Olympia 2016: Denis Kudla gewinnt Bronze-Medaille in Rio

Denis Kudla hat für eine große Überraschung gesorgt. Der 21 Jahre alte EM-Dritte gewann in der Klasse bis 85 kg die olympische Bronzemedaille und bescherte dem Deutschen Ringer-Bund das erste olympische Edelmetall seit 2008. Griechisch-römisch-Spezialist Kudla setzte sich gegen den Ungarn Victor Lorincz nach Punkten durch und sorgte aus Sicht der deutschen Ringer für einen gelungenen Auftakt.

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Gold ging an den Russen Dawit Tschakwetadse, der im Finale den Ukrainer Schan Belenjuk duetlich bezwang. Die zweite Bronzemedaille ging an den Weißrussen Jawid Hamsatau.
Kudla betrat die Matte in der Carioca Arena vor dem wichtigsten Kampf seiner Karriere mit einem Lächeln. Er kämpfte taktisch sauber und wehrte die Angriffe seines um acht Zentimeter kleineren Gegners ab. Die ersten beiden Punkte holte er, als er Lörincz auf die Seite brachte und aushob.
In den zweiten drei Minuten musste er zunächst den Ausgleich hinnehmen und geriet unter Zugzwang, weil Lörincz nachlegte und plötzlich 3:2 führte. Doch Kudla kam über eine dritte Verwarnung des Ungarn 24 Sekunden vor dem Ende zum Sieg. Als er sich erholt hatte, feierte er mit der deutschen Fahne um die Schultern.
Nur eine knappe Stunde später hätte Eduard "Eddy" Popp gerne nachgelegt. Doch der 25-Jährige verlor seinen Bronzekampf in der Klasse bis 130 kg gegen den Aserbaidschaner Sabah Shariati vorzeitig und musste sich mit Platz fünf begnügen. Gold ging zum dritten Mal in Folge an den Kubaner Mijain Lopez Nunez, der sich im Finale gegen den Türken Riza Kayaalp durchsetzte, der in London Vierter geworden war.

Von Beginn an hellwach

Kudla war von der ersten Kampf-Sekunde an hellwach gewesen. Dem Kirgisen Janarbek Kenjeew ließ er keine Chance. Zuvor hatte er gegen Robert Kobliaschwili aus Georgien im Achtelfinale etwas Glück, weil er den letzten Wertungspunkt machte und bei Gleichstand weiterkam.
Im Viertelfinale musste der 21-Jährige gegen den Russen Davit Schakwetadze Lehrgeld zahlen (0:4). Doch der EM-Dritte erholte sich schnell von dem Rückschlag und drehte in der Hoffnungsrunde gegen den Iraner Habibollah Akhlaghi wieder auf. Damit bekam er seine Bronze-Chance - und nutzte sie.

Goldchance durch Stäbler am Dienstag

Eigentlich sollte die große Party im deutschen Ringer-Lager erst am Dienstag steigen. Dann geht Weltmeister Frank Stäbler in der Carioca-Arena auf die Matte. Der 27 Jahre alte Schwabe gilt in seiner Klasse bis 66 kg als Goldanwärter und ist der große Star im deutschen Team.
Doch auch Stäbler-Kumpel Kudla ist ein Ringer durch und durch. Schon immer wollte der gebürtige Pole auf die Matte. Als er mit seiner Familie im Alter von sechs Jahren in die Nähe von Augsburg zog, schloss er sich einem Verein an. Mit 14 dann der Wechsel ins Ringer-Internat nach Schifferstadt. "Es flossen viele Tränen, vor allem bei meiner Mutter", erinnerte er sich.

Olympia-Quali lange auf der Kippe

Doch der Weg war vorgezeichnet, Kudla verfolgte konsequent seinen Traum. "Ich denke ständig darüber nach, wie ich mein Training oder meine Technik verbessern kann, manchmal kann ich gar nicht mehr abschalten", sagte der Sportsoldat.
Lange stand sein Olympia-Start auf der Kippe. Erst im letzten Quali-Turnier im Hexenkessel von Istanbul sicherte sich der Youngster das Ticket für Rio. Minutenlang lag der Shooting-Star völlig erschöpft auf der Matte. "Ich habe geheult, weil sich so viel Blut und Schweiß investiert habe", sagte Kudla später. Jetzt weiß er, dass es sich gelohnt hat.
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