Vuelta 2023: Primoz Roglic und Jonas Vingegaard warten nicht auf Sepp Kuss - Kritik an Taktik von Jumbo-Visma

Bei der Vuelta bleibt die umstrittene Taktik von Jumbo-Visma das große Gesprächsthema. Dass die beiden Top-Stars Primoz Roglic und Jonas Vingegaard ihren führenden Teamkollegen Sepp Kuss nicht unterstützen und stattdessen auf den letzten beiden Etappen abhängten, kann auch Sean Kelly nicht nachvollziehen. Der Vuelta-Sieger von 1988 fällte bei Eurosport ein klares Urteil: "Das ist unfair."

Interview Grischa Niermann nach 17. Etappe

Quelle: Eurosport

"Wenn man sieht, wie Sepp Kuss diesen beiden Fahrern viele Jahre lang so zuverlässig zur Seite gestanden hat, viele Rennen, große Rennen für sie gewonnen hat. Sie haben sich nichts anmerken lassen, sie sind einfach weitergefahren", zeigte sich Kelly überrascht.
Zumal Kuss über Funk klargemacht habe, dass er dieses Tempo nicht mitgehen konnte, so der Ire.
Auch Adam Blythe, ehemaliger britischer Radprofi, schloss sich bei Eurosport dieser Meinung an und meinte in Bezug auf einige Äußerungen von Roglic nach seinem Etappensieg: "Es ist so illoyal und respektlos gegenüber allem, was Sepp während seiner Karriere für ihn getan hat, als er ihn gerettet hat. Ohne Sepp hätte er vielleicht nicht alle seine Grand Tours gewonnen."
Der Slowene gewann 2019, 2020 und 2021 die Vuelta sowie in diesem Jahr den Giro.
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Kuss: "Ich brauche den Killerinstinkt"

Quelle: Eurosport

Primoz Roglic und Jonas Vingegaard "zwei riesige Egos"

Edelhelfer Kuss habe Roglic dabei in einigen wichtigen Momenten "wieder in Position gebracht". "Wir vergessen all das Ziehen an der Spitze, das harte Tempo, das Ermüden anderer Fahrer am Anstieg. Alles, was er getan hat, war für Primoz Roglic und er hat es nie infrage gestellt, das ist sein Job."
Weder Roglic noch Vingegaard, dem Kuss bei dessen Tour-de-France-Sieg geholfen hatte, hätten den Respekt vor dem US-Amerikaner, "um sagen zu können: 'Für alles, was du getan hast, hast du das verdient, also werden wir dich unterstützen, Jonas und ich'".
Die beiden Topstars hätten einfach "zwei riesige Egos" und keiner wollte "auch nur einen Zentimeter nachgeben", um die Rolle als bester Grand-Tour-Fahrer in diesem Team zu behalten, mutmaßte Blythe. Der Leidtragende in diesem Zweikampf ist nun offenbar Kuss.
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Kuss stehengelassen - Roglic: "Ein komisches Gefühl"

Quelle: Eurosport

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