Charlie Dalin gewann Vendée Globe in 2024/25 mit Darmkrebs - Franzose gelingt die Leistung seines Lebens

Der französische Segler Charlie Dalin hat seinen Triumph bei der vergangenen Vendée Globe unter dramatischen Umständen errungen. Wie der 41-Jährige am Mittwoch der Nachrichtenagentur "AFP" mitteilte, litt er schon während der Weltumsegelung an einer seltenen Krebsform. Dennoch gewann Dalin die Weltumseglung in etwas mehr als 64 Tagen. Nun aber ist an Hochleistungssport nicht mehr zu denken.

Charlie Dalin gewinnt die Vendée Globe 2025

Fotocredit: Getty Images

Als Charlie Dalin zu Jahresbeginn unweit der Küste der Bretagne das Ziel der Vendée Globe passierte, wusste kaum jemand, wie außergewöhnlich diese Leistung war. Ungläubig ob seines Sieges vergrub der Franzose die Hände in seinem Gesicht. "Dass ich diesen Eindringling an Bord hatte, erschwerte die Aufgabe definitiv", erinnerte sich der Hochseesegler aus Le Havre.
Denn: Bei der wohl härtesten Solo-Segelregatta der Welt war der heute 41-Jährige nicht so allein, wie es den Anschein machte. Dalin hatte einen ungebetenen Gast an Deck. Der Nachrichtenagentur "AFP" offenbarte er nun: Er war an Darmkrebs erkrankt.
Der unsichtbare Passagier war allerdings mitnichten ein blinder. Bereits im Herbst 2023 hatten Mediziner den seltenen Tumor am Dünndarm, der im Regelfall erst bei Menschen über 60 Jahren auftritt, diagnostiziert. Fortan legte der Franzose alle Rennpläne für das Kalenderjahr auf Eis, um sich einer Behandlung zu unterziehen. Monate später dann das Comeback zur See.
"Wenn die Ärzte Zweifel geäußert hätten, wäre ich das Rennen nicht gefahren", blickte Dalin zurück. "Ich hätte kein Risiko gegenüber meiner Frau und meinem Sohn in Kauf genommen. Segeln ist mein Beruf – sie waren froh, dass ich wieder hinaus aufs Meer gefahren bin."

Dalin pulverisierte bisherigen Rekord

Das grüne Licht der Ärzte war bitternötig – die Vendée Globe gilt als "Mount Everest des Segelsports". Dass Dalin samt seiner Jacht MACIF Santé Prévoyanceseine den 45.000 Kilometern angesichts des Darmkrebs trotzte, wäre an sich schon außergewöhnlich.
Schier übermenschlich erscheint, dass er den bisherigen Rekord mit einer Zeit von 64 Tagen um neun Tage buchstäblich pulverisierte. Ohne Hilfe oder Zwischenstopp, einsam auf rauer See.
Den Schlüssel seines Erfolgs sieht Dalin auf mentaler Ebene. "Mitunter spürte ich zwar Bauchschmerzen, aber mir gelang es, die Umstände auszublenden. Heute sehe ich es nicht nur als Sieg im Rennen, sondern auch als Sieg gegen das, was mir gesundheitlich widerfahren ist."
Gleichwohl trat Dalin direkt wieder kürzer, wurde unmittelbar nach der Heimkehr an Land operiert. Die Segel-Karriere zollt dem Krebs noch immer Tribut. "Heute ist mein Zustand soweit stabil. Durch meinen Gewichtsverlust bin ich vorerst aber nicht in der Lage, an Rennen teilzunehmen."
(SID)
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Quelle: Eurosport


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