerkschaft CPA und betonte außerdem, dass die Fahrer bei den "zahlreichen Sicherheits-Meetings" der UCI mit den Interessengruppen durch Philippe Gilbert und Matteo Trentin vertreten worden seien.
Außerdem seien die CPA-Mitglieder über die Entwicklungen der Gespräche regelmäßig auf dem Laufenden gehalten worden, so dass sie von den neuen Regeln schon gewusst hätten.
"Vielleicht sind die Fahrer jetzt frustriert, weil sie Zeit- und Geldstrafen für diese Positionen bekommen werden, aber es wird auch Strafen für Rennveranstalter geben, die die Sicherheitsregeln nicht einhalten", so Bugno. Der Italiener betonte auch, dass mit Richard Chassot - Organisator der Tour de Romandie und Ex-Profi - künftig ein Verantwortlicher bei der UCI eingesetzt sei, der als Sicherheits-Manager arbeitet. Das werde dazu führen, dass Strecken sicherer würden.

"Profis haben eine Vorbildfunktion"

Die CPA wird am 15. Februar für ihre Mitglieder eine Präsentation zu den neuen Regularien vorbereiten, um dann Feedback zu sammeln, der der UCI vorgetragen werden soll, erklärte Bugno außerdem. Trotzdem erwarte er von den Profis, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. "Die Fahrer sind frei darin, verschiedene Positionen auf dem Rad einzunehmen, wenn sie allein trainieren, aber nicht in Rennen, die im Fernsehen laufen. Profis haben eine Verantwortung in ihrer Vorbildfunktion", so Bugno.
Auch wenn der sogenannte Supertuck oder das Fahren mit den Unterarmen auf dem Lenker für die Profis nicht sehr gefährlich sei, weil sie ihr Rad beherrschen, so sei es für jugendliche Nachahmer eben sehr wohl gefährlich, betonte der Italiener. "Die Profis sind weniger in Gefahr, auch weil sie auf gesperrten Straßen fahren. Aber selbst sie, wenn sie in einer Abfahrt bei 70 km/h an der Spitze des Feldes diese Positionen einnehmen, riskieren etwas. Sie könnten ein Schlagloch erwischen, stürzen und das ganze Peloton mit zu Boden reißen. Deshalb wurden diese Positionen nun verboten", erklärte er.
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