Auftakt der Tour de France 2026 in Barcelona in Gefahr? Der internationale Radsport versinkt bei der Vuelta im Protestchaos

Der internationale Radsport steht nach dem Protestchaos bei der Spanien-Rundfahrt 2025 vor schwierigen Entscheidungen. Dabei rückt vor allem Auftakt der Tour de France 2026 in den Fokus, da die ersten drei Etappen auf spanischem Boden erfolgen sollen. Während der Radsport-Weltverband UCI die spanische Regierung scharf anging, sorgt sich Vuelta-Sieger Jonas Vingegaard um die Zukunft des Sports.

Etappe gecancelt! Schwere Proteste und Ausschreitungen in Madrid

Quelle: Eurosport

Jonas Vingegaard bestieg mit einem breiten Grinsen das improvisierte Kühlbox-Podest und ließ sich in seinem Roten Trikot feiern. Nicht wie erhofft von Tausenden Fans in der Innenstadt von Madrid, sondern von einer Handvoll Auserwählter, die der seltsamen Zeremonie auf dem Parkplatz vor dem Teamhotel beiwohnten.
Genießen konnte der Däne seine "Siegerehrung" offenbar schon - doch die düsteren Wolken, die spätestens seit dem Finale der Spanien-Rundfahrt über dem Radsport hängen, ließen sich so leicht nicht vertreiben.
"Ein Moment für die Ewigkeit" sei ihm genommen worden durch den Abbruch der letzten Etappe, beklagte der zweimalige Tour-de-France-Sieger, dessen Sport als Ganzes in eine ungewisse Zukunft blickt. 
Auch hinter dem Auslands-Auftakt der Frankreich-Rundfahrt 2026 in Barcelona steht nach dem Protestchaos ein dickes Fragezeichen.
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Hunderte Demonstranten auf der Straße: Peloton kommt nicht mehr weiter

Quelle: Eurosport

Vuelta-Chef: "Unmöglich, solche Massen zu stoppen"

Nach Behördenangaben mehr als 100.000 pro-palästinensische Demonstranten hatten am Sonntag für chaotische Zustände in der spanischen Hauptstadt gesorgt. Die etwa 1100 eingesetzten Polizisten konnten das Überwinden der Absperrungen und die Blockade der geplanten Strecke nicht verhindern. Es war der traurige Höhepunkt einer geschichtsträchtigen Vuelta, bei der es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen war.
Am Samstag beispielsweise, als Dutzende Aktivisten vor dem Schlussanstieg, an dem Vingegaard seinen ersten Vuelta-Titel zementierte, die Straße blockierten. Oder beim Mannschafts-Zeitfahren der fünften Etappe, als das Team Israel-Premier Tech, gegen das sich die Proteste in erster Linie richteten, auf eine Straßenblockade zugerauscht war.
Im Radsport sei es "praktisch unmöglich, solche Massen zu stoppen", hatte Vuelta-Chef Javier Guillén schon vor dem Start der Schlussetappe, die knapp 60 km vor dem Ende abgebrochen wurde, gehadert. Ex-Weltmeister Michael Kwiatkowski nahm die Verantwortlichen dennoch in die Pflicht und sparte nicht mit Kritik.
Es sei von nun an "allen klar, dass ein Radrennen als wirksame Bühne für Proteste genutzt werden kann", schrieb der Pole bei X: "Beim nächsten Mal wird es nur noch schlimmer werden, weil es jemand zugelassen und weggeschaut hat."
Die zuständigen Stellen hätten "nicht früh genug die richtigen Entscheidungen" getroffen, monierte Kwiatkowski, der eine vorzeitige Absage der letzten Etappe bevorzugt hätte: "Es ist langfristig sehr schlecht für den Radsport, dass die Demonstranten ihr Ziel erreicht haben."

Scharfe Kritik von der UCI

Während sich spanische Politiker im Anschluss mit gegenseitigen Schuldzuweisungen überzogen und Vuelta-Chef Guillén die Proteste als "inakzeptabel" bezeichnete, dürften die Szenen auch bei der ASO für Unruhe gesorgt haben.
Beim mächtigen Veranstalter der Tour de France und Muttergesellschafter des Vuelta-Veranstalters Unipublic geht die Angst um, dass auf der größten Bühne des Radsports im kommenden Jahr Ähnliches droht. Die ersten beiden Etappen des Grand Depart 2026 sollen schließlich in Barcelona enden - auch das dritte Teilstück startet laut Plan auf spanischem Boden.
Der Weltverband UCI kritisierte die spanische Regierung nach dem Abbruch scharf, nachdem Ministerpräsident Pedro Sanchez seine "tiefe Bewunderung" bekräftigt hatte.
"Diese Haltung steht im Widerspruch zu den olympischen Werten der Einheit, des gegenseitigen Respekts und des Friedens", hieß es in einem Statement am Montagabend: "Sie stellt auch die Fähigkeit Spaniens in Frage, große internationale Sportveranstaltungen auszurichten und sicherzustellen, dass diese unter sicheren Bedingungen und in Übereinstimmung mit den olympischen Werten stattfinden."
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Highlights: Vingegaard hebt sich sein Meisterstück bis zum Schluss auf

Quelle: Eurosport

Vingegaard sorgt sich um den Radsport

Bei einem Freiluftsport mit teils mehr als 200 km langen Etappen werden sich auch künftig nicht sämtliche Zwischenfälle verhindern lassen.
Doch ein "Weiter so" kann es nach dieser Vuelta auch nicht geben. Und so stehen dem Radsport komplizierte Monate, ja vielleicht Jahre, bevor.
Die Sicherheit der Fahrer steht bei den Überlegungen über allem; das machte der nur halb glückliche Sieger klar und appellierte auch an die Demonstranten. "Jeder hat das Recht zu protestieren", sagte Vingegaard, "aber nicht auf eine Weise, die unser Rennen beeinflusst oder gefährdet."
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(SID)
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Highlights: UAE dominiert - Selbstloser Pogacar gibt Sieg ab

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