Florian Wellbrock mit Silber bei Kurzbahn-WM: Ende eines enttäuschenden Olympiajahrs - "WM-Abenteuer zu Weihnachten"
VonFelix Eck
Publiziert 11/12/2024 um 11:05 GMT+1 Uhr
Florian Wellbrock hat sich bei der Kurzbahn-WM in Budapest mit Silber über 1500 m Freistil zurückgemeldet. Eine Medaille, die hilft, das Debakel von Paris zu verarbeiten. Zum Ende seines "schwierigen" Olympiajahres glänzte das Kurzbahn-Silber für Florian Wellbrock beinahe wie Gold. "Ohne große Erwartungen" war er zur WM gereist. Der Deutsche war am Ende eines "seltsamen" Tages zufrieden.
Wellbrock gewinnt Silber bei Kurzbahn-WM
Fotocredit: Getty Images
Immerhin war er bei den Sommerspielen in Paris im Becken und der Seine auf den Tiefpunkt seiner erfolgreichen Karriere gesunken. Doch auf der 25-m-Bahn von Budapest schwamm sich Wellbrock frei - und musste sich im Fernduell nur einem Teenager aus Tunesien geschlagen geben.
Über 1500 m Freistil hatte Wellbrock am Ende eines langen und für ihn "seltsamen" Tages weniger als eine Sekunde Rückstand auf den Tunesier Ahmed Jaouadi.
Am Vormittag im "Lauf der Langsamen" hatte der 27-jährige Magdeburger in 14:17,27 Minuten vorgelegt, am Abend, als die nach Meldeliste Schnellsten ins Wasser sprangen, zitterte er auf der Tribüne mit, verglich die Zeiten im Handy und war letztlich ziemlich "happy" mit dem Ausgang des Rennens.
Anderthalb Jahre war Wellbrock, immerhin Weltrekordler über 1500 m (14:06,88), nicht mehr auf der Kurzbahn geschwommen, bei seiner Rückkehr musste er sich mit einer "neuen Situation" abfinden.
"Es ist seltsam, hier zu sitzen und den schnellsten Lauf anzuschauen", gestand er vor dem Abendrennen. Bei seinem zweiten Start am Samstag über 800 m wird es diese Konstellation wieder geben. Kein Problem für Wellbrock, solange es am Ende um seinen Hals glänzt.
Debakel in Paris soll verarbeitet werden
Bundestrainer Bernd Berkhahn hatte den Ausflug nach Budapest für seinen einstigen Vorschwimmer als "kleines Abenteuer zu Weihnachten" bezeichnet. Die Titelkämpfe in der Duna Arena sollen Wellbrock dabei helfen, das Debakel von Paris zu verarbeiten.
Bei den Sommerspielen war er als Freiwasser-Olympiasieger von Tokio und Mitfavorit weit an den Medaillen vorbeigeschwommen. Sieben Wochen lang machte Wellbrock danach Pause, so lange wie noch nie.
Doch abgeschlossen ist das Kapitel Paris damit noch nicht. "Das wird niemals abgehakt sein, das gehört jetzt zu seiner Karriere dazu", sagte Berkhahn über seinen langjährigen Schützling, "es geht darum: Wie geht er damit um? Kann er positive Energie daraus schöpfen? Im Moment nimmt er einen sehr guten Weg."
Wellbrock, der nach Gold und Bronze in Tokio und insgesamt neun Titeln bei Welt- und Europameisterschaften in Paris sowohl im Becken als auch im Freiwasser deutlich hinterher schwamm, hatte kurz nach Olympia schon betont: "Wer mich kennt, weiß, dass Aufgeben ein Fremdwort für mich ist. Los Angeles 2028 ist mein nächstes großes Ziel." Spätestens dann will Wellbrock wieder zu den Schnellsten gehören.
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(SID)
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