Olympia 2024 - Reiten: Christian Kukuk holt Goldmedaille im Springreiten für Deutschland 28 Jahre nach Ulrich Kirchhoff

Springreiter Christian Kukuk hat im Einzel-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen in Paris sensationell die Goldmedaille gewonnen. Nach einer Nullrunde setzte sich der 34-Jährige mit seinem Hengst Checker im Stechen gegen Maikel van der Vleuten aus den Niederlanden und London-Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz durch. "Es sind ein paar Tränen geflossen", gestand der Olympiasieger.

Gold im Springreiten: Kukuk macht sich unsterblich - Highlights

Quelle: Eurosport

Christian Kukuk ging in die Knie und schlug völlig überwältigt beide Hände vor das Gesicht, dann rappelte er sich kopfschüttelnd auf und fiel seiner Schwester in die Arme: Gold, Olympiasieger, eine unfassbare Sensation.
"Es ist überhaupt noch nicht bei mir angekommen", sagte Kukuk, der zum Abschluss das vierte Gold der deutschen Reiter in Paris gewann: "Goldmedaillengewinner zu sein, in die Geschichtsbücher einzugehen - das dauert noch ein bisschen, bis ich das realisiert habe."
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Meisterstück: Kukuk bewältigt den schweren Final-Kurs fehlerfrei

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Ganz allein verfolgte Kukuk auf dem Abreiteplatz den letzten, den entscheidenden Ritt von London-Olympiasieger Steve Guerdat, als der Schweizer riss, war es um Kukuks Fassung geschehen.
"Da bin einmal in mich zusammengesackt und habe gemerkt: Krass, jetzt ist hier gerade etwas ganz spektakuläres passiert. Es sind ein paar Tränen geflossen, ich war sehr angefasst", gestand der sonst so coole Reiter.

Reiten bei Olympia: Spezielle Medaille für Deutschland

Ein Olympiasieg sei "nur wenigen Menschen gegönnt, und ich bin jetzt einer davon", sagte der strahlende Held im roten Rock. Er sei aber eigentlich nach wie vor "nur der Christian Kukuk, der ich sonst auch immer bin".
In der Heimat freute sich Fußball-Weltmeister Thomas Müller, er ist zusammen mit Madeleine Winter-Schulze Besitzer des Goldpferdes Checker.
Er gratulierte am Dienstagabend via "Instagram" in seiner typisch launigen Art. "Es war atemberaubend. Ich habe den Ritt live anschauen können, ich hatte nicht nur Gänsehaut, sondern war auch verdammt nervös", sagte der Bayern-Profi in einem Video: "Allein das Stechen - einfach Hut ab. Hippologische Grüße an alle, der Reitsport in Deutschland kann sich sehen lassen!"
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Nullrunde zur perfekten Zeit: Kukuk im Stechen fehlerfrei zu Gold

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Sein Pferd, einst entdeckt von Bundestrainer Otto Becker und mit vier Jahren an Kukuks Arbeitgeber Ludger Beerbaum weitergegeben, lobte der neue Olympiasieger in den allerhöchsten Tönen. Checker sei "in einer eigenen Liga unterwegs, und Ludger hat den allerallergrößten Anteil an diesem Gold."
Der viermalige Olympiasieger Beerbaum, Freund und Förderer von dem Mann, der jetzt in seine Fußstapfen tritt, war nach dem Sprung zu Gold ebenfalls fassungslos. "Ich könnte nicht stolzer sein", sagte Beerbaum, er musste das alles "erstmal sacken lassen". Dass er so einen olympischen Moment noch einmal erleben darf, hätte der 60-Jährige selber nicht gedacht.
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Freude pur: Kukuk bekommt seine Goldmedaille

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Weishaupt enttäuscht - aber mit Freude für Kukuk

"Abnormal", lautete der erste Kommentar von Kukuks Teamkollegen Philipp Weishaupt, der nach einem Abwurf mit Zineday auf Platz zwölf landete: "Christian hat Abnormales geleistet, das ist so verdient."
Auch Otto Becker atmete tief durch: "Wir haben hier viele gute Runden, aber auch viel Pech erlebt. Dass wir jetzt so nach Hause fahren können, ist einfach mega." Er sei "super, super happy", sagte der Bundestrainer, "Christians Gold ist für alle eine Riesen-Erleichterung."
Ob es nach 15 Jahren für ihn das Finale als Bundestrainer war, ließ Becker zunächst offen: "Es gibt noch keinen Plan, wie es mit mir weitergeht."
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Ein Abwurf: Weishaupt mit fünf Strafpunkten im Springreiten-Finale

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Es war in vielerlei Hinsicht eine sehr spezielle Medaille: Die insgesamt 100. deutsche bei olympischen Reiterspielen, im Einzel die erste seit Marco Kutschers Bronze 2004 in Athen und die erste goldene seit dem Olympiasieg von Ulrich Kirchhoff und Jus de Pommes 1996 in Atlanta. In Paris holte die deutsche Reiterei insgesamt viermal Gold und einmal Silber, eine beeindruckende Bilanz.

Kukuk profitierte von Fehlern der Konkurrenz

Kukuk profitierte bei zwei eigenen fehlerfreien Runden auch von Patzern der Topfavoriten. Die britischen Mannschaftssieger Ben Maher und Scott Brash machten Fehler, Weltmeister und Tokio-Olympiasieger Henrik von Eckermann riss es gar aus dem Sattel.
Der Topfavorit aus Schweden stürzte von seinem vierbeinigen Superstar King Edward und schied aus. Silber ging an den Niederländer Maikel van Vleuten mit Beauville, Bronze holte Guerdat mit Dynamix.
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Drama im Finale: Weltranglistenerster stürzt

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Nach den Goldcoups von Vielseitigkeitsreiter Michael Jung, der deutschen Dressur-Mannschaft, Jessica von Bredow-Werndl im Einzel und dem Silber von Deutschlands Rekord-Olympionikin Isabell Werth kehrt die deutsche Reiterei mit vier Goldmedaillen und einmal Silber nach Hause zurück.
"Nicht so schlecht", fand Kukuk das: "Es war auch wichtig, dass wir Springreiter ebenfalls bei der Vergabe von Edelmetall dabei waren." Dafür hat er selbst eindrucksvoll gesorgt.
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(SID)
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Schreck beim Springreiten: Azcarraga stürzt vor Wassergraben

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