Alejandro Valverde gewinnt WM-Titel im Straßenrennen in Innsbruck

Alejandro Valverde hat das Straßenrennen bei der Weltmeisterschaft in Innsbruck gewonnen. Er siegte nach 258,5 km vor Romain Bardet und Michael Woods. Tom Dumoulin kämpfte sich zwei Kilometer vor dem Ziel an das Ausreißer-Trio heran, am Ende fehlten ihm aber die Kräfte. Der Niederländer wurde Vierter. Valverde sicherte sich seinen ersten Straßen-WM-Titel im Sprint von der Spitze weg.

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Alejandro Valverde ist im Alter von 38 Jahren erstmals Straßen-Weltmeister geworden, nachdem er zuvor zweimal Silber und viermal Bronze gewonnen hatte.
Der umstrittene Radprofi konnte zum WM-Abschluss in Innsbruck das äußerst bergige Straßenrennen für sich entscheiden. Nach knapp 260 km und der extremen Passage durch die sogenannte "Höttinger Höll" gewann der 38-Jährige im Sprint einer Fluchtgruppe vor Romain Bardet (Frankreich) und Michael Woods (Kanada) die Goldmedaille und holte sich das Regenbogentrikot von Titelverteidiger Peter Sagan.
Valverde sagte nach seinem ersten WM-Triumph:
Die deutsche Mannschaft hatte wie erwartet nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Simon Geschke und Emanuel Buchmann hielten bis zum finalen Anstieg durch die "Höttinger Höll" mit bis zu 28 Prozent Steigung mit. Mit 1:54 Minuten Rückstand überquerte Geschke auf Rang 24 als bester Deutscher den Zielstrich.

Yates und Co. ohne Chance

"Ich hatte einen guten Tag, aber das Finale war einen Tick zu schwer. Wir haben nichts falsch gemacht", sagte Geschke. Buchmann, den am Ende Krämpfe plagten, meinte nach Platz 46: "Ich bin in der Höll komplett stillgestanden, da war nicht mehr drin. Ich hatte Bedenken, dass ich überhaupt da hochkomme. Wir haben alles versucht."
Valverde, 2009 wegen seiner Verwicklung in die Fuentes-Blutdopingaffäre für zwei Jahre gesperrt, strebte entschlossen dem ersten spanischen Titel seit 2004 (Oscar Freire) entgegen. Im Sprint distanzierte er seine Fluchtgefährten souverän. Bardet holte Silber und Woods Bronze. Etwa 250.000 Zuschauer verfolgten die Tortur durch Tirol und sahen das versprochene Spektakel im Finale.
Früh schon hatte der Berliner Max Schachmann nicht mehr Schritt halten können und war ausgestiegen. "Ich hatte einfach keine Kraft mehr und habe auch zu wenig gegessen", sagte der 24-Jährige. Vuelta-Sieger Simon Yates (Großbritannien), Vincenzo Nibali aus Italien oder Olympiasieger Greg van Avermaet (Belgien) ging es kaum besser. Auch sie hatten auf einem der schwersten WM-Kurse der Geschichte im Finale nichts mehr zuzusetzen.

Sagan früh abgehängt

Letzter deutscher Weltmeister bleibt der vor zwei Jahren verstorbene Rudi Altig, der 1966 am Nürburgring siegte. Andre Greipel war vor sieben Jahren in Kopenhagen der letzte deutsche Profi, der mit Platz drei im Straßenrennen eine Medaille holte.
Auch Sagan konnte diesmal die Naturgesetze nicht außer Kraft setzen, der Champion der vergangenen drei Jahre war chancenlos und wurde bereits gut 90 km vor dem Ziel abgehängt. Die "Höll" bekam er gar nicht zu Gesicht, der Slowake stieg vorzeitig vom Rad.
Das deutsche WM-Abschneiden lag mit einer Silbermedaille durch Junior Marius Mayrhofer (Linden) unter den Erwartungen. Gerade in den Einzelzeitfahren waren die Ergebnisse weitgehend nicht überzeugend, vor allem die Frauen enttäuschten. "Die eine oder andere Medaille hätte uns gut getan", sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster, um hinzuzufügen: "Die meisten Rennen haben gezeigt, dass wir Potenzial haben."
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