Schach-Großmeister Kirill Shevchenko steht unter Betrugsverdacht: Handy während Meisterschaft auf Toilette deponiert?

Nächster Schummel-Verdacht im Schach: Dem Großmeister Kirill Shevchenko wird vorgeworfen, während einer Partie in der spanischen Mannschaftsmeisterschaft in Melilla auf der Toilette sein Handy als Hilfsmittel benutzt zu haben. Wie der spanische Schachverband mitteilte, wurde der gebürtige Ukrainer, der seit 2023 für den rumänischen Verband spielt, daraufhin von dem Wettbewerb ausgeschlossen.

Kirill Shevchenko steht unter Betrugsverdacht

Fotocredit: Getty Images

Seine bisherigen zwei Ergebnisse wurden zudem als Niederlagen gewertet. Zunächst hatte der "Spiegel" über den Fall berichtet.
Shevchenko wies die Anschuldigungen zurück, der rumänische Schachverband sicherte ihm Unterstützung zu.
"Solch schwerwiegende Anschuldigungen müssen unbedingt durch stichhaltige Beweise untermauert werden, und bisher sind nur Indizien veröffentlicht worden", schrieb der Verband in einer Mitteilung:
"Wir warten auf die Einzelheiten des Falles und werden die entsprechenden Beweise sorgfältig prüfen". Bisher wisse der Verband nur von Pressemeldungen und angeblichen Zeugen.

Shevchenko auffällig häufig auf Toilette

Berichten der Plattform "chess.com" zufolge sei das Organisationskomitee vom Schiedsrichter der Partie zwischen Shevchenko und dem Spanier Francisco Vallejo mit Nachforschungen beauftragt worden, nachdem sich Vallejo während des Spiels darüber beschwert hatte, dass Shevchenko seinen Platz am Brett zu oft und lange verlassen habe.
Shevchenko begründete seine häufige Abwesenheit mit Problemen, die ihn zum Aufsuchen der Toilette nötigten.
Auf der Toilette sei daraufhin in einer Kabine ein Mobiltelefon gefunden worden, mit einer handschriftlichen Hinweis darauf, es von dort nicht zu entfernen.
Die Schrift sei der Shevchenkos ähnlich, heißt es. Das Handy sei konfisziert und die Kabine verschlossen worden.

Nicht der erste Betrugsfall im Schach

Shevchenko sei daraufhin beobachtet worden, wie er erfolglos versucht habe, jene Kabine zu betreten. Danach sei er unverrichteter Dinge wieder gegangen.
Im Herbst 2022 hatten Schummel-Vorwürfe gegen den amerikanischen Großmeister Hans Niemann für Aufsehen gesorgt, auch der norwegische Weltmeister Magnus Carlsen äußerte Bedenken.
Nach einer Klage wegen Verleumdung einigten sich beide Seiten später außergerichtlich.
Niemann hatte bereits zuvor zugegeben, im Alter von 16 Jahren bei virtuellen Turnieren zweimal betrogen zu haben.
(SID)
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