Eurosport
Olympia 2026 - Skeleton - Vladyslav Heraskevych trägt weiter Helm mit Bildern getöteter ukrainischer Sportler
Von
Publiziert 10/02/2026 um 17:08 GMT+1 Uhr
Skeletoni Vladyslav Heraskevych darf seinen Olympiahelm mit Porträts von im Krieg getöteten Landsleuten nicht mehr tragen, im Training am Dienstag tat er es dennoch. Seine Botschaft soll nicht untergehen. Das IOC bot ihm als "Komromiss" an, mit Trauerflor an den Start zu gehen. Damit zeigte sich Heraskevych nicht einverstanden und zog einen Vergleich zu Matthias Steiner.
Vladyslav Heraskevych
Fotocredit: Getty Images
Im Training am Dienstag trug Vladyslav Heraskevych noch immer den Helm, der für so viel Wirbel in der olympischen Welt gesorgt hat. Um das IOC-Verbot scherte sich der Skeletoni aus der Ukraine nicht, er wollte seine Botschaft loswerden.
"Das waren großartige Menschen", sagte Heraskevych im Gespräch mit dem "SID" über seine im Krieg mit Russland getöteten Landsleute. Mit deren Bildern auf seinem Helm wolle er ihr Andenken ehren.
Das allerdings erlauben die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees nicht, erklärte IOC-Sprecher Mark Adams. Stattdessen solle Heraskevych im Wettkampf ein schwarzes Armband tragen, das sei doch ein "guter Kompromiss", was der Athlet offensichtlich anders sieht.
Völlig verständlich sind ihm die Vorgaben zudem offenbar nicht. "Ich sehe jeden Tag verschiedene Statements, ich hätte gerne Klarheit", sagte Heraskevych. "Ich hoffe, wir kriegen bald mehr Informationen, aber jetzt werde ich den Helm nicht wechseln", fügte er trotzig hinzu.
Heraskevich zieht Vergleich mit Steiner
Warum auch? Der deutsche Gewichtheber Matthias Steiner habe 2008 nach seinem Olympiasieg in Peking doch auch das Foto seiner bei einem Verkehrsunfall getöteten Frau in die Kameras gehalten.
"Damals haben wir es gefeiert", sagte Heraskevych: "Ich glaube, das war ein großartiger Moment, der andere Erfolge nicht überschattet hat. Ich denke, es ist okay, Menschen zu betrauen, die man gern hatte."
Das IOC setzte er damit unter Zugzwang, Adams rechtfertigte sich mit der "Weiterentwicklung" der Regeln. "Die Vergangenheit ist ein fremdes Land", sagte er. Und: "Wir glauben, dass wir uns auf ein gutes System geeinigt haben, das es den Menschen ermöglicht, sich auszudrücken, gleichzeitig aber auch das Spielfeld schützt und erhält."
Das könnte Dich auch interessieren: Der Medaillenspiegel
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/13/3314941-67779088-2560-1440.jpg)
Drachen, Adler, Totenkopf: Helme als Hingucker beim Skeleton
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung