Der Weltmeister trug neue Kleider und er fuhr ein neues Auto, doch ansonsten hatte sich wenig geändert. Nach einer wilden Hatz über Eis und Schnee stand Sébastien Ogier am Sonntag auf dem Dach seines Boliden und feierte den Sieg bei der Rallye Monte Carlo, seinen vierten in Serie - bei seiner ersten Rallye im Ford machte der Titelverteidiger einfach da weiter, wo er mit VW aufgehört hatte.

"Ich habe irgendwann einen solchen Sieg erwartet, ich habe darauf gehofft", sagte Ogier, der in den französischen Seealpen rund um seinen Geburtsort Gap in den vergangenen Jahren mit VW nie zu schlagen war:

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Aber ihn bei der ersten Rallye zu feiern nach nur einem gemeinsamen Monat und mit so wenig Vorbereitungszeit, das fühlt sich unglaublich an.

Der Rückzug von VW aus der Rallye-WM (WRC) zum Ende der vergangenen Saison hatte auch Ogier völlig unerwartet getroffen. Der Weltmeister war plötzlich auf dem Markt und traf nach kurzer Bedenkzeit eine interessante Entscheidung: Ogier wechselte zum Privatteam M-Sport, das mit dem Ford Fiesta WRC antritt. Im Rennen mit den Werksteams Citroen, Hyundai und auch Toyota werden dem kleinen Rennstall eigentlich eher Außenseiterchancen ausgerechnet.

Und doch steht der 33-Jährige nun schon nach dem ersten WM-Lauf des Jahres wieder ganz oben im Klassement. Nach 15 absolvierten Wertungsprüfungen hatte er am Sonntag 2:15 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Jari-Matti Latvala im Toyota. Der Finne war bis zum VW-Ausstieg Ogiers Teamkollege gewesen. Als Dritter schloss Ogiers M-Sport-Kollege Ott Tänak (Estland/+2:57,8) die "Monte" ab.

"Unser Team hat über den Winter sehr hart gearbeitet", sagte Ogier:

Dieser Sieg ist hochverdient. Natürlich bedeutet das Ergebnis nicht, dass es eine einfache Saison wird.

Denn Ogier profitierte bei seinem Sieg entscheidend von einem Reifenschaden des Belgiers Thierry Neuville. Der Hyundai-Pilot lag noch am Samstag deutlich in Führung, verlor dann aber viel Zeit.

Überschattet wurde die wichtigste Rallye des Jahres schon zum Start von einem tödlichen Unfall. Während der ersten Wertungsprüfung war am Donnerstagabend der Neuseeländer Hayden Paddon (Hyundai) von der Strecke abgekommen und gegen eine Felswand geprallt. Dabei wurde ein Fan so schwer verletzt, dass er in einem Krankenhaus in Nizza starb.

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