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Andreas Mikkelsen bekommt Cockpit bei Citroen

Mikkelsen bekommt Cockpit bei Citroen

23/05/2017 um 20:25Aktualisiert 23/05/2017 um 20:29

Andreas Mikkelsens Bemühungen, in der Rallye-WM (WRC) einen Fahrerplatz in einem aktuellen WRC-Auto des Jahrgangs 2017 zu ergattern, sind von Erfolg gekrönt worden. Am Dienstag gab Citroen bekannt, dass der Vize-Weltmeister des vergangenen Jahres bei der Rallye Italien (8. bis 11. Juni) auf Sardinien für das Team fahren wird.

Mikkelsen ersetzt in Italien Stephane Lefebvre im Auto mit der Startnummer 9.

"Es war ein offenes Geheimnis, dass ich seit Ende 2016 nach einer Lösung gesucht habe, um in der Top-Kategorie der WRC zu fahren. Daher freue ich mich sehr, dass ich bei der Rallye Italien für Citroen fahren darf", sagt Mikkelsen. "Citroen hat eine beeindruckende Geschichte in der WRC, es ist eine Freude, für solch ein Team arbeiten zu dürfen."

Mikkelsen stand nach dem Rückzug von Volkswagen aus der WRC Ende vergangenen Jahres ohne Cockpit da und fand im Gegensatz zu seinen letztjährigen Teamkollegen Sebastien Ogier (M-Sport) und Jari-Matti Latvala (Toyota) kein neues WRC-Team. Stattdessen musste er sich mit Starts für Skoda in der WRC2-Klasse über Wasser halten, wobei Mikkelsen bei allen drei Einsätzen die "zweite Liga" dominierte und am vergangenen Wochenende bei der Rallye Portugal einen dritten Klassensieg erst durch einen Unfall bei der Powerstage vergab.

Mikkelsen bringt wichtige Erfahrungen mit zu Citroen

Vor der Einigung mit Citroen hatte Mikkelsen im April den Hyundai i20 WRC getestet. Doch anstatt das ohnehin gut aufgestellte Team der Koreaner weiter zu verstärken, kommt der Norweger nun beim französischen Werksteam zum Zuge, das mit Ausnahme des letztlich glücklichen Siegs von Kris Meeke bei der Rallye Mexiko bisher eine Saison zum Vergessen erlebt.

"Nach der ersten sechs Rallyes der Saison scheinen die Ergebnisse von Citroen nicht ganz die Ziele zu erreichen, die wir uns selbst am Beginn des Jahres gesetzt haben", gibt Teamchef Yves Matton zu. Andreas kennt diese Rallye gut was bei uns nicht der Fall ist, da wir im vergangenen Jahr nicht auf Sardinien gefahren sind." Außerdem spricht für Mikkelsen, dass er neben dem Hyundai auch den letztlich nie zum Einsatz gekommenen Volkswagen Polo WRC des Jahrgangs 2017 kennt und so wichtige Erfahrungen zur Weiterentwicklung des C3 WRC beisteuern kann.

"Mit dem Sieg bei der ersten Schotterrallye des Jahres hat der C3 sein Potenzial unter Beweis gestellt und scheint seitdem stetig Fortschritte zu machen. Ich kann es kaum erwarten, dass die Tests und die Vorbereitung auf die Rallye losgehen", sagt Mikkelsen. "Zwar werde ich vorher nur wenig mit dem Auto fahren können, aber für mich ist das Wichtigste, dass ich mit einem starken Team in der Top-Kategorie zurück bin."

Lefebvre kehrt bei der Rallye Polen zurück

Citroen setzt Mikkelsen beim ersten Start für das Team nicht unter Druck: "Andreas hat bei der Rallye kein bestimmtes Ziel. Er soll mit einem Tempo fahren, bei dem er sich im Auto wohlfühlt", sagt Matton. "Wir danken der FIA, Skoda und Stephane, der sein Cockpit bei dieser Rallye abgibt." Bisher gilt die Einigung zwischen Mikkelsen und Citroen ausschließlich für die Rallye Italien.

Für Lefebvre, der in dieser Saison die Erwartungen des Teams noch nicht erfüllen konnte, ist der Verzicht auf die Rallye Italien ein Rückschlag in seiner jungen Karriere. Teamchef Matton betont jedoch: "Das soll keine Strafe sein oder unsere Entscheidung für junge Fahrer in Frage stellen. Es geht lediglich darum, Citroens Chancen bei dieser Rallye zu verbessern. Stephane hat verstanden, dass in diesem Fall die Interessen des Teams Vorrang haben." Der junge Franzose wird auf Sardinien an den Erkundungsfahrten (Recce) teilnehmen und bei der Rallye Polen Ende Juni wieder ins Cockpit der Startnummer 9 zurückkehren.

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