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WM in Singapur: Sven Schwarz gewinnt zweite Silber-Medaille - Florian Wellbrock verpasst Podest als Vorlaufbester klar
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Update 03/08/2025 um 15:40 GMT+2 Uhr
Sven Schwarz hat sich im Duell mit Florian Wellbrock bei der WM in Singapur seine zweite Medaille gesichert. Der Vizeweltmeister über 800 m Freistil schwamm über die 1500 m am letzten Wettkampftag in 14:35,69 Minuten erneut zu Silber. Wellbrock verpasste hingegen zwei Wochen nach seinem vierten Freiwasser-Gold den Sprung auf das Podium im Becken und kam in 14:44,29 Minuten auf Rang fünf.
Sven Schwarz schwimmt zu seiner zweiten Silbermedaille bei der WM in Singapur
Fotocredit: Getty Images
Florian Wellbrock hing noch erschöpft an der Schwimmleine, als Sven Schwarz aus dem Becken sprang, die Arme hochriss und sich vom Stadionsprecher feiern ließ - wie ein Weltmeister. Gold hatte der deutsche Schwimm-Shootingstar zwar nicht gewonnen, aber zum zweiten Mal Silber. Und zum zweiten Mal hatte er "die großen Jungs" hinter sich gelassen.
"Ich kann es noch gar nicht fassen, das dauert noch ein bisschen", sagte Schwarz nach seinem zweiten Platz im WM-Finale über 1500 m Freistil hinter dem Tunesier Ahmed Jaouadi. In persönlicher Bestzeit von 14:35,69 Minuten verpasste der 23-Jährige aus Hannover nur knapp den deutschen Rekord von Wellbrock, der fast neun Sekunden hinter ihm Fünfter wurde.
Schon bei seinem Silberrennen über 800 m hatte Schwarz Olympiasieger Lukas Märtens hinter sich gelassen - am letzten Tag der WM in Singapur trat er endgültig aus dem Schatten der beiden Stars heraus: "Ich war immer hinter den großen Jungs, jetzt bin ich selbst einer."
Wellbrock, der den deutschen WM-Goldrausch vor zweieinhalb Wochen in der "Waschmaschine" vor der Insel Sentosa begonnen hatte, blieb ein erfolgreiches Ende verwehrt. In der ersten Hälfte des Rennens schwamm der 27-Jährige vorne mit, dann musste er abreißen lassen. "Ich bin ein bisschen zu zügig angegangen. Fünfter Platz, das muss ich erstmal sacken lassen", sagte er.
Dennoch meldete sich der Magdeburger nach dem Olympia-Debakel von Paris mit vier Freiwassertiteln eindrucksvoll zurück und schraubte seine Ausbeute auf zehn WM-Goldmedaillen, nur Open-Water-Rekordweltmeister Thomas Lurz liegt noch vor ihm. Wellbrock sieht sich "auf dem richtigen Weg" und will auch in Zukunft drinnen und draußen antreten: "Sonst würde mir irgendwas fehlen."
70 Minuten später verpassten Lise Seidel, Anna Elendt, Angelina Köhler und Nina Holt in der Lagenstaffel als Sechste beim Sieg der USA in Weltrekordzeit eine weitere deutsche Medaille.
Beste deutsche WM-Bilanz seit 2009
Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) fliegt mit sechs Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille nach Hause - die beste WM-Bilanz seit 2009, als Paul Biedermann und Britta Steffen in den Hochzeiten der Hightech-Anzüge die Schwimmwelt auf den Kopf gestellt hatten.
"Wir habe alle einen extrem guten Job gemacht. Das war eine WM, wie wir sie seit Jahren nicht mehr hatten", sagte Schwarz, "wir sind im Medaillenspiegel sehr weit oben, das bringt im Jahr nach Olympia einen extremen Aufschwung." Nur China, Australien, die USA und die unter neutraler Flagge angetretenen Russen lagen vor der deutschen Mannschaft.
Schwarz hatte Olympia 2021 in Tokio wegen einer Corona-Erkrankung verpasst, bei mehreren Weltmeisterschaften nahmen ihm Wellbrock und Märtens die beiden deutschen Tickets weg. Erst im vergangenen Jahr meldete er sich als Vierter bei der WM in Doha und Fünfter bei den Sommerspielen in Paris in der Weltspitze an. Jetzt legte er erst den Europarekord über 800 m und dann in Singapur zweimal Silber nach.
Zog Wellbrock nach den medaillenlosen Olympischen Spielen 2016 das deutsche Schwimmen noch fast im Alleingang aus der Krise, ist er inzwischen kein Einzelkämpfer mehr. Es hat sich eine breitere Spitze gebildet. Märtens krönte sich als erster deutscher Schwimmer seit fast 40 Jahren nach Olympiasieg und Weltrekord auch noch zum Weltmeister auf derselben Strecke, den 400 m Freistil. Elendt gewann nach vielen Rückschlägen sensationell Gold über 100 m Brust, und Schwarz sorgte an Märtens' Seite über 800 m erstmals seit 1991 für zwei deutsche Schwimmer auf dem WM-Podest.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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