Vuelta 2023: Jonas Vingegaard feiert in Bejes seinen zweiten Solo-Sieg - Sepp Kuss schwächelt bei Bergankunft

Jonas Vingegaard hat seinem Team Jumbo-Visma einen perfekten Start in die dritte Woche der 78. Vuelta a España beschert. Der Däne war am Dienstag nach 120,3 Kilometern im Finale der 16. Etappe an der steilen Bergankunft in Bejes nicht zu schlagen und feierte als Solist seinen zweiten Tagessieg. Zugleich rückte er in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor und näher an Sepp Kuss im Roten Trikot heran.

Brutale Attacke am Berg: Vingegaard mit Boss-Ansage in Bejes

Quelle: Eurosport

Sepp Kuss zeigte im steilen Finale in Bejes seine erste richtige Schwäche in Spanien und kassierte von Jonas Vingegaard 1:05 Minuten. Durch den Sieg erhielt Vingegaard zudem noch zehn Sekunden obendrauf, sodass er insgesamt 1:15 Minuten auf seinen Teamkollegen gutmachte.
Dadurch rückte der zweimalige Tour-Sieger in der Gesamtwertung bis auf 29 Sekunden an Kuss heran. Primoz Roglic kam kurz vor Kuss ins Ziel und verlor ebenfalls über eine Minute auf Vingegaard. Im Gesamtklassement musste der Slowene damit auch seinen zweiten Rang an seinen dänischen Teamkollegen abgeben.
Tageszweiter hinter Vingegaard, der sich vier Kilometer vor Ziel mit einer explosiven Attacke aus dem sehr dezimierten Peloton abgesetzt hatte, wurde mit 43 Sekunden Rückstand der Neuseeländer Finn Fisher-Black (UAE Team Emirates), der damit einen der größten Erfolge seiner Karriere feierte. Rang drei ging an Wout Poels (Bahrain Victorious/+0:49), gefolgt von Michael Storer (Groupama-FDJ/+0:55).
Dahinter kam der Gesamtvierte Juan Ayuso (UAE Team Emirates) zeitgleich mit Enric Mas (Movistar), Aleksandr Vlasov (Bora-hansgrohe) und Roglic über die Ziellinie. Zuvor hatte der Slowene ein Kilometer vor Ziel versucht, die Verfolgergruppe zu sprengen, was zunächst auch glückte. Doch die anderen kamen zusammen mit Kuss nochmal heran. Im Zielsprint musste der US-Amerikaner jedoch erneut etwas abreißen lassen und verlor auch auf Ayuso, Mas und Co. vier Sekunden.
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Highlights: Gnadenloser Vingegaard rückt Kuss auf die Pelle

Quelle: Eurosport

Vuelta 2023: Vingegaard widmet Sieg Teamkollege Van Hooydonck

"Ich bin einfach nur glücklich, heute gewonnen zu haben", sagte Vingegaard im Anschluss und widmete seinen zweiten Erfolg in Spanien seinem Teamkollegen Nathan Van Hooydonck, der am Dienstag in Belgien in einen schweren Autounfall verwickelt war: "Heute Morgen haben wir natürlich schreckliche Nachrichten erhalten und ich wollte heute für meinen besten Freund gewinnen."
Sichtlich angefasst, ergänzte er: "Glücklicherweise, gibt es von ihm gute Neuigkeiten. Das ist für mich und das Team eine große Erleichterung. Ich hoffe, dass er sich schnell erholen wird." Der verkürzte Rückstand auf Kuss in der Gesamtwertung spielte für Vingegaard dagegen offenbar erstmal eine untergeordnete Rolle: "Jetzt will ich erstmal nur den Moment genießen und nicht übers Rote Trikot nachdenken."
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Vingegaard emotional: "Wollte für meinen besten Freund gewinnen"

Quelle: Eurosport

Nachdenken dürfte nun allerdings definitiv die Teamleitung von Jumbo-Visma. Denn die Ausgangslage in der Gesamtwertung ist vor der schweren 17. Etappe mit dem Finale am berüchtigten Alto de l'Angliru nun richtig spannend: Sepp Kuss liegt nur noch 29 Sekunden vor Jonas Vingegaard, der am Dienstag den deutlich stärkeren Eindruck machte. Primoz Roglic ist nun Gesamtdritter (+1:33).
Dahinter bleibt es bei dem spanischen Quartett aus Juan Ayuso (+2:33), Enric Mas (+3:02), Marc Soler (UAE Team Emirates/+3:28) und Mikel Landa (Bahrain Victorious/+4:12). Die beiden Bora-Fahrer Aleksandr Vlasov (+4:58) und Cian Uijdtebroeks (+5:38) belegen die Ränge acht und neun. Joao Almeida komplettiert (UAE Team Emirates/+8:43) die Top Ten.

Vuelta 2023: Evenepoel weiter im Bergtrikot

In der Bergwertung führt weiterhin Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) mit 71 Punkten. Vingegaard sicherte sich durch seinen Erfolg in Bejes fünf Zähler und ist nun auch in dieser Wertung neuer Zweiter (41). Kaden Groves (Alpecin-Deceuninck) schaffte am Dienstag den Sprung in die Ausreißergruppe und sicherte sich beim Zwischensprint 20 Punkte. Damit baute er seinen Vorsprung im Kampf ums Grüne Trikot weiter aus. Der Australier hat inzwischen 228 Punkte auf dem Konto und liegt damit deutlich vor Evenepoel auf Position zwei (135).
In der Nachwuchswertung darf Ayuso weiter vom Gewinn des Weißen Trikots träumen. Der Spanier baute seinen Vorsprung auf Uijtdebroeks leicht aus und hat nun ein 3:05-Minuten-Polster auf den Belgier.
Mit der schweren 17. Etappe (ab 14:30 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und auf discovery+) steht für Kuss, Vingegaard und Co. am Mittwoch direkt der nächste Härtetest auf dem Programm. Insgesamt ist das Teilstück von Ribadesella hinauf zum Alto de l'Angliru zwar nur 124,4 Kilometer lang, doch bereits vor der sehr schweren Bergankunft mit Steigungen von bis zu 24 Prozent warten mit dem Alto de la Colladiella und dem Alto del Cordal zwei Berge der 1. Kategorie.
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Vuelta a España : Map stage 16 (20 secondes)

Quelle: Eurosport

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