Vuelta: Brechstange Juan Ayuso lässt Team Visma mit Etappensieg alt aussehen - "Habe es persönlich genommen"

Mit Wut im Bauch und der sprichwörtlichen Brechstange kämpfte sich Juan Ayuso auf der 7. Etappe der Vuelta a España zu seinem ersten Sieg bei der Spanien-Rundfahrt. Einen Tag nach seinem Einbruch in den Pyrenäen, der den Traum vom Gesamtsieg früh platzen ließ, antwortete der 22-Jährige mit einem Solo-Erfolg zur Skistation Cerler/Huesca La Magia - und machte aus gekränktem Stolz neue Stärke.

Highlights: UAE feiert dritten Etappensieg in Serie

Quelle: Eurosport

"Ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll. Ich glaube, von Anfang an ging es mir mehr um Stolz", gab Etappensieger Juan Ayuso (UAE Team Emirates-XRG) nach seinem Solo-Triumph auf der 7. Etappe der Vuelta a España am Eurosport-Mikrofon zu.
Das Selbstverständnis des Klassementfahrers war angekratzt - nachvollziehbar. Am Vortag hatte er beim ersten echten Härtetest in den Pyrenäen satte 11:51 Minuten auf Etappensieger und Teamkollege Jay Vine und 7:32 Minuten auf Topfavorit Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) kassiert. Der Traum vom Vuelta-Sieg platzte für Ayuso damit viel zu früh.
Die Konkurrenz nimmt den Spanier dennoch ernst, zumindest sagt sie das: "Ich war ein bisschen sauer, weil mir einige Visma-Fahrer vor dem Start gesagt hatten, dass sie mich nicht in die Ausreißergruppe lassen würden", verriet Ayuso im Ziel.
Abhalten ließ er sich von derlei Ansagen aber nicht - im Gegenteil.
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Nach Einbruch am Vortag: Ayuso rehabilitiert sich mit Etappensieg

Quelle: Eurosport

Ayuso von Visma angestachelt

"Ich hab das dann ein bisschen persönlich genommen. Ich dachte: 'Ich greife von unten an' - an einem Anstieg, den ich kenne. Ich wusste, dass es ein harter Anstieg war, also habe ich alles gegeben."
Seine Attacke am Port del Cantó, dem ersten von vier Anstiegen des Tages, sah lange nach vergebener Liebesmühe aus. Mit der sprichwörtlichen Brechstange und purem Willen schaffte es der 22-Jährige aber dennoch als Erster zur Abnahme der Bergwertung und konnte dann, zusammen mit elf weiteren Fahrern, in der Abfahrt ein ernstzunehmendes Polster herausfahren.
Rund vier Minuten betrug der Vorsprung später am Fuße des finalen Anstiegs hinauf nach Cerler/Huesca La Magia. Im Ziel waren es für Ayuso, der seine Begleiter letztlich alle abschütteln konnte, immerhin noch 1:15 Minuten auf den zweitplatzierten Marco Frigo (Israel-PremierTech).

Vingegaard gelassen: "Wenn wir gewollt hätten ..."

Die Favoriten um Vingegaard und Joao Almeida (UAE Team Emirates-XRG) distanzierte Ayuso um 2:35 Minuten im Tagesklassement. Für den zweifachen Tour-de-France-Sieger aus Dänemark jedoch ein Rückstand, den er gelassen hinnahm:
"Es war insgesamt ein ordentlicher Tag - kein leichter, aber wir wollten noch etwas unsere Energie sparen. Deshalb haben wir entschieden, heute nichts zu unternehmen", gab sich der zweifache Tour-de-France-Champion zufrieden mit Blick auf die Gesamtwertung und fügte hinzu: "Wenn wir gewollt hätten, hätten wir sicher um den Sieg kämpfen können."
Weil aber Visma nicht wollte und Ayuso seine Wut im Bauch in ein paar Extra-Watt ummünzte, jubelte letztlich zum dritten Mal in Folge ein UAE-Fahrer. Für Ayuso war es zugleich der erste Etappensieg bei seiner Heimrundfahrt - umso schöner.
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Juan Ayuso im Ziel der 7. Vuelta-Etappe

Fotocredit: Getty Images

"Es ist großartig. Nach dem Giro, wo ich meine erste Grand-Tour-Etappe gewonnen habe, jetzt auch hier eine zu gewinnen. Zumal das natürlich mein Lieblingsrennen ist. Und wie ich heute gewonnen habe, ist etwas ganz Besonderes und etwas, woran ich mich immer erinnern werde."
Seine Geste im Ziel, wo er sich statt ausgelassen zu jubeln symbolisch die Ohren zuhielt, war dann ein "Gruß" an alle Kritiker, die tags zuvor Abgesänge auf ihn angestimmt hatten. Die Botschaft beim sechsten Saisonsieg war klar: Abschreiben sollte man Ayuso nie.
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Sattel weg! Kurioser Zwischenfall mitten im Rennen

Quelle: Eurosport


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