Abgekämpft, aber glücklich fielen sich die englischen Spieler nach ihrem großen Sieg in die Arme, im Team der geschlagenen Neuseeländer dagegen wurde Kapitän Kieran Read zum Symbol: An seinem 34. Geburtstag trottete Read mit einem blutenden Cut unter dem Auge gemeinsam mit seinen geschlagenen Mitspielern vom Platz.

Erster englischer WM-Erfolg gegen Neuseeland

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Wenige Augenblicke zuvor war der 19:7 (10:0)-Erfolg der Engländer im Halbfinale der Rugby-WM in Japan gegen die legendären All Blacks perfekt gewesen. Zum ersten Mal überhaupt gelang den Briten auf der großen WM-Bühne ein Sieg gegen Neuseeland. Für die Ozeanier endete hingegen der Traum vom dritten Titelgewinn in Folge.
"Es war ein großes Spiel. Im WM-Halbfinale auf die All Blacks zu treffen, ist mit das größte Spiel, das man haben kann", sagte Englands Kapitän Owen Farrell. Der erstmalige Einzug in ein WM-Finale seit 2007 sei "brillant, aber wir genießen jetzt erst einmal diesen Sieg", kündigte er an.
Der neuseeländische Spielführer Read konnte seine Enttäuschung nicht verbergen:
Es ist schwer, das gerade in Worte zu fassen. Wir haben unser Spiel nicht aufs Feld bekommen. Wir hätten sehr vieles besser machen können.

Neuauflage des WM-Finals von 2007?

Vier Jahre nach der katastrophalen Heim-WM, bei der die Gastgeber in der Vorrunde ausgeschieden waren, ist das Rugby-Mutterland England damit nur noch einen Schritt vom zweiten Titel nach 2003 entfernt.
Gegner am 2. November in Yokohama ist der zweimalige Weltmeister Südafrika oder der britische Nachbar Wales, die am Sonntag (10:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) aufeinandertreffen. Sollte sich Wales durchsetzen, stünden zum ersten Mal überhaupt zwei Teams aus der nördlichen Hemisphäre im Endspiel.

Die Defensive überragt

Ein Blitzstart durch Manu Tuilagi brachte England früh in Führung. Der gebürtige Samoaner legte nach nur 98 Sekunden den ersten Versuch, nie zuvor bei einer WM kassierte Neuseeland früher einen Try. Mit der Führung im Rücken verteidigte England brillant und ließ die Ozeanier nicht zur Entfaltung kommen.
Von der Demonstration der Stärke gegen Irland (46:14) aus dem Viertelfinale war bei Neuseeland nichts mehr zu sehen. Stattdessen leistete sich das Team von Nationaltrainer Steve Hansen, der im Vorfeld einen "gewaltigen Kampf" erwartet hatte, zahlreiche Ballverluste. Kurz vor der Pause erhöhte George Ford per Straftritt.
Am Spielverlauf änderte sich nach der Halbzeit kaum etwas. Spielerisch brachten die "All Blacks" kein Bein auf den Boden, England profitierte von Fehlern und Strafen der Neuseeländer und baute dank Ford die Führung weiter aus. Sinnbildlich war der einzige erzielte Versuch der Neuseeländer, der aus einem englischen Gassenfehler resultierte.
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(SID)

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