Eurosport
Weltcup in Bormio: Marco Odermatt siegt im Super-G auf der Stelvio - Schweizer in eigener Liga beim Klassiker
Von
Publiziert 29/12/2022 um 12:49 GMT+1 Uhr
Marco Odermatt triumphiert beim Weltcup in Bormio: Der Schweizer feiert einen spektakulären Sieg im Super-G auf der Stelvio-Piste: Mit 0,64 Sekunden Vorsprung dominiert er im Duell mit Abfahrtssieger Vincent Kriechmayr aus Österreich. Rang drei geht mit 1,22 Rückstand mit Loic Meillard an einen weiteren Eidgenossen. Die deutschen Starter verpassen in Italien die Top Ten.
Odermatt dominiert in Bormio: Schweizer in eigener Liga
Quelle: Eurosport
Einen Tag nach seinem Sturz in der Abfahrt wurde der am Sprunggelenk leicht angeschlagene Josef Ferstl als bester DSV-Fahrer 16 (+2,75).
Andreas Sander (+2,99), der aufgrund eines grippalen Infekts die Abfahrt auslassen musste, wurde 20. Romed Baumann (+3,90) verpasste die Top 30. Dominik Schwaiger schied aus.
Der Mann des Tages fuhr gar nicht mehr mit. Matthias Mayer, dreimal mit olympischem Gold dekoriert, schaute sich die Piste Stelvio im italienischen Bormio noch einmal von oben bis unten an - und verkündete dann noch vor dem Start des Super-G spontan . "Es reicht mir. Ich habe nicht mehr den Biss", sagte er mit feuchten Augen. Dann packte der stille Star aus Österreich seine Siebensachen und fuhr heim nach Kärnten.
Auf einen letzten Start verzichtete Mayer, er hätte aber wohl auch im Schatten von Marco Odermatt gestanden. Der 25 Jahre alte Überflieger aus der Schweiz deklassierte seine Konkurrenten auf der gnadenlosen Eispiste mit einem wahren Traumlauf: 0,64 Sekunden lag der Riesenslalom-Olympiasieger vor Weltmeister Vincent Kriechmayr, am Vortag Sieger in der Abfahrt.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516128-71669728-2560-1440.jpg)
Kriechmayr stark - aber kein Doppelschlag auf der Stelvio
Quelle: Eurosport
Der Überraschungsdritte Loic Meillard (Schweiz) lag schon 1,22 Sekunden hinter dem Gesamtweltcup-Champion. Im Kampf um die große Kristallkugel baute Odermatt seinen Vorsprung auf Kilde weiter aus, über 300 Punkte trennen die beiden bereits.
Respektable Fahrt von Ferstl
"Der Marco hat einen rausgehauen, unglaublich. Da bleibt viel zu tun", sagte Josef Ferstl, auf Rang 16 der Beste der erneut abgeschlagenen Deutschen, nachdem er Odermatt im Ziel in ein Fachgespräch verwickelt hatte. Der 33-Jährige selbst biss nach einem Sturz in der Abfahrt trotz seiner Schmerzen "am ganzen Körper" immerhin tapfer "auf die Zähne", wie er im "ZDF" berichtete. Angesichts der Vorgeschichte war sein Resultat auch durchaus respektabel.
Gleiches galt für Andreas Sander. Der Vizeweltmeister in der Abfahrt hatte die Trainingsläufe für die Abfahrt und das Rennen wegen einer Erkrankung ausgelassen, den Super-G aber stand er durch. "Ich habe mich echt gut gefühlt", sagte er nach seiner Fahrt auf Rang 20, bekannte aber auch: "Das war natürlich keine Topleistung von mir, die körperliche Frische hat gefehlt." Vizeweltmeister Romed Baumann verfehlte als 31. die Punkteränge: "Das war nix", schimpfte er.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516092-71669008-2560-1440.jpg)
Walchhofer zieht den Hut vor Mayer: "Sehr mutige Entscheidung"
Quelle: Eurosport
Gesprächsthema Nummer eins aber war ohnehin Mayer, immerhin der erfolgreichste österreichische Alpine bei Olympia. Bei den Spielen 2014 in Sotschi war er überraschend zu Gold in der Abfahrt gefahren, es folgten jeweils im Super-G Siege 2018 in Pyeongchang sowie 2022 in Peking, wo er zudem Bronze in der Abfahrt gewann. Noch vor wenigen Wochen hatte der 32-Jährige erklärt, er habe erste Rücktrittsgedanken nach Peking verworfen: "Das Feuer brennt nach wie vor sehr."
Mayer erklärt Rücktritt
Nun aber ist es plötzlich erloschen. "Ich habe die letzten Tage nachgedacht", berichtete Mayer am Donnerstagmorgen nach der Besichtigung im "ORF", "und ich muss sagen, für mich ist es Zeit, dass ich aus dem alpinen Weltcup zurücktrete." Der vergangene Winter sei mit dem dritten olympischen Gold eine "gewaltige Saison" für ihn gewesen, auch in die laufende sei er "gut reingestartet" und zufrieden damit: "Aber es reicht einfach."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516159-71670348-2560-1440.jpg)
Tierische Show beim Weltcup: Hund stürmt Stelvio-Piste
Quelle: Eurosport
Gewonnen hat Mayer ohnehin genug. Mit drei Olympiasiegen befindet er sich in exklusiver Gesellschaft, außer ihm haben nur sieben weitere Alpine mindestens dreimal Gold gewonnen, darunter die deutschen Läuferinnen Katja Seizinger und Maria Höfl-Riesch. Rekordhalter sind Janica Kostelic (Kroatien) und Kjetil-Andre Aamodt (Norwegen) mit je vier Siegen.
Das könnte Dich auch interessieren: Paukenschlag! Olympiasieger Mayer erklärt sofortiges Karriereende
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516102-71669213-2560-1440.jpg)
Kopfüber ins Fangnetz: Schockmoment mit happy end
Quelle: Eurosport
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/12/29/3516057-71668313-2560-1440.jpg)
"Geschockt!" Reaktionen zum Mayer-Rücktritt von Kilde & Co.
Quelle: Eurosport
Werbung
Werbung