Rad-WM 2023: "Ich hatte keinen Bock" - Mitfavoritin Marlen Reusser erklärt ihren Tränen-Ausstieg beim Einzelzeitfahren

Mitfavoritin Marlen Reusser hat das WM-Einzelzeitfahren am Donnerstag unter Tränen abgebrochen und damit für Aufsehen gesorgt. Die Schweizerin stieg im schottischen Stirling nach gerade einmal 16 Kilometern vom Rad, gesundheitliche Einschränkungen waren zunächst nicht ersichtlich. Am Abend äußerte sich die 31-Jährige schließlich gegenüber dem "SRF" und sprach von mentalen Problemen.

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Quelle: Eurosport

"Ich hatte keinen Bock", erklärte die amtierende Zeitfahr-Europameisterin dem Schweizer Sender. Außerdem führte sie weiter aus: "Ich hatte kein technisches Problem. In diesem Moment wollte ich aufgeben."
Sie habe gemerkt, dass sie nicht "ready" gewesen sei für dieses Zeitfahren, der "Hunger" habe gefehlt: "Es kam im Rennen der Moment, an dem ich hätte aufdrehen müssen, ich hatte keinen Bock und habe dann einfach gestoppt."
"Man kann sagen, ich bin verwöhnt", bekannte die Olympia-Zweite von Tokio anschließend. "Bei mir hat selber schon die Kritik-Ratterei im Kopf angefangen. Aber ich habe es so gemacht und bin ok damit."
So erklärte Reusser zudem, dass sie nach zahlreichen Verletzungen und wiederkehrenden Erkrankungen im vergangenen Jahr nicht wie geplant eine Pause habe einlegen können: "Es ist kein 9-to-5-Job, den ich betreibe, dieser Job ist viel cooler. Er hat sehr viel Positives. Er kostet aber auch sehr viel Energie."

Reusser erhofft sich eine Pause und spricht über die Zukunft

"Nach der Tour de Suisse ging es in ein Loch", gab die Schweizerin schließlich zu. "Es kam nie der Moment, als ich durchschnaufen konnte. Es ging direkt weiter, mit der Tour de France und jetzt mit dieser WM."
Die Rundfahrt in ihrem Heimatland hatte Reusser im Juni gewonnen, nun erklärte sie allerdings, dass sie sich ein wenig Abstand zum Sport erhoffe: "Ich brauche Raum, um mal wieder etwas anderes zu machen. Um mich zu freuen, was alles passiert ist, um auch wieder Hunger zu bekommen auf das, was noch kommt."
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Ihre Zukunft sehe sie aber weiterhin auf dem Fahrrad: "Ich bin sicher, ich will weitermachen. Ich habe noch nicht genug vom Velo fahren." Die Teilnahme beim Straßenrennen der Rad-WM in Schottland am Sonntag ließ sie allerdings offen. Mit dem Schweizer Team hat Reusser trotz eines Sturzes in Glasgow bereits Gold in der Mixed-Staffel gewonnen.
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Das Einzelzeitfahren entschied schließlich die US-Amerikanerin Chloe Dygert für sich, sie verwies die Australierin Grace Brown und die Österreicherin Christina Schweinberger auf die Plätze zwei und drei.
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Quelle: Eurosport

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